Falschen Zettel gescannt

17. Januar 2018 09:35; Akt: 17.01.2018 09:35 Print

«Ich wurde um den Lotto-Hauptgewinn gebracht»

Wegen des Fehlers eines Kioskverkäufers soll ein Lottospieler den Jackpot von 5 Millionen Franken verpasst haben. Laut Swisslos ist der Kunde selbst verantwortlich.

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Die Unachtsamkeit eines Tankstellenverkäufers habe ihn um ein Vermögen gebracht, so die Geschichte von B. S.*. Der 36-Jährige spielt seit Jahren Lotto. Eines Tages füllt er auf dem Nachhauseweg bei einer Tankstelle noch schnell zwei Scheine aus.

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Nach der Ziehung habe er diese dann kontrolliert und festgestellt, dass der erste Schein doppelt und der zweite gar nicht eingescannt worden war. «Gerade auf dem zweiten, nicht quittierten Schein hatte ich auf einem Feld alle sechs Zahlen inklusive Zusatzzahl richtig angekreuzt», sagt S. Der Hauptgewinn hätte ihm zufolge etwa 5 Millionen Franken betragen.

«Habe psychische Leiden»

Fassungslos habe er sich beim Filialleiter der Tankstelle gemeldet, der sich sofort mit Swisslos in Verbindung gesetzt habe. Obwohl der betroffene Mitarbeiter seinen Fehler inzwischen sogar zugegeben habe, habe Swisslos lediglich auf die Teilnahmebedingungen verwiesen und mitgeteilt, der Kunde sei selbst dafür verantwortlich, dass der Schein richtig gescannt wird. Auch eine Entschuldigung sei ausgeblieben.

«Es holt mich immer wieder ein, denn im Lotto gewinnt man nur einmal im Leben», sagt S. Seither habe er Schlaf- und Konzentrationsschwierigkeiten, psychische Probleme, seinen Job aufgegeben und sei krank geworden. «Immer wieder denke ich daran, wie mein Leben jetzt wäre, hätte dieser Verkäufer die Scheine richtig quittiert. Mit diesem Gewinn wäre ich ein anderer Mensch.»

Kaum rechtlich durchsetzbar

Auch einen Anwalt schaltete S. ein. Dieser bestätigt den Fall: «Ich führte diverse Gespräche mit den Verantwortlichen. Die Chancen auf einen Erfolg waren jedoch klein, da Swisslos stets auf ihre Teilnahmebedingungen verwies und diese juristisch nur sehr schwer anfechtbar sind.»

In diesen heisst es, der Teilnehmer müsse die Spielquittung umgehend nach der Ausstellung auf seine Richtigkeit und Vollständigkeit überprüfen. Unter anderem also auch, ob die auf der Quittung aufgeführten Tipps mit jenen auf dem Spielschein übereinstimmen.

Swisslos hat keine Kontrolle

Das sagt auch Swisslos-Sprecher Willy Mesmer. «Die Verantwortung, die Quittungen mit den Scheinen zu vergleichen, liegt beim Kunden.» Da Swisslos von den Verkaufsstellen lediglich die eingescannten Daten übermittelt erhalte, könne man nicht kontrollieren, ob ein Schein gar nicht oder ein anderer aus Versehen doppelt erfasst wurde.

«Viele Kunden spielen bewusst zweimal die gleichen Zahlen. Deshalb sind doppelte Scheine für uns nichts Aussergewöhnliches», sagt Mesmer. Swisslos sind also die Hände gebunden. Von einer Entschädigung oder Entschuldigung sieht sie deshalb ab. Ausserdem würden sich gemäss Mesmer etwa fünf Lottospieler pro Jahr mit solchen Geschichten melden. «Die meisten sind frei erfunden.»

*Name der Redaktion bekannt

(duf)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lulu am 17.01.2018 09:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Titel

    Wer seinen Job und alles andere deswegen aufgibt, hätte auch mit dem Gewinn nicht umgehen können.

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  • Grosspapi am 17.01.2018 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Bin auf fassungslos!

    Wie kann man sich nach so einem Vorfall so gehen lassen und der Gesellschaft zur Last fallen? Wenn der Mann schon weiss, wie gering die Wahrscheinlichkeit ist, im Lotto den Jackpot zu gewinnen, wie kann er sich dann so auf den Gewinn fixieren, dass er in ein derartiges Loch fällt, wenn er nicht gewonnen hat? Mit dem Mann stimmt definitiv etwas nicht.

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  • Lottokönig am 17.01.2018 10:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach ja??

    und wer sagt, dass der zweite, nichteingescannte Schein, nicht NACH der Ziehung ausgefüllt wurde. Aber man kann es ja probieren. Psychische Störung? Nun ja, wenn's von Swisslos nichts gibt, probieren wir es bei der IV. Geh doch einfach arbeiten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • HuiiBuii am 17.01.2018 19:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir lachen gerade

    Mein Vater hatte vor 4 Jahren den Jackpot geholt. Das Geld wird noch bis in die 4te Generation langen!

  • TimTom am 17.01.2018 19:03 Report Diesen Beitrag melden

    Anderer Mensch

    Hey Mann, easy. Dein Wunsch ging bereits in Erfüllung, du bist ja bereits ein anderer Mensch! Du hast den Gewinn nicht mal gebraucht.

  • Homer am 17.01.2018 19:02 Report Diesen Beitrag melden

    Wer so reagiert...

    der hätte wahrscheinlich schon nach einem Jahr alles Geld verjubelt und wäre in der Armutsfalle gelandet. Oder auch mit Geld unglücklich, wie schon vorher. Über so etwas kann man doch nur lachen und weiter das Leben geniessen! Um ein schönes Leben zu haben braucht man kaum Geld! Selbstzufriedenheit ist die Lösung und da helfen auch keine Millionen!

  • Toni Maccaroni am 17.01.2018 18:43 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Schelm wer böses denkt....

    Ein anderer Mensch ist er ja auch ohne Gewinn geworden. Auch wenn es sich mit einen solchen Haufen Kohle vermutlich ganz gut leben lässt, ist die Wahrscheinlichkeit das man mit soviel Geld noch tiefer fallen würde als ohne, sicher höher als die allgemeine Chance auf einen Sechser. Such die wieder einen Job und sag Schwamm drüber - das Leben geht trotzdem weiter und es kann immer noch sehr viel Spass machen!

  • Sarkas Mus am 17.01.2018 18:19 Report Diesen Beitrag melden

    Lasst uns das auch machen

    Ein bisschen traumatisiert spielen ist doch fast wie ein Sechser im Lotto. Irgendwer hat da sicher wieder vollstes Verständnis und bietet jede Menge Unterstützung. Wenn es doch nur nicht so ein Faustschlag in das Gesicht derer wäre die echte Probleme haben...