Verkehrsüberwacher

19. Mai 2018 19:51; Akt: 19.05.2018 21:05 Print

«Ich würde mich nicht in einen Stau stellen»

Andrea Lehmann vom Verkehrsdienst Viasuisse über das Chaos am Gotthard und die Prognosen für Montag.

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Der Brand des Reisecars hat den San-Bernardino-Tunnel auf einer Strecke von 100 Meter stark beschädigt. Aufnahmen aus dem Tunnel zeigen Risse in der Decke. Sie musste provisorisch abgestützt werden. Der San-Bernardino-Tunnel bleibt bis mindestens am Donnerstag gesperrt. Der ausgebrannte Reisecar im San-Bernardino-Tunnel. An der Kirche bei der Gotthard-Raststätte in Erstfeld ist ein Protest-Plakat aufgetaucht. Darauf steht in englischer Sprache: «Geniesst den Süden, wir geniessen euer CO2». Wer hinter der Aktion steht, ist unbekannt. Die Sperrung des Gotthardtunnels wurde wieder aufgehoben. Grund war ein stehen gebliebenes Wohnmobil. Rekordmarke von 28 Kilometer Stau vor dem Gotthard von 1999 egalisiert: So viel Geduld brauchten die Autofahrer seit 19 Jahren nicht mehr. Zeit sich zu strecken: Die Wartezeit vor dem Nordportal beträgt mehrere Stunden. Der Rekordstau zieht sogar Schaulustige an. Am Samstag, kurz vor 11 Uhr, staut sich der Verkehr vor dem Gotthardtunnel in Göschenen in Richtung Süd auf einer Länge von 25 Kilometern. Autofahrer müssen Wartezeiten von bis zu vier Stunden einberechnen. Zwischen Erstfeld und Göschenen stauen sich die Autos bereits 12 Kilometer. Die Schlange könnte noch länger werden. Mindestens ein Fahrzeug brannte im San-Bernardino-Tunnel, wie Anita Senti, Sprecherin der Kantonspolizei Graubünden bestätigte. Der Tunnel war zeitweise in beiden Richtungen gesperrt. Auch die Passstrasse war wegen der starken Rauchentwicklung gesperrt. Wie die Kantonspolizei Graubünden noch am Freitagnachmittag bestätigte, geriet ein deutscher Reisecar in Brand. Zwei Personen wurden verletzt.

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Wie ist die Lage im Moment?
Vor dem Gotthard-Nordportal haben wir immer noch Stau. Er geht nur sehr langsam zurück und dürfte die ganze Nacht durch andauern. In den letzten Jahren hatte sich der Stau um diese Zeit bereits aufgelöst.

Warum ist es heute anders?
Das liegt ganz klar am gesperrten San Bernardino-Tunnel. Dort haben wir am Pfingstwochenende etwa 40’000 Fahrzeuge pro Tag, am Gotthard sind es rund 25’000. Jetzt fahren die meisten durch den Gotthard-Tunnel, was zum Rekordstau geführt hat.

Gleichzeitig musste der Gotthard-Tunnel kurzzeitig gesperrt werden.
Die Sperre ist aber nicht gross ins Gewicht gefallen. Sie wurde schnell wieder aufgehoben.

Wie ist die Prognose für den Rückreiseverkehr am Montag?
Der San Bernardino bleibt wohl für 5 bis 7 Tage gesperrt. Daher erwarten wir die gleiche Geschichte wie heute, einfach in umgekehrter Richtung. Ursprünglich hatten wir für Montag 7 Kilometer Stau prognostiziert, jetzt können es gut 14 Kilometer sein.

Wenn man die Blechkolonne sieht, fragt man sich: Warum tun sich das die Leute jedes Jahr an?
Wir stellen uns die gleiche Frage. Ich persönlich würde mich nicht in einen Stau stellen, wenn ich nicht muss. Die Leute wissen ja schon vorher, dass es stauen wird.

Gut, viele Möglichkeiten für die Reise in den Süden gibt es ja nicht.
Wir zeigen die Alternativen jeweils schon in Basel an. Die Ausweichrouten via Simplon, Lötschberg oder Grosser Sankt Bernhard werden aber zu wenig genutzt. Dort gab es heute keine Wartezeiten.

(hvw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Al Capone am 19.05.2018 20:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schildbürgertum

    Ich verstehe nicht, wieso wir in der CH am Gotthard keine Tunnel-Maut einführen! E wäre ein Leichtes und meinetwegen können wir den Erlös sogar spenden, aber Europaweit sind wir wohl die einzigen, die dieses Spektakel noch mit der Staatskasse finanzieren...

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  • W.Ohl am 19.05.2018 20:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herrlich ruhig

    Herrlich ruhig an der Autobahn A13 zwischen Ems und Bad Ragaz.Wenn es doch immer so wäre!!!!!

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  • Peter Huber am 19.05.2018 20:00 Report Diesen Beitrag melden

    Stausteher D

    Wie man in den Medien überall erkennen kann, sind die allermeisten Stausteher am Gotthard Portal, hochdeutsch sprechend!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Maxi am 23.05.2018 21:38 Report Diesen Beitrag melden

    Lösungen sind gefragt

    Nicht im Stau stehen zu müssen, ist ein unverhandelbares Menschenrecht, welches hier in der Schweiz einfach ignoriert wird.

  • Stauner.. am 22.05.2018 11:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stiller..

    Staune immer neu wie viele hier für andere denken..meine Meinung..jeder kann/soll doch in der Freizeit machen was Er/Sie für gut findet!

  • EM am 21.05.2018 21:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anpassen

    Autoban Vignete Bitte 100chf Dan für jede Tunnel 10chf Unbedingt. Bitte. Bitte

    • Geht.. am 22.05.2018 11:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @EM

      Gar nicht..weil viele Schweizer schon bei 40.- Fr.das Autofahren fast unmöglich wird!

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  • Nic am 21.05.2018 09:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gotthard für uns! Wir bezahlen in schliesslich

    Bin ich dumm, nur weil ich, wie überall auf der Welt, an freien Tagen dorthin will, wo es schön ist? Ich geh mit dem Auto, weil man im Tessin sowieso ein Auto braucht. Bin mein Leben lang öV gefahren, und es ist insgesamt zu mühsam und ein Zeitfresser, auch mit dem Gepäck.

    • Daisydream am 21.05.2018 17:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nic

      Trotz der vielen Daumen runter muss ich hier zustimmen. Wir finanzieren das ganze Verkehrsnetz mit Steuern und Abgaben. Aber über Feiertage und Ferien kann man den Gotthard einfach nicht nutzen, ausser man will stundenlang im Stau stehen. Noch nicht mal an gewöhnlichen Wochenenden. Auch z.B Autobahn Zürich Bern am Wochenende besser meiden, in beiden Richtungen.

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  • Broetli am 21.05.2018 09:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehe den Sinn nicht ganz

    Fliegen ist praktisch gratis, auch ein Mietwagen gibt es im Süden sehr günstig.

    • Ueli am 21.05.2018 09:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Broetli, naja

      Die mit dem Auto in den Süden fahren, nehmen neben viel zu viel Klamotten meist auch ihr eigenes Essen mit.

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