Frühlingswetter

10. März 2018 09:32; Akt: 10.03.2018 09:32 Print

«Jetzt sind Zecken besonders aktiv»

von F.Dubler - Die milden Temperaturen locken viele Menschen nach draussen. Das bietet Zecken neuen Nährboden. Ein Experte sagt, wie man sich schützen kann.

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Die letzte Kältewelle hatte es in sich. Doch seit einigen Tagen beschert uns Petrus milderes, sonnigeres Wetter. Das zieht die Menschen in Massen ins Freie – und erhöht die Gefahr eines Zeckenstichs.

Trotz der eisigen Kälte dürften die meisten Krabbeltierchen überlebt haben, wie Werner Tischhauser, Zeckenforscher an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW), sagt. «Zecken sterben erst ab, wenn es über mehrere Tage lang nicht wärmer als -14 Grad ist. Dazu reichte die Kältewelle nicht aus.» Sobald die Temperaturen 7 Grad übersteigen, würden die Spinnentiere aktiv werden und sich zum Wachstum neue Blutquellen suchen.

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Höchststand bei Zecken-Enzephalitis-Fällen

So kommt es, dass in den Monaten März bis Juli am meisten Stiche verzeichnet werden. Grosse Sommerhitze reduziert die Zeckenaktivität, die Stichzahlen gehen dann markant zurück. Deshalb sei jetzt erhöhte Vorsicht geboten, wenn man sich im Wald, hohen Wiesen oder städtischen Naherholungsgebieten aufhalte. Die Tierchen lauern in der bodennahen Vegetation sowie im Unterholz und lassen sich von vorbeikommenden Tieren oder Menschen abstreifen.

Menschen müssen sich vor allem vor den Zecken-Nymphen, also dem Stadium zwischen Larve und erwachsener Zecke, in Acht nehmen, weil diese potenziell mit Erregern geladen sind. Auf Tieren lassen sich eher die adulten Zecken nieder. Beim Stich übertragen sie Erreger, die Krankheiten wie Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auslösen können.

Von letzterer Krankheit verzeichnete das Bundesamt für Gesundheit letztes Jahr 273 Fälle, was dem höchsten Wert seit 1988 und dem Beginn der FSME-Meldepflicht entspricht. 24'000 Arztbesuche wurden wegen Zeckenbissen registriert. Borreliose-Fälle gab es im Jahr 2017 rund 9000.

Gefahr im Freien

Auch Zeckenexperte Tischhauser verzeichnet mit der Präventions-App Zecke, die er an der ZHAW entwickelt hat, eine Zunahme. «Tendenziell werden immer mehr Fälle registriert und Menschen in Zusammenhang mit Zeckenstichen behandelt.» Der Grund dafür seien aber nicht zwingend mehr Zecken, deren Bestand man nicht abschätzen könne.

Schuld sei vielmehr das Verhalten der Menschen im Freien. «Viele halten sich mit Kurzarmkleidung an hochfrequentierten Orten in der Natur auf, wo es viele Zecken hat. Das kann beim Sport, Picknick oder Grillieren sein.» So sei die Gefahr eines Stichs gross.

Richtige Bekleidung kann schützen

Deshalb empfiehlt Tischhauser, sich so weit es geht zu schützen. «Langarm-Kleidung, geschlossene Schuhe und Kopfbedeckung reduzieren das Risiko eines Zeckenstichs. Besonders Kinder werden oft im Kopf- und Halsbereich gestochen», sagt der Forscher.

Gegen Zecken-Enzephalitis gebe es zudem eine Impfung, so Tischhauser. Insektensprays könnten ebenfalls helfen, jedoch komme es auf den eigenen Körpergeruch an, ob diese auch wirksam seien. Wirke der Körpergeruch auf Zecken stark anziehend, nütze ein Zeckenspray nur mässig.

In jedem Fall rät Tischhauser, den Körper nach dem Aufenthalt im Freien nach Zecken abzusuchen und diese sofort mit einer Pinzette oder notfalls den Fingernägeln zu entfernen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Simi am 10.03.2018 09:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mann sagt..

    Ja immer jedes Tier ist für irgendwas gut auf der Erde... Aber bei diesen Mistviechern gibt es 0% gutes!!!

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  • Sibir am 10.03.2018 10:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fallen Zecken von Bäumen? Nein.

    Bäume sind zu hoch für Zecken - sie fallen und springen nicht von den Bäumen. Sie können nicht springen sowie von Bäumen herunterfallen. Sondern sie streifen sich ab, wenn man ihnen und ihrem Strauch oder ihrem Gras zu nahe kommt, dann krallen sie sich an einem fest. Zecken leben vor allem in Gräsern, Gebüschen und im Unterholz - max 70 cm Höhe.

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  • Limu am 10.03.2018 09:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja Himmel

    "Schützen kann man sich gegen einen Zeckenstich durch Impfung?" Das wüsst ich aber! Sind hier nur Laienschreiberlinge am Werk?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mario Steger am 11.03.2018 17:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zeckenbiss mit Folgen

    Ich war nach einem Zeckenbiss in die rechte Kniekehle zwei Wochen an Krücken und 10 Jahre später litt ich für vier Monate an schweren Gelenksentzündungen. Alle zwei Tage war ein anderes Gelenk hoch geschwollen. Bei den Kniegelenken musste ich sogar die Flüssigkeit absaugenlassen im Spital. Heute habe ich Probleme mit den Gelenken und kann gewisse Bewegungen nur mit Einschränkungen machen. Alle Spezialisten sagen, dass das Nachfolgen des Bisses sind und immer wieder kommen können. Bin aber seit 11 Jahren ohne Rückfall.

  • Die Wanderer am 11.03.2018 13:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Guter Schutz

    Wenn wir durch Gestrüpp wandern, ziehen wir Eltern und die Kinder automatisch alle die Pelerinen an. Das schützt uns gut gegen Zecken und ist von der Wärme her angenehmer als der Regenanzug.

  • naturfreundin am 11.03.2018 11:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    an die Gemeinden

    Wegränder zurück schneiden ist das sicherste gegen Zecken

  • gfh am 11.03.2018 10:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gelähmt wegen Zeckenbisses

    ich kenne jemanden der wegen eines Zeckenbisses total gelähmz ist. Die bekam eine schwere Hirnhautentzündung und ist seit den total gelähmt.

  • Josef Furrer am 11.03.2018 07:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frühlingswetter

    Ich trage am Bein das Scaliborband und mein Hund trägt es am Hals.Seither haben wir nie mehr eine Zecke gehabt. Mein Hausbesitzer ist letztes Jahr fast gestorben und musste alles wieder lernen.Was so ein kleines Viech anrichten kann.

    • w8 am 11.03.2018 10:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Josef Furrer

      schön das es ihnen hilft, hoffe ihnen ist auch klar das es ein Nervengift ab gibt. Ob das bei einem Hund nun besser ist als eine Zeckestich ist fraglich. Mein Hund hat immer wieder Zecken das verträgt er auch ohne Probleme das Risiko das der Hund erkrankt wird künstlich hochgehalten. Und ich als Mensch hatte jetzt noch nie eine.

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