Schneechaos im Wallis

09. Januar 2018 07:48; Akt: 09.01.2018 15:30 Print

«Die Stimmung im Dorf ist entspannt»

Seit dem späteren Montagnachmittag ist Zermatt nicht mehr erreichbar. Einheimische und Touristen vor Ort berichten.

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Heftige Schneefälle sorgten dafür, dass der Walliser Ferienort Zermatt von der Aussenwelt abgeschnitten ist. Seit Montag sind Strassen sowie Bahnlinien gesperrt.

«Ich bin selbstständig und wollte eigentlich noch Arbeiten am Computer erledigen», erzählt ein Einheimischer. Damit werde wohl vorerst nichts. «Die Strassen sind fast leer, die Leute bleiben zuhause.» Das werde wohl für viele ein gemütlicher Tag werden.

Auch alle Schulen bleiben im Dorf heute zu, wie Gemeindepräsidentin Romy Biner-Hauser 20 Minuten bestätigt: «Viele Lehrpersonen wohnen ausserhalb und können deshalb heute nicht zur Arbeit erscheinen.» Evakuieren musste man bisher noch niemand, zwei Quartiere wurden aber gesperrt. Dessen Bewohner müssten achtsam sein.

Gemeinde informiert via SMS und Telefon

Auch an Skifahren oder Wandern ist heute nicht zu denken. «Das gesamte Ski- und Wandergebiet bleibt heute geschlossen», sagt Biner-Hauser. Die Einheimischen, vor allem jene der älteren Generation, seien sich solche Situationen bereits gewöhnt und würden es gelassen nehmen.

«Für Junge ist das neu und die Touristen möchten ins Skigebiet.» Dennoch erlebe sie die Stimmung gut. Die Gemeine habe für solche Fälle einen SMS-Dienst eingerichtet und informiere auch per Telefonlawine. «Auch im Dorf sind Gemeindearbeiter für Fragen präsent.»

Leute sollen in Häusern bleiben

Markus Heckendorn ist Skilehrer und kommt schon seit mehreren Jahren nach Zermatt. «Solche Schneemassen habe ich aber noch nie gesehen», sagt er zu 20 Minuten. Noch am Montag sei er auf der Piste unterwegs gewesen. Arbeiten könne er heute aber natürlich nicht mehr.

«Die Gemeinde wies die Bevölkerung an, wenn möglich in den Häusern zu bleiben, damit die Räumungsfahrzeuge mehr Platz haben.» Gefahr bestehe jedoch nicht und die Stimmung im Dorf sei entspannt.

Genügend Schnee für gute Pisten

Das erlebt auch Pierre Pannatier vom Hotel Alpenblick so. «Es ist zwar schade, können unsere Gäste heute nicht auf die Piste. Sie erfreuen sich aber trotzdem ob der weissen Pracht», sagt der Hotelier. Einige Touristen hätten sogar beim Schneeschaufeln geholfen und machten Schneeballschlachten.

Sonst klage man immer über zu wenig Schnee. Nun hätte es bestimmt genug, damit optimale Pistenverhältnisse für die nächsten Wochen herrschten.

Mitarbeiter nach Hause geschickt

«Die Zermatter werden auch heute unser Brot essen können», sagt Reto Biner, Eigentümer der Bäckerei Biner in Zermatt. Zwar sei der Strom ausgefallen, die heutige Produktion sei jedoch schon um halb sieben fertig gewesen. «Einzig die Vorbereitungen für morgen haben sich verzögert.»

Biner habe seine Mitarbeiterin nach dem Stromausfall nach Hause geschickt. Jetzt, da dieser jedoch wieder läuft, herrscht wieder emsiges Treiben in der Bäckerei. Das war bis jetzt ein strenger Winter, sagt Biner. «Der Schnee der letzten zwei Jahre fiel in den letzten paar Wochen.»

(duf/dk)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Karin am 08.01.2018 14:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es ist Winter...

    Ich weiss beim besten Willen nicht, wieso dies nun schon wieder ein Artikel wert ist. Hallo Leute, falls es ihr es noch nicht bemerkt habt: Es ist Winter, und es hat endlich mal wieder genügend Schnee. Es liegt weder an Burglind noch an sonst etwas. Diese Bergregionen liegen in Seitentälern mit entsprechenden Bergstrassen. Es ist ganz normal, dass in schneereichen Wintern diese Strassen sicherheitshalber gesperrt werden...

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  • Ein Leser am 08.01.2018 15:10 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin somit zufrieden

    Aber sind wir doch mal ehrlich, ist doch auch richtig so in den Bergen haufenweise Schnee und im Flachland nichts. In den Bergen ist man auf Schnee vorbereitet im Flachland kostet Schnee nur eine menge Geld und produziert viel Aufwand. Und in Saas Fee und Zermatt sind die Wetterbedingungen nichts neues.

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  • FcSion am 08.01.2018 14:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viel Schnee

    Schon krass, wie das Wetter einzelne Dörfer schon wieder komplett abschneiden kann. Auf der anderen Seite hat dieser Sturm aber auch seine positiven Seiten.. Im Vergleich zu heute vor einem Jahr liegt so unnormal viel mehr Schnee, für die Skigebiete (Wenn die Lawinengefahr dann niedriger ist) ist das super. Letztes Jahr lag so gut wie gar kein Schnee, jetzt hat es an gewissen Orten (Höhere Lagen des Lötschental z.B.) mehr als 3 Meter und da kommt ja noch mehr, also bis Ostern sind die Skigebiete so zusagen schon mit dem Schnee abgesichert.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ja am 21.01.2018 11:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na

    Zugeschneites Wallis und dabei geht es ausschliesslich um Zermatt!

  • Anonym am 12.01.2018 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Furrer + Frey AG

    Danke an die Fahrleitungsbauer Furrer + Frey AG Bern

  • Ingenieur,12,01,2018 am 12.01.2018 09:02 Report Diesen Beitrag melden

    U-Bahn Täsch Zermatt,

    eine U-Bahn von Täsch nach Zermatt, Zack,zack, in Zermatt gibt es genug Geld für so was,

  • Schnee Massen am 12.01.2018 08:17 Report Diesen Beitrag melden

    Bergbauern

    Wirklich interessant in Zusammenhang mit den Schneemassen wäre die Berichterstattung über eine abgeschiedene Bergbauernfamilie. Was interessiert mich ein Wintersportort im oberen Preissegment, der über beste Gerätschaften und Infrastruktur verfügt.

  • Rolf am 12.01.2018 06:55 Report Diesen Beitrag melden

    Ich weiß von was ich rede

    Also ich habe eine Modelleisenbahn und ich weiß wie es ist wann es schwierig ist für den Zug. Ich nehme einen Pinsel zum die Gleise zu reinigen und das klappt wunderbar. Also macht es auch so und es wird klappen.