Schweizer Fernbus

20. Februar 2018 05:45; Akt: 20.02.2018 17:08 Print

«Wir sind effizienter als SBB und Postauto»

Der Bus-Anbieter Domo Swiss Express wird ab dem 25. März sein Fernbus-Netz in Betrieb nehmen. Der CEO der Firma beantwortet die wichtigsten Fragen.

Patrick Angehrn, CEO von Domo Swiss Express, im Gespräch. (Video: dk/20M)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Busbetreiber Domo Reisen aus Glattbrugg ZH hat vom Bundesamt für Verkehr (BAV) heute die Konzession für drei nationale Fernbus-Linien erhalten. Ab dem 25. März nimmt das Unternehmen den Busbetrieb auf. Wir haben mit Patrick Angehrn, dem CEO von Domo Swiss Express, gesprochen und ihm die wichtigsten Fragen gestellt:

Umfrage
Werden Sie die Schweizer Fernbusse benutzen?

Zwischen welchen Städten fahren die Busse?
Busverbindungen wird es zwischen St. Gallen–Zürich–Genf, Basel–Lugano, Basel–Zürich und Chur– Zürich–Sitten geben. Die Ticketpreise sind etwa halb so teuer wie die Preise der SBB. Die Strecke Zürich–Bern kostet also 11.50 Franken mit dem Halbtax, Zürich–Basel kostet 8.80 Franken mit dem Halbtax-Abo. Ab März fahren wir einmmal pro Tag, ab Juni dann zweimal täglich.

Können Sie diese Strecken mit diesen Preisen wirtschaftlich betreiben?
Wir haben das kalkuliert, dass wir die Strecken bei einer Auslastung von 50% rentabel betreiben können. Wir sind halt effizienter als Postauto oder SBB.

Geht das nicht zulasten der Angestellten? Wie viel Geld bezahlen Sie Ihren Bus-Chauffeuren?
In der Schweiz sind die Löhne der Chauffeure im öffentlichen Verkehr durch das Bundesamt für Verkehr vorgegeben. An diese werden wir uns selbstverständlich halten, sie betragen ungefähr 4000 Franken netto im Monat. Erfahrene Chauffeure verdienen netto ab 4300 Franken. Wir zahlen also die gleichen Löhne wie andere Unternehmen im öffentlichen Verkehr.

Können Sie sich erklären, wieso gerade Sie den Zuschlag erhalten haben und nicht etwa Flixbus?
Wir waren die Ersten, die ein Konzessionsgesuch eingereicht haben. Zusammen mit dem BAV und anderen Behörden haben wir Pionierarbeit geleistet. Unsere Busse sind auch für Rollstuhlfahrer zugänglich. Bei uns gibt es sogar ein Rollstuhl-WC im Car. Ausserdem sind wir ins Tarifsystem eingebunden. Halbtax-Abos und GAs sind also auch bei uns gültig.

An wen richtet sich Ihr Angebot?
An Leute, die bereit sind, für einen günstigeren Preis eine längere Fahrtzeit in Kauf zu nehmen. Das sind primär Studenten, junge Leute, Familien und Senioren.

Bei Testfahrten kam es teilweise zu erheblichen Verspätungen. Wie will man das zukünftig angehen?
Das ist bei jedem Fernbus ein Problem. Stau ist eine Problematik. Aber mit der Zeit sieht man, wo und wann es zu erhöhter Staubildung kommt, und kann dann den Fahrplan anpassen. Darum sagen wir aber auch: Der Bus ist ein ergänzendes Verkehrsmittel. Der Bus ist entsprechend unpünktlicher als die Bahn. Wenn ich also ein Vorstellungsgespräch in Bern habe, sollte ich nicht mit dem Bus nach Bern reisen, sondern mit dem Zug.

Wo kann man die Tickets beziehen?
Momentan über den Internet. Eine Reservation ist Pflicht, da die Kapazitäten beschränkt sind und wir niemanden im Regen stehen lassen wollen.*

Werden in Zukunft auch andere Städte ans Netz angeschlossen?
Das wird dann evaluiert. Wenn es aber Städte gibt, die ans Fernbus-Netz angeschlossen werden wollen, sollen sich die bei uns melden, und dann berücksichtigen wir sie bei der Planung.

*Update, 20.2.2018, 17:00: In einer ersten Version des Interviews ging Patrick Angehrn noch davon aus, dass Tickets für das Fernbus-Netz schon bald auch am SBB-Automaten und am Bahnschalter erhältlich sein würden. Gemäss Informationen von ch-direct (Direkter Verkehr Schweiz) gibts die Tickets nun aber voraussichtlich erst ab 9. Dezember 2018 am SBB-Automaten und Bahnschalter.

(dk)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus am 20.02.2018 06:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts verstanden

    Natürlich ist Domo effizienter als die SBB. Sie bieten ja auch keine Linie um 23 Uhr ins Glarnerland an. Solche Aussagen sind reine Polemik.

    einklappen einklappen
  • Women's Feet lover am 20.02.2018 06:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mal sehen

    ganz schön grosse Töne,ich bin gespannt wie lange es geht,bis die Preise erstmals angehoben werden.....

    einklappen einklappen
  • Mirko Timm am 20.02.2018 06:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    naja

    4000 Franken ja kannst denken. selbst netto ist das normal einiges mehr. und klar kann man effizienter und günstiger sein wenn man nur hauptstrecken bedient und nicht noch nebenstrecken und zubringerstrecken betreiben muss. mich bekommen keine 10 Pferde in so eine sardienenbüchse. voll kein Platz zum sitzen und dann noch so lange unterwegs.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Toni Heer am 21.02.2018 11:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Konkurrenz?

    Ähm, mit Domo-Reisen beteiligt sich ein weiteres Transportunternehmen am GA-Verteilkuchen. Das Angebot und somit die Leistungserbringung der Transportunternehmen steigt. Das GA würde ja so in Zukunft eher teurer werden, nicht? Die Züge, Stadtbusse, Trams, Fernbusse und Schiffe verkehren ja sowieso ob halbleer oder proppenvoll..hmm.

  • Jürg Gass am 21.02.2018 10:36 Report Diesen Beitrag melden

    Äpel und Birnen

    Viele Antworten vergleichen Äpfel mit Birnen. Klar sind es nur Hauptverbindungen. Der Komfort ist sicher auch nicht gleich. Ein Ticket nodtet 1/4...nucht Jeder hat ein Halbtax. Wir können Easy Jet auch nicht mit Swissair vergleichen. Es ist ja Jedem frei gestellt mit was er reisen möchte. Zu hoffen ist nur dass auch die Sicherheit nicht darunter leidet....aber das hinterfragen auch die Wenigsten bei Billigfliegern

  • Urs Schwyzer am 21.02.2018 02:46 Report Diesen Beitrag melden

    Planlos...

    Also ich habe mir mal den Fahrplan angeschaut: einmal am Tag zu nachtschlafender Zeit von St. Gallen via Zürich nach Basel, anschliessend nach Lugano 'ne Pizza auf der Piazza essen und bis Mitternacht zurück... soviel Stress für wenig Geld :-)

  • Ursus am 21.02.2018 00:32 Report Diesen Beitrag melden

    GA judihui

    Ich werde das mit meinem GA gerne mal testen und mithelfen, die Effizienz zu erhalten.

    • Urs Schwyzer am 21.02.2018 03:34 Report Diesen Beitrag melden

      Gemeinde - Tageskarte

      Hm, da kann man sich auch einen super Domo- Bus - Rundreise mit Gemeinde - Tageskarte zusammenstellen, noch dazu ohne Heiz- und Rheumadecken :-)

    • Urs Schwyzer am 21.02.2018 03:40 Report Diesen Beitrag melden

      Z-Pass

      Ist eigentlich der A-Welle Z-Pass zwischen Zürich HB und Baden auch gültig? Oder das ZVV Abo zwischen Zürich und Horgen? ;-)

    einklappen einklappen
  • Rechner am 20.02.2018 23:09 Report Diesen Beitrag melden

    Grösse

    Erst wenn Domo es schafft gleichviel zu transportieren wie die SBB, können wir mal einen Vergleich wagen, wer effizienter ist. Domo mit den tausend Bussen wird nicht sein..