Geldspielgesetz

23. Mai 2018 19:39; Akt: 23.05.2018 19:39 Print

Dänemark profitiert von fremden Online-Casinos

von B. Zanni - In Dänemark dürfen auch ausländische Casinos Spiele anbieten. Man wolle die Spieler nicht bestrafen, so die Direktorin der Gambling-Behörde.

Birgitte Sand, Direktorin der Gambling Authority in Dänemark, berichtet von den Erfahrungen in Dänemark seit der Einführung des neuen Geldspielgesetzes. Bei GLP-Nationalrat Beat Flach findet das Modell grossen Anklang. (Video: B. Zanni)
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Für ausländische Online-Casinos könnte die Schweiz nach dem 10. Juni zur Sperrzone werden. Einheimische Casinos sollen Online-Spiele wie Poker oder Roulette anbieten dürfen, während Spiele ausländischer Anbieter gesperrt würden.

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Sollen auch ausländische Casinos Lizenzen in der Schweiz erwerben dürfen?

Andere Länder betreiben weniger Heimatschutz: In Dänemark, Spanien, Schweden und Grossbritannien können auch ausländische Anbieter eine Lizenz erwerben, sofern sie strenge Regeln einhalten. Auch in diesem System gibt es in einigen Ländern Netzsperren: In Dänemark etwa werden die unbewilligten Online-Spiele gesperrt. So erliess ein Gericht im Januar gegen 24 Websites Netzsperren.

An einer Veranstaltung von Swico, dem Wirtschaftsverband für die digitale Schweiz, berichtete unter anderem Birgitte Sand, Direktorin der dänischen Gambling Authority, von den Erfahrungen mit dem neuen Geldspielgesetz in Dänemark.

Frau Sand, 2012 führte Dänemark das neue Geldspielgesetz ein. Wie sieht die Situation in Ihrem Land genau aus?
Wir haben verschiedene Spielangebote liberalisiert. Bei den Lotterien bestehen nach wie vor Monopole. Die Sportwetten und Online-Casinos fallen jedoch nicht darunter. Sie wurden liberalisiert.

Um ihre Spiele auf dem dänischen Markt anbieten zu können, müssen ausländische Anbieter in Dänemark eine Lizenz erwerben. Ist das für die Anbieter ein attraktiver Weg?
Es hat sich gezeigt, dass die meisten Anbieter es vorziehen, auf dem Markt zu bleiben und eine Lizenz zu erwerben. Auf diese Weise werden sie zu legalen Anbietern, die Dänemark Steuern bezahlen und den Spielern ein sicheres und reguliertes Umfeld ermöglichen. Dank der Lizenzen nimmt Dänemark über 20 Prozent mehr Steuern ein.

Wie kommen die ausländischen Anbieter zu einer solchen Lizenz?
Die Unternehmen müssen beweisen, dass sie wirtschaftlich gesund sind. Dazu gehört auch ein einwandfreies Strafregister des Managements. Wir checken die Anbieter gründlich durch. Auch sammeln wir Daten, die zeigen, was sie den Dänen verkaufen. Wir wissen also sehr gut, was läuft.

Die Befürworter des Schweizer Geldspielgesetzes sehen in den Zugangssperren für Anbieter von Online-Spielen, die in der Schweiz nicht bewilligt sind, auch einen Schutz für Spielsüchtige. Welche Erfahrungen haben Sie mit Spielsüchtigen gemacht?
Zwei Studien der letzten zehn Jahre zeigen keinen signifikanten Anstieg von Spielsüchtigen. Festgestellt wurde, dass weniger Leute spielen und diejenigen, die spielen, dies öfter tun. Weniger Spielsüchtige sind immer besser. Jede spielsüchtige Person ist eine zu viel.

Das Schweizer Geldspielgesetz würde den Schweizer Markt durch Netzsperren komplett abschotten. Inwiefern profitiert Dänemark davon, dass auch ausländische Casinos mitmischen?
Dank den Lizenzen spielen die Dänen in einem sicheren Umfeld. Vorher waren unseriöse Anbieter die Alternative. Die Lizenzen sind wirklich eine gute Sache. Zuvor hatten wir einen grossen Graumarkt, der viele Spieler anzog.

Was halten Sie von Netzsperren?
Netzsperren passen nicht in eine Demokratie. Wir wollen in Dänemark die Spieler nicht bestrafen, sondern sie vor illegalen Spielen schützen. Die meisten Menschen in Europa wollen legale Produkte kaufen.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • schweizer Q am 23.05.2018 19:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genau so!

    Nicht einfach verbieten und sperren, sondern es Dänemark gleich machen! Und nicht zu überrissene Steuern, dass keiner eine Lizenz will! Die Schweizer kommen nicht so schnell auf ein Pokerstars-Level und nur Schweiz macht kleine Pots, da wenig Spieler! Mit Steuern nimmt die Schweiz schlussendlich mehr ein als mit dem sinnlosen Gesetz, garantiert!

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  • Börni von Allmen am 23.05.2018 19:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sich am Kopf kratz

    Das Einzige, was ich bei dieser Abstimmung höre, ist, dass man sonst Spielsüchtige nicht vom Spielen abhalten kann. Was ich aber nirgends lese ist, wieviele Spielsüchtige es in der Schweiz wirklich gibt! Und zum zweiten, der Herr CVP ist auch noch gerade Oberster Casino? Na wie geht das denn mit Christlich? Ich werde die Änderung ablehnen. Ich denke da sollten unsere Leute in Bern nochmal massiv über die Bücher.

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  • Cavi33 am 23.05.2018 20:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unfähige Regierung

    Sehe einer Bevormundung mit gemischten Gefühl entgegen. Wenn Dänemark das regeln kann sollte das auch bei uns möglich sein. Mit der Lizenz sind ja auch Abgaben im Land verbunden somit müssen die Wähler nicht wegen 250 Miliönli in Angst und Schrecken versetzt werden nur damit das Stimmresultat richtig ausfällt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Paul am 24.05.2018 14:38 Report Diesen Beitrag melden

    Die alten sollen schweigen

    Die ältere Generation weiss überhaupt nicht, worum es hier geht. Wir sollen Internetzensur betreiben, damit die Schweizer zu nationalen Anbietern gedrängt werden, wo dann auch der Bund mitabsahnen kann. Internetzensur hat in einer freien Gesellschaft nichts verloren.

  • Christ am 24.05.2018 13:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heuchlerisch

    Dänemark hat bis jetzt über 100 online Casinos gesperrt und Konzession haben nur einige wenige bekommen! Fazit; fast kein Unterschied zu unserem Gesetz.

    • Christ am 24.05.2018 23:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Christ

      Daumen nach unten oder Damen hoch, dass ist keine Frage ob es jemanden passt oder nicht, dass sind Fakten und keine Geschichte. Alle denen es nicht passt können es im Internet nachschlagen und überprüfen!

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  • Simon am 24.05.2018 13:51 Report Diesen Beitrag melden

    Klares Nein

    Ich bin für absolute Netzfreiheit und deswegen gibt es für mich gar keine andere Wahl als ein Nein.

  • Warum einfach am 24.05.2018 13:08 Report Diesen Beitrag melden

    ICasinos generell aussperren

    Die Dänen müssen das Internet permanent überwachen. So erliess ein Gericht im Januar gegen 24 Websites Netzsperren.

  • BIP Vergleich am 24.05.2018 13:00 Report Diesen Beitrag melden

    Die Schweiz hat im Vergleich zu Dänemark

    ein um ca. 50% höheres BIP !!! Ja, warum sollen wir uns mit Dänemark vergleichen lassen? Wer macht's wohl eher richtig?? Genau...