Gesundheits-Trend

02. März 2017 10:30; Akt: 02.03.2017 10:30 Print

«Rauchen ist abstossend»

von A. Schawalder - Viele Jugendliche in der Schweiz können mit Rauchen und Kiffen nichts anfangen. 20 Minuten hat mit einigen von ihnen gesprochen.

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Die Mehrheit der Jugendlichen finden weder Rauchen noch Kiffen cool, wie eine gross angelegte Umfrage von 20 Minuten zeigt. Der Konsumpsychologe Christian Fichter führt das auch auf gesellschaftliche Trends zurück: «Wer cool sein will, ernährt sich heutzutage gesund, treibt Sport und konsumiert keine Suchtmittel.»

Welchen Ruf Rauchen mittlerweile hat, machte auch eine Aussage von Heidi Klum klar: In ihrer Sendung kritisierte die Model-Mama eine Kandidatin öffentlich für ihren Tabakkonsum: «Rauchen ist gar nicht gut für deine Haut. Das fällt bei dir schon sehr stark auf.»

Wir haben unsere Leser gefragt, weshalb sie die Hände von Zigaretten und Joints lassen.

Silvan B., Lehre, 18: «Kiffen machte meine Kollegen faul»

Früher, als ich so 14 war, habe ich regelmässig gekifft. Das ging mir jedoch auf die Psyche. Ich habe dann stark reduziert. Heute kiffe ich gar nicht mehr. Einige meiner Freunde sind mit der Zeit durchs Kiffen faul geworden. Einige können sich gar nicht mehr entspannen ohne Cannabis. Ihre Versuche, damit aufzuhören, scheitern meistens. Wenn sie aufhören wollen, sind sie oft aggressiv und haben auch kleine psychische Probleme.

Carmen Buchli, Koch-Lehrling, 19: «Meine Pickel sind verschwunden»

Als ich 15 war, habe ich alles gemacht: Getrunken, geraucht und gekifft. Ich habe viel Party gemacht, die Arbeit war mir nicht wichtig. Ich habe darum auch meine Kochlehre abgebrochen. Meine Eltern waren darüber natürlich nicht happy. Irgendwann habe ich gemerkt, dass sich irgendetwas ändern musste.

Heute habe ich mit allem aufgehört und bin im zweiten Lehrjahr als Köchin. Am Anfang hatte ich noch geraucht, aber irgendwie war mir oft schlecht und ich konnte deshalb nicht arbeiten. Irgendwann habe ich damit aufgehört. Seither fühle ich mich viel besser. Kiffen hasse ich regelrecht, vom Geruch wird mir schlecht. Mein Freund hat für mich auch damit aufgehört.

Seit ich mit allem aufgehört habe, gehts mir besser denn je. Ich habe einen klaren Kopf, gute Noten und keine körperlichen Beschwerden mehr. Ohne Rauchen ist mir nicht mehr schlecht und auch meine Pickel sind verschwunden. Als ich kiffte, hatte ich einfach immer diese Nullbock-Stimmung. Auch das ist vorbei. Ich denke nicht, dass ich irgendetwas davon je wieder machen werde.

David Roth, Elektroniker-Lehre, 16: «Mir wird schon als Passivraucher schlecht»

Ich rauche und trinke nicht, da ich schlechte Erfahrungen damit gemacht habe. Vom Rauchen wirds mir schlecht, auch als Passivraucher. Es ist abstossend. Mich nervt auch die Verschmutzung, überall liegen Zigarettenstummel herum. Ich habe einmal einen Zug von einer Zigarette genommen, das war gar nichts für mich. Ich werde nie mehr rauchen. Grund ist auch mein Asthma, meine Lunge ist bereits jetzt nicht super. Rauchen würde das nur schlimmer machen. Drogen werde ich nicht nehmen. Grundsätzlich ist das aber das Problem jedes Einzelnen, solange ich nicht davon betroffen bin.

Irsen Rebronja, Teamleiter Anlagenführer, 22: «Lieber Kleider kaufen»

Ich war Spitzensportler, ein Fussball-Goalie. Deshalb waren Rauchen und Alkohol für mich kein Thema. Das spürt man schnell bei den Leistungen. Auch heute trinke ich keinen Alkohol. Geraucht habe ich nur einige Züge zum Ausprobieren. Das war aber nichts für mich. Meine Kollegen finden das auch voll in Ordnung und denken ähnlich wie ich. Rauchen ist auch extrem teuer. Für das Geld kann ich mir dafür auch mal teure Kleider kaufen oder auswärts essen gehen.