Fahrplan 2018

19. Mai 2017 09:44; Akt: 19.05.2017 14:38 Print

«Schnelle, direkte Züge fallen aus»

Der Fahrplanwechsel bringt einen Ausbau in der Romandie und Bauarbeiten. Welche Strecken betroffen sind.

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Nach grossen Veränderungen mit der Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels 2016 fällt der Fahrplanwechsel Ende 2017 bescheidener aus. Die SBB-Kundschaft kann sich auf einen Angebotsausbau in der Romandie freuen. Gleichzeitig wird auch mehr gebaut.

Mit den geplanten Unterhalts- und Baumassnahmen will die SBB vor allem die Zuverlässigkeit des Schienennetzes erhöhen, wie Philippe Gauderon, Leiter Infrastruktur, am Freitag vor den Medien in Bern sagte. Von 2017 bis 2020 werden dafür pro Jahr 3,2 Milliarden Franken investiert. Um effizienter zu bauen, setzt die Bahn vermehrt auf längere Bauintervalle.

Bauarbeiten in Ferienzeit

Im Extremfall führt dies zu einer Totalsperrung, wie im Sommer 2018 auf der Strecke Lausanne-Puidoux auf der Achse Bern-Lausanne-Genf. «Wir sind uns bewusst, dass dies eine sensible Strecke ist», sagte Gauderon. Durch die Totalsperrung reduziert sich aber die Bauzeit von acht Monaten auf rund sieben Wochen. Die Kosten sinken von 46 auf 27 Millionen Franken. Weil weniger nachts gearbeitet wird, können auch die Anwohner ruhiger schlafen.

Die Bauarbeiten wurden auf die Ferienzeit gelegt, weil dann weniger Schüler und generell weniger Reisende unterwegs sind. Passagiere im Fernverkehr weichen über die Jura-Südfuss-Linie aus, Reisende von Bern oder Freiburg nach Lausanne fahren über Vevey, wie Gauderon sagte. Die Fahrzeit verlängert sich um 15 bis 30 Minuten. Sämtliche Änderungen und Ersatzkonzepte sind in den gedruckten und den elektronischen Fahrplänen ersichtlich.

Weniger Direktzüge am Abend

Gebaut wird 2018 unter anderem auch zwischen Gelterkinden und Tecknau im Baselbiet, im Wylerfeld in Bern sowie in Bassersdorf und zwischen Effretikon und Kempthal im Raum Zürich. Um den Betrieb tagsüber möglichst wenig zu stören, verlängert die SBB die Zeitfenster für nächtliche Arbeiten. Deshalb wird von Sonntag bis Donnerstag das Angebot im Viereck Luzern-Olten-Basel-Zürich in den Abendstunden ab 22 Uhr reduziert.

«Schnelle, direkte Züge fallen aus, dafür gibt es zwei langsamere Direktverbindungen oder eine schnelle Verbindung mit Umsteigen», erläuterte Olivier Knuchel, Leiter Angebotsplanung National, am Beispiel des gestrichenen Intercity Basel-Zürich. Der Halbstundentakt zwischen den grossen Zentren bleibt erhalten.

Mehr Sitzplätze in der Romandie

Vom Fahrplanwechsel am 10. Dezember dieses Jahres profitiert vor allem die Westschweiz. Die SBB bietet auf ihrem Streckennetz in der Romandie mehr Sitzplätze und Direktverbindungen an. So hält der Interregio auf der Strecke Genf Flughafen-Bern-Luzern wieder in Palézieux und Romont und zusätzlich in Nyon und Morges. Die Interregio-Züge Genf Flughafen-Lausanne-Brig verkehren neu stündlich ohne Halt zwischen Genf und Lausanne. Damit verkürzt sich die Reisezeit zwischen dem Wallis und Genf um 11 Minuten.

Nach der Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels wird der internationale Personenverkehr auf der Nord-Süd-Achse wiederum ausgebaut. Neu wird eine tägliche Verbindung zwischen Zürich und Venedig eingeführt. Zudem verkehrt pro Tag ein Zugspaar direkt von Frankfurt nach Mailand – einmal über Zürich durch den Gotthard und einmal über Bern durch den Lötschberg-Basistunnel.

Stundentakt auf Linie Zürich-Stuttgart

Neu verkehrt zudem ab Basel-Luzern ein Frühzug durch den Gotthard-Basistunnel nach Lugano. Auf der Linie Zürich-Stuttgart gibt es einen Stundentakt, davon alle zwei Stunden mit einer Direktverbindung.

Mit der Pünktlichkeit zeigten sich die SBB-Verantwortlichen erneut zufrieden. 2016 näherte man sich mit einer Pünktlichkeit von 88,8 Prozent dem selbst gesteckten Ziel von 89 Prozent an. Bis Mitte Mai 2017 verzeichnete die SBB gar eine Pünktlichkeit von 89,7 Prozent.

Der Fahrplanentwurf ist ab dem 29. Mai auf der Seite www.fahrplanentwurf.ch online. Fahrplanbegehren und Unstimmigkeiten in den Fahrplanentwürfen können bis am 18. Juni gemeldet werden.

(woz/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Max König am 19.05.2017 09:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmm...

    Es lohnt sich allemal, diese Arbeiten bei ruhendem bzw. unterbrochenem Bahnverkehr durchzuführen. Machen muss man es sowieso und dass man das zulange hinausgezögert hat ist bekannt. Trotzdem jetzt besser schneller als schleppend.

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  • SBB - A ngest. am 19.05.2017 09:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts Neues

    Früher hatte es dchon Direktverb. Zürich - Venedig gegeben! Auch Frankfurt - Mailand! In den 60 / 70 jahren gabs noch sehr viele Direktverbindungen! Stuttgart - Genua / Ventimigli Bremen - Mailand Copenhagen - Zürich - Chur usw.

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  • Ch. Mensch am 19.05.2017 10:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Von Zürich direkt in die Gondeln von Venedig.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Abcdef am 19.05.2017 17:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo bleibt die Zentralschweiz

    Schön wie wieder einmal die Zentralschweiz aussen vor gelassen wird...

  • Major Grubert am 19.05.2017 16:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön es aus der zeitung zu erfahren,

    Dass direkt vor meiner wohnung gebaut werden wird. Liebe sbb nehmt euch mal ein beispiel an der sob. Die informieren einem jedesmal wenn auf der strecke gebaut wird

    • Innerschweizer am 19.05.2017 17:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Major Grubert

      Ich wohne nicht unmittelbar neben der Strecke sondern ein Stück entfernt, trotzdem werde ich immer von der SBB informiert wenn gebaut wird. Zwar nicht ein Jahr vorher, das ist aber auch nicht nötig.

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  • jonny am 19.05.2017 15:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Parlament hat versagt!

    Das der Nachholbedarf an der Bahninfrastruktur so gross ist, geht auf das "Konto Parlamentversagen" welche die nötigen finanziellen Mittel "nicht gesprochen haben"! Rote Karte für Politik und Bundesrat!

  • Vagin Analev am 19.05.2017 12:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ein zweites Gleis

    wäre im St. Galler Rheintal schon lange überfällig. Immer diese Verspätungen wegen abwarten von Gegenzügen. Aber die Investitionen in die Abzocker-Managerlöhne sind anscheinend wichtiger. Einfach nur traurig!

    • Peter P. am 19.05.2017 17:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Vagin Analev

      Die Lohnkosten (inklusive Boni) der Kader mache genau 0,4% der gesamten Lohnsumme der SBB aus :D Einer mehr, der von etwas redet, wovon er offensichtlich keine Ahnug hat, oder einfach zu faul war um zu recherchieren ;) Aber hauptsache das Mäulchen aufmachen, gell?

    • Nationless am 19.05.2017 18:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Vagin Analev

      Ein zusätzliches Gleis im Rheintal? Das können gerne die davon profitierenden Kantone mit den angeschlossenen wachstumstreibenden Gemeinden zu Vollkosten berappen. Ich sehe nicht ein wieso die SBB und der Bund Sonderwünsche von wachstumsgierigen Randregionen wie das Rheintal berappen müssen. Das ist auch raumplanerisch Unsinn. Inventionen in die Bahninfrastruktur sollen primär für eigentliche autonome S-Bahn, U-Bahnnetze für die drei grössten Ballungszentren sowie für die wichtigsten HGV Anschlüsse gesprochen werden.

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  • Feline X am 19.05.2017 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Projekte

    Klingt für mich alles sehr gut. Investitionen ist für ein Land wie die Schweiz unerlässlich.

    • Lösungsorientiert am 19.05.2017 12:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Feline X

      Aber Leute wie Sie tragen ja nichts dazu bei, dass diese Ausbauten auch finanziert werden können. Wie soll das also gehen?

    • brumbrum am 19.05.2017 13:20 Report Diesen Beitrag melden

      @lösungsorientiert

      Doch doch, sie macht sinnvolle provozierende Kommentare! Irgendwie muss man die Zeit ja auch totgeschlagen werden, Arbeit ist nicht für Jede/r

    • Feline X am 19.05.2017 14:28 Report Diesen Beitrag melden

      @Lösungsonrientiert

      Wieso soll ich dazu nichts beitragen? Wenn du älter wirst, merkst du, dass man Steuern zahlen muss,mit denen unter anderem die Infrastruktur ausgebaut und unterhaltet wird.

    • Ato am 19.05.2017 14:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lösungsorientiert

      Also ich trage extrem viel dazu bei, fahre nie bahn dafür fetten benzin schlitten sozusagen die SBB goldgrube

    • VIP Customer am 19.05.2017 15:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ato

      Stimmt schon bahn kunden kosten die bahn viel (defizitär), die besten bahn kunden sind in der tat automobilisten, das ist nun mal ein fakt egal wieviele den daumen nach unten halten. Der zweitbeste kunde der bahn ist die zweckgebundene mehrwertsteuer daher muss der einkaufstourismus der mwst unterworfen werden.

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