SRG-Umfrage

17. August 2012 16:51; Akt: 17.08.2012 17:20 Print

«Schutz vor Passiv-Rauchen» kommt gut an

Die Trendumfrage der SRG hat einen positiven Wert für die Volksinitiative «Schutz vor Passivrauchen» hervorgebracht. 59 Prozent der Bevölkerung sind dafür.

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Die Raucher-Frage bleibt in der Schweiz ein heisses Eisen. (Bild: Keystone)

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Die Kampagne zur Volksinitiative «Schutz vor Passivrauchen» ist offenbar gut angelaufen. Fünf Wochen vor der Abstimmung erhält die Vorlage gemäss einer ersten Umfrage die Zustimmung von 59 Prozent der Bevölkerung.

Umfrage
Sollte das Rauchverbot verschärft werden?
34 %
65 %
1 %
Insgesamt 2645 Teilnehmer

Gegen die Verschärfung des geltenden Rauchverbots spricht sich gegenwärtig nur eine Minderheit von 36 Prozent aus. Dies geht aus einer Umfrage der SRG hervor, die am Freitag publiziert wurde. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass der Ja-Stimmanteil bei Volksbegehren im Laufe einer Kampagne häufig schrumpft. Abgestimmt wird am 23. September.

Die Initiative der Lungenliga will ein schweizweites Rauchverbot, welches über das seit Mai 2010 geltende Bundesgesetz hinaus geht. Ausnahmeregelungen für kleine Gastrobetriebe würden bei einer Annahme wegfallen, und bediente Fumoirs wären nicht mehr zulässig.

Die Zustimmung ist in der französischsprachigen Schweiz mit 64 Prozent etwas höher als in der Deutschschweiz mit 59 Prozent. Mit Ausnahme des Kantons Jura decken sich die kantonalen Regelungen in der Westschweiz bereits heute mit den Hauptforderungen der Initianten.

Vereinheitlichung gefordert

Von den Anhängern der Grünen (75 Prozent) bis zu jenen der FDP (54 Prozent) findet die Initiative derzeit den Zuspruch der Wähler sämtlicher Parteien. Laut den Autoren spielt die Parteibindung in dieser Frage aber eine untergeordnete Rolle - wichtiger seien das Umfeld und die persönlichen Erfahrungen.

Angesichts der Forderung der Initiative ist es wenig erstaunlich, dass zwischen Rauchern und Nichtrauchern ein tiefer Graben verläuft. Erstere lehnen die Vorlage mit 74 Prozent ab. Die Nichtraucher, die in der Bevölkerung zahlenmässig klar stärker sind, sprechen sich dagegen mit 68 Prozent dafür aus.

Von den Argumenten der Verfechter eines strengeren Rauchverbots verfängt besonders jenes, das sich gegen den gegenwärtigen «Flickenteppich» aus unterschiedlichen kantonalen Bestimmungen richtet. 78 Prozent sprechen sich für eine einheitliche Lösung aus. Nur 38 Prozent teilen dagegen die Meinung, dass die Angestellten heute ungenügend vor dem Passivrauchen geschützt seien.

Jugendmusikförderung unbestritten

Auch das zweite Volksbegehren, über das am 23. September abgestimmt wird, findet derzeit eine Mehrheit. 55 Prozent würden der Initiative «Sicheres Wohnen im Alter» zustimmen. 25 Prozent wollen nicht, dass Hausbesitzer im Rentenalter von der Versteuerung des Eigenmietwerts befreit werden. Ein beträchtlicher Anteil von 20 Prozent zeigt sich in dieser Frage noch unentschlossen.

Im Tessin, wo der Altersdurchschnitt über dem nationalen Mittel liegt, fällt die Zustimmung für die Initiative des Hauseigentümerverbands mit 74 Prozent derzeit besonders deutlich aus. In der Deutschschweiz liegt der Ja-Anteil bei 55 Prozent, in der Romandie noch bei 52 Prozent.

Unbestritten scheint die Vorlage zur Förderung der musikalischen Bildung. Der Bundesbeschluss, der die Jugendmusikförderung in der Verfassung festschreiben und schweizweit harmonisieren will, findet derzeit die Zustimmung von 68 Prozent.

Der Gegenvorschlag zur zurückgezogenen Volksinitiative «jugend musik» wird von sämtlichen Sprach- und Altersgruppen klar unterstützt.

Geringe Zugkraft

Die zur Abstimmung kommenden Vorlagen scheinen kein grosses Mobilisierungspotenzial zu haben: Nur 38 Prozent gaben an, sicher an der Abstimmung teilnehmen zu wollen. Damit würde die Stimmbeteiligung ähnlich ausfallen wie bei der letzten Volksabstimmung im Juni.

Für die Umfrage im Auftrag der SRG befragte das Forschungsinstitut gfs.bern im August rund 1200 stimmberechtigte Personen. Die Fehlerquote beträgt plus/minus 2,9 Prozent.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Madame am 18.08.2012 17:41 Report Diesen Beitrag melden

    Lustig...

    Extrem interessant zu lesen, dass ausgerechnet Raucher Nicht-Raucher als intolerant, etc. bezeichnen. Die Raucher haben wahrscheinlich noch nie dran gedacht, dass Nicht-Raucher nicht mit einem Hass-Gen gegen Raucher auf die Welt gekommen sind. Die heutige Situation haben wir genau wegen der ständigen Intoleranz der Raucher, die denken, alle müssen so ticken (und den stinkingen Qualm ertragen) wie sie selber. Sonst gäbe es diese Diskussionen gar nicht. Aber eben - Sucht ist Sucht und da haben logische und realistische Argumente noch nie etwas genutzt.

  • Durchfall am 17.08.2012 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weiter so

    Gut so,!! rauchen.ist eh unnötig,entlich mal ein schritt in die richtige richtung!

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  • Susi am 17.08.2012 19:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rücksichtnahme 

    Die jetzige Situation das die Raucher nach draussen müssen, ist super. Der Nachteil: Sie stehen immer beim Eingang und verpesten da die Luft. Jeder MUSS da durch und trotzdem diesen Mist einatmen. Auch in Gartenbeizen kann man kaum mehr sitzen, da alles um einen rum qualmt. Keine Rücksicht auf andere, die gerade essen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jacky M. am 19.08.2012 19:26 Report Diesen Beitrag melden

    Die Umfrage von 20minuten

    zeigt ein etwas anderes Bild. Erstaunt mich allerdings nicht. Wie oft lagen die "Umfrage-Ergebnisse" der SRG schon daneben? Für mich ist das weniger eine "Umfrage" denn eine Gehirnwäsche. Sie hat aber noch nie funktioniert! Obwohl mein Leben lang Nichtraucherin (Asthma) finde ich diese immer häufigeren Versuche der Bürgerbevormundung langsam lästig!

  • BigBröser am 19.08.2012 17:56 Report Diesen Beitrag melden

    Verhältnismässigkeit

    Ich war mal auf der Körperwelten-Ausstellung. Da waren die Lungen eines Rauchers und die eines Mannes, der 30-40Jahre lang neben einer deutschen Autobahn gewohnt hat. Wessen Lunge schlimmer ausgesehen hat, würde so manchen hier erstaunen. Darum frage ich: Wo bleibt die Verhältnismässigkeit? Es gibt ja schon einen Nichtraucherschutz. In den meisten Bars, Beizen und Restaurants wird nicht mehr geraucht... Aber wenn man den Rauchern immer wieder auf die Füsse tritt, erstaunt es da jemanden, dass die mal genug haben? Dürfen die denn keinen Ort haben, wo sie hingehen können? Richtige Hetzjagd hier!

  • Samoht Reseom am 19.08.2012 13:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ha ha ha..

    ... Kommt dann einer zu mir nach Hause um zu kontrollieren dass ich in meinem Büro rauche? Und was dann? Werde ich gebüsst dass ich in meinem Haus, in meine Büro rauche? So eine unsinnige Vorlage...

  • Dany am 19.08.2012 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    ÜBERFLÜSSIGE ABSTIMMUNG

    Fumar - Schutz genügt vollkommen - man will mit der Abstimmung nur das Gegenteil erwirken - doch das CH-Volk lässt sich nicht irritieren - es Lebe das Rauchzeichen

  • Alex Schneider am 19.08.2012 10:20 Report Diesen Beitrag melden

    Rauchen: Nicht auf Kosten Betroffener!

    Warum soll das Raucherlaster auf Kosten der Gesundheit von Betroffenen (z. B. Bedienungspersonal von Fumoirs) gehen?