Q&A

22. Januar 2018 09:44; Akt: 22.01.2018 14:56 Print

«Die Männer jassen und erkunden die Höhle»

Acht Männer sitzen seit Sonntagmorgen im Hölloch fest. Was passiert alles in der Höhle? 20 Minuten liefert die wichtigsten Antworten.

20-Minuten-Reporterin Jacqueline Straub fasst die Ereignisse vor dem Hölloch zusammen. (jas)
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Seit dem frühen Sonntagmorgen sind wegen eines Wassereinbruchs acht Männer im Hölloch im Schwyzer Muotathal eingeschlossen. Alle befinden sich zurzeit im sicheren Biwak und sind unverletzt. Franz Auf der Maur von Speleo-Secours Schweiz beantwortet die wichtigsten Fragen:

Was ist seit Sonntagabend passiert?
Gemäss Auf der Maur sind am Sonntagabend vier Retter über einen zweiten Zugang zur Gruppe gelangt. Die Touristen würden nun seither betreut, auch psychologisch. «Sie haben jeden Einzelnen gesichtet und die Meldung rausgegeben, dass alle unverletzt sind. Es geht allen gut», so Auf der Maur. Nun hätten sie die Nacht bei den Männern verbracht und würden diese betreuen, bis man die Höhle verlassen könne.

Sind die Touristen gut versorgt im Biwak?
«Im Biwak ist genug Nahrung vorhanden und die Retter haben zusätzliche Lebensmittel dorthin gebracht», sagt Auf der Maur. Auch Schlafsäcke seien genügend da, sodass niemand bei den etwa 6 Grad frieren müsse. Das stockdunkle Biwak werde mit sogenannten Karbidlampen, die mit Calcium-Salz und Wasser funktionieren, beleuchtet. Somit seien LED-Lampen mit Akkus wohl kaum noch nötig.

Wie verrichten die Eingeschlossenen ihr Geschäft?
Laut Auf der Maur wurde beim Biwak eine Mulde ausgehoben. Darin würde die Gruppe nun ihre Notdurft verrichten. «Es funktioniert wie ein Plumpsklo. Somit gelangt nichts davon ins Grundwasser.»

Wie beschäftigen sich die Männer, bis sie die Höhle verlassen können?
Am Montagmorgen würden die Retter von Speleo-Secours Schweiz allen wohl erst mal Tee kochen und die Lage besprechen. «Sicherlich werden die Wetteraussichten diskutiert. Davon hängt schliesslich ab, zu welchem Zeitpunkt ein Verlassen der Höhle möglich ist», so Auf der Maur. Wann das ist, sei nach wie vor unklar. Bestimmt habe aber auch jemand Jasskarten dabei. Möglicherweise seien sogar weitere Expeditionen in der Höhle möglich. «Ansonsten wartet man einfach ab und unterhält sich. Angst muss ja niemand haben.»

Wie kommuniziert man nach aussen?
Die Kommunikation funktioniert über das Datenübertragungssystem Cave-Link, mit dem das Biwak ausgestattet ist. Dieses ermöglicht eine sichere Datenübertragung durch den Fels hindurch. «Telefonieren braucht sehr viel Energie, weshalb über Cave-Link meist durch Textnachrichten kommuniziert wird.» Man könne es sich wie eine SMS-Unterhaltung vorstellen.

Warum kann man die Höhle nicht durch den zweiten Weg verlassen?
Dieser ist nur für erfahrene Höhlenforscher zugänglich. «Es handelt sich um ein Schachtsystem, in dem man etwa 250 Höhenmeter zurücklegt. Man muss sich dafür abseilen», so Auf der Maur. Für Touristen wäre sowas zu gefährlich. Ein Arzt könnte man, wenn es nötig wäre, aber beispielsweise durch diesen Zugang ins Biwak transportieren.

(duf)