Champions League

28. Juni 2017 15:47; Akt: 28.06.2017 15:47 Print

«Sportfans, helft uns die Billag abzuschaffen»

von D. Pomper - Nachdem sich Teleclub die Rechte der Champions League gesichert hat, gerät die SRG unter Druck. Der Co-Präsident der No-Billag-Initiative reibt sich die Hände.

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Teleclub sichert sich die Rechte für die Champions und Europa League. Das bedeutet: In welchem Umfang die Spiele der Champions League für die Sasions 2018/2019 bis 2020/2021 auf SRF zu sehen sind, ist noch unklar. «Wir sagen den Sportfans: Helft uns dabei, die Billag-Zwangsgebühren abzuschaffen», sagt Oliver Kessler, Co-Präsident der No-Billag-Initiative, die die Abschaffung der Gebühren für Radio und Fernsehen zum Ziel hat. Jedes Jahr bezahlten die Bürger über 450 Franken. Dabei würden sie auf dem freien Medienmarkt wesentlich bessere Angebote zu günstigeren Preisen erhalten. SVP-Nationalrat Gregor Rutz findet: «Wenn ein Privater wie Teleclub neu die Champions League und Europa League überträgt und der TV-Zuschauer diese Leistung nicht mehr bei SRF erhält, dann ist es doch logisch, dass ich als Konsument weniger bezahlen muss und die Billag-Gebühren entsprechend gesenkt werden müssen.» Eine Abschaffung der Billag-Gebühren lehnt der Zürcher aber ab: «Die Bedürfnisse der werden in einem freien Markt gar nicht oder zu wenig berücksichtigt.» Ob die Gebühren gesenkt würden oder nicht, entscheide der Bundesrat und nicht die SRG, betont SRG-Sprecher Daniel Steiner. Inwiefern die eingesparten Kosten anders eingesetzt würden, bleibt offen. Steiner weist darauf hin, dass die SRG berichtet habe – «eine Vielfalt, die in Europa einzigartig ist». Die Rechtegebühren für die Champions League machen also «nur einen äusserst kleinen Anteil» des Gesamtbudgets der SRG von 1,6 Milliarden Franken und ihres Sportrechte-Budgets (51,2 Millionen) aus.

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Die News sorgte bei Sportbegeisterten gestern für ein kleines Erdbeben: Teleclub sichert sich die Rechte für die Champions und Europa League. Das bedeutet: In welchem Umfang die Spiele der Champions League für die Sasions 2018/2019 bis 2020/2021 auf SRF zu sehen sind, ist noch unklar. SRF-Sportchef Roland Mägerle betonte zwar, dass man die Champions und Europa League auch in Zukunft dem Publikum offerieren wolle. In welcher Häufigkeit das geschehen wird, wird sich allerdings noch zeigen.

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Der Entscheid befeuert die Diskussion um die Billag-Gebühren neu. «Fernsehgebühren für überbezahlte Fussballer, Funktionäre und Reporter zu missbrauchen, hat mich schon lange gestört. Service public war das schon lange nicht mehr», schreibt Leser François Lemaire. Andere Leser erwarten, dass die Billag-Gebühren nun gesenkt oder gar ganz abgeschafft werden: «Der einzige Grund, warum es sich lohnte, die Billag zu zahlen, war der Fussball. Schafft sie ab», schreibt ein 20-Minuten-Leser. «Damit ist das Ende der Billag-Gebühr gekommen», ergänzt ein anderer. Oder: «Die Gebühren müssen jetzt sinken oder ganz verschwinden.»

Bessere und günstigere Angebote auf dem freien Medienmarkt?

Das ist Musik in den Ohren von Oliver Kessler, Co-Präsident der No-Billag-Initiative, die die Abschaffung der Gebühren für Radio und Fernsehen zum Ziel hat. Voraussichtlich im Herbst 2018 wird die Initiative an die Urne kommen. «Wir sagen den Sportfans: Helft uns dabei, die Billag-Zwangsgebühren abzuschaffen.» Jedes Jahr bezahlten die Bürger über 450 Franken. Dabei würden sie auf dem freien Medienmarkt wesentlich bessere Angebote zu günstigeren Preisen erhalten.

Der Fall zeigt laut SVP-Nationalrat Gregor Rutz, wie wichtig es sei, endlich darüber zu diskutieren, welche Leistungen der Service public sicherstellen müsse und welche Leistungen die Privatwirtschaft übernehmen könne. Rutz: «Wenn ein Privater wie Teleclub neu die Champions League und Europa League überträgt und der TV-Zuschauer diese Leistung nicht mehr bei SRF erhält, dann ist es doch logisch, dass ich als Konsument weniger bezahlen muss und die Billag-Gebühren entsprechend gesenkt werden müssen.»

Was passiert mit den eingesparten Kosten?

Eine Abschaffung der Billag-Gebühren lehnt der Zürcher aber ab: «Die Bedürfnisse des sprachlichen Minderheiten in der Schweiz würden in einem freien Markt gar nicht oder zu wenig berücksichtigt.»

Ob die Gebühren gesenkt würden oder nicht, entscheide der Bundesrat und nicht die SRG, betont SRG-Sprecher Daniel Steiner. Inwiefern die eingesparten Kosten anders eingesetzt würden, bleibt offen. Steiner weist darauf hin, dass die SRG über rund 100 verschiedene Sportarten berichtet habe – «eine Vielfalt, die in Europa einzigartig ist». Die Rechtegebühren für die Champions League machen also «nur einen äusserst kleinen Anteil» des Gesamtbudgets der SRG von 1,6 Milliarden Franken und ihres Sportrechte-Budgets (51,2 Millionen) aus.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fabian am 28.06.2017 15:55 Report Diesen Beitrag melden

    Preise senken? Eher ganz abschaffen!

    Ich bezahle Billag obwohl ich weder Radio höre noch TV schaue. Dennoch soll ich für etwas bezahlen, dass ich nicht einmal in Anspruch nehme? NEIN DANKE! Billag / Die TV Gebühren gehören definitiv abgeschafft!!

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  • Rizik am 28.06.2017 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    Abschaffen

    Die Billag ist einfach nicht mehr zeitgemäss. Weg damit !

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  • Theorie & Praxis am 28.06.2017 15:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    NoBillag

    Ich hoffe bei den wahlen gibts gleich noch den gnadenstoss. Nun gibt es wirklich keine gründe mehr um 450.- für die SRG zu bezahlen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Benni am 29.06.2017 20:42 Report Diesen Beitrag melden

    Fertig lustig

    Wenn der Bundesrat die Gebühren nicht um die Hälfte senkt, dann stimme ich fürs Abschaffen.

  • Tom am 29.06.2017 12:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    On Demand

    Fernsehen müsste on Demand angeboten werden.Dann bezahlt man was man guckt. Und Billag braucht es dann sowieso nicht mehr.

  • Gebelesenes am 29.06.2017 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Meinung zur den 462.-

    Da wird abgezockt expandiert und verschwendet. Befürworter sind solche, die direkt oder indirekt daran verdienen oder ihre Politische Einstellung verbreiten wollen. Es würden vier Sender Radio/Fernsehen je Landessprache reichen. Für 0.- versteht sich.

  • egalwer am 29.06.2017 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    nichts anderes als raub

    die billag ist raub am volk - ich will nicht mehr zahlen, im gegenteil, ich will die beiträge zurück, die ich bislang bezahlen musste. ich schaue und höre keine schweizer sender, weil sie mich nicht interessieren und informatif immer drei schritte im rückstand sind. schafft diese langfinger aus dieser institution und löst sie auf

  • Gill Bates am 29.06.2017 10:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Service publique ?

    Wie will man einen Service Publique mit lediglich 2 Sendern anbieten ? Wo ist das Programm für Kinder ? Für Jugendliche ? Für junge Erwachsene ? Den einzigen den gedient ist sind die Rentner und nicht mal diejenigen schauen alle Sendungen. Die Deutschen regionalen- und öffentlichen Sender sind da schon beliebter bei den Senioren.