Protest gegen WEF-Besuch

10. Januar 2018 11:54; Akt: 11.01.2018 10:46 Print

«Trump, stay out of Davos!»

Mit einer Petition wollen Aktivisten und Politiker den US-Präsidenten von der Schweiz fernhalten. Sie planen eine Protestaktion am Flughafen.

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«Trump not welcome – stay out of Davos.» Unter diesem Titel werden auf der Kampagnenplattform Campax Unterschriften gesammelt. Denn dass der US-Präsident Donald Trump für das World Economic Forum nach Davos kommt, gehe nicht.

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Am Mittwochmorgen startete die Unterschriftensammlung. Mehr als 2800 Unterschriften gingen bisher ein. «Wir wollen so viele Unterschriften wie möglich haben. So kann unsere Stimme auch auf der anderen Seite des Atlantiks gehört werden», sagt Andreas Freimüller, Präsident von Campax. Ideal wäre es, wenn Trump die Reise doch nicht antreten würde.

Am Flughafen auf Trump warten

Im Januar vor einem Jahr sammelte Campax bereits Unterschriften gegen einen möglichen Staatsbesuch in der Schweiz von Donald Trump. Damals seien mehr als 10'000 zusammengekommen. «Der Fakt, dass Trump nun wirklich in die Schweiz kommen will, wird hoffentlich noch viele mehr dazu bringen, sich gegen den Besuch des US-Präsidenten auszusprechen», sagt Freimüller.

Man werde es aber nicht nur bei der Petition belassen: «Es ist noch nichts Konkretes geplant, aber ich kann es mir gut vorstellen, dass viele der Personen, die unterschrieben haben, am Flughafen sein werden, wenn Trump ankommt», so Freimüller. Dort könnte man ihm erneut zeigen: «Er ist nicht willkommen.»

Balthasar Glättli, Grünen-Nationalrat, spricht sich auf Twitter für den Online-Protest aus:


Glättli sagt auf Anfrage: «Donald Trump steht beispielhaft für alles, was die Welt nicht braucht. Darum ist es wichtig, ein Signal gegen ihn zu setzen.» Er kann sich ebenfalls vorstellen, am Flughafen auf Trump zu warten. Er gehe zwar davon aus, dass es zu keiner Interaktion mit dem Präsidenten komme – «die Sicherheitsmassnahmen werden enorm sein». Doch die Botschaft werde bei Trump ankommen: «Seine Lieblingstätigkeit ist ja nicht Regieren, sondern Fernsehschauen. Und ein solcher Protest am Flughafen würde weltweit zu sehen sein.»

Bundesregierung soll Trump nicht willkommen heissen

Aktionen am Flughafen oder gar in Davos überlegen sich auch die Jungsozialisten. «Wir werden garantiert nicht schweigend zuschauen, wie Trump in die Schweiz marschiert», sagt Juso-Präsidentin Tamara Funiciello. Die Juso werde sich nun organisieren und verschiedene Aktionen planen. Funiciello: «Wir nehmen auch die Bundesregierung in die Pflicht. Sie soll Massnahmen ergreifen und zeigen, dass Trump nicht willkommen ist in der Schweiz.»

Die Juso Schweiz hat mittlerweile eine eigene Protestaktion gestartet: Auf der Plattform actionsprout.io haben über 200 Personen einen Brief mit der Botschaft «Donald Trump, #youarenotwelcome» unterschrieben. Die Juso schreibt dazu: «In der Schweiz gilt: We don't grab by the pussy – und brauchen keine orangen Knallköpfe.» Mehr als 300 Personen unterschrieben den Brief bis jetzt.

Einen «Nicht-Willkommens-Gruss an Donald Trump» kann man auf der Plattform der Protestaktion der SP Schweiz unterzeichnen. Die Partei schreibt: «Sexismus, Fremdenfeindlichkeit und Leugnung des Klimawandels sind in der Schweiz nicht willkommen.» Bisher haben mehr als 800 Personen ihre Unterschrift dafür gegeben.

(sil)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • citoyen am 10.01.2018 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Glättli u Linkes Demokratieverständnis

    Glättli und insbesondere Funiciello stehen für Verachtung der Demokratie. Sie respektieren weder Volksentscheide in der Schweiz noch das Recht ihrer politischer Gegner auf Versammlungs-und Redefreiheit. Ich kann mich nicht erinnern, dass Chinas Präsident vor einem Jahr am WEF mit entsprechendem Aufwand der Linken bedacht worden wäre. Geniessen Diktatoren mehr Respekt als demokratisch Gewählte?

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  • Daniel am 10.01.2018 11:59 Report Diesen Beitrag melden

    Kindergarten

    Haben diese Leute nichts zu tun? Er ist ein demokratisch gewählter Staatsmann, findet euch damit ab. Auch ich bin kein Fan von ihm, kann aber bestens akzeptieren, dass die Mehrheit der US-Amerikaner ihn gewählt haben, resp. dass er die Mehrheit der Elektoren-Stimmen erhalten hat (so ist das System).

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  • Linearium am 10.01.2018 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach nicht mehr wählen

    Glättli und Co. steht beispielhaft für alles, was die Welt nicht braucht. Darum ist es wichtig, ein Signal gegen ihn zu setzen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Susann am 11.01.2018 12:11 Report Diesen Beitrag melden

    Warum kann man gegen Trump sein?

    Ich verstehe das nicht.Warum seid ihr so wehement gegen Trump?Unsere Politiker könnten noch sehr viel lernen von Trump.Er hat es fertig gebracht die Steuern zu senken.Er ist ehrlich und transparent.Er setzt sich ein für sein Volk.Das alles würden wir uns doch auch wünschen.

  • Luz am 10.01.2018 20:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fertig

    Es gibt Menschen, die immer noch nicht verstanden haben, dass Trump demokratisch gewählt wurde. Sind immer die Gleichen - ohne näher auf die politische Einstellung dieser Leute einzugehen...

  • Bruno am 10.01.2018 19:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dumm

    Na dann viel Spass am Airport Zürich. Airforce One wird landen, dann steigt Herr Trump aus, schüttelt ein paar Hände und geht die paar Meter bis zum Heli der ihn nach Davos bringt. Das einzige was die protestierenden Narren erreichen ist eine Störung des normalen Flugbetriebs im Ankunfts-/Abflugbereich und vielleicht noch bei der Zubringerstrasse. Mit anderen Worten, lediglich normale Passagiere werden gestört und das ist wahrlich eine Meisterleistung.

  • Blixen am 10.01.2018 19:53 Report Diesen Beitrag melden

    Ein bisschen dumm

    Ich bin auch kritisch ihm gegenüber eingestellt, aber deshalb würde ich nie über ihn lästern. Schliesslich kenne ich ihn nicht und bin auch keine Insiderin im Weissen Haus und dem Parlament. Er ist trotz allem ein Mensch und sollte wie jeder andere Besucher auch beschützt werden.

    • R.A.Barbara am 11.01.2018 12:38 Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt

      Sie bringen es auf den Punkt! Danke.

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  • Herby am 10.01.2018 18:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trump ignorieren

    Einen Menschen wie Trump kann man am besten bestrafen, indem man ihn ignoriert.