Davoser Ex-Hoteldirektor

09. Januar 2018 21:30; Akt: 11.01.2018 10:47 Print

«Ab sofort wird grosse Hektik ausbrechen»

Ernst Wyrsch machte das Hotel Belvédère zur bekanntesten Adresse am WEF. Er sagt, ob Davos dem geplanten Besuch des US-Präsidenten gewachsen ist.

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Donald Trump hat seine Teilnahme am WEF 2018 angekündet. Was kommt auf Davos zu?
Alles was wir bisher gekannt haben an Sicherheitsmassnahmen und Hektik wird mit dem Faktor 10 multipliziert werden. Ich mag mich erinnern, als Bill Clinton 2000 ans WEF kam – und das ist jetzt auch schon 17 Jahre her. So einen Rummel hat es weder vorher noch nachher gegeben. Das ist unvorstellbar. Trumps Besuch wird Davos ganz dramatisch berühren. Aber für den Ort, Graubünden und die Schweiz ist er eine tolle Sache. Die Medienaufmerksamkeit wird für die kurze Zeit, die Trump hier ist, Davos gehören.

Ist Davos dem riesigen Rummel überhaupt gewachsen? Bereits bei Clintons Besuch schienen die Grenzen erreicht zu sein.
Es ist unglaublich, zu was Davos fähig ist, wenn es darauf ankommt. Man darf nicht vergessen: Davos hat jahrelange Übung. Und jedes Jahr optimieren die Verantwortlichen die Abläufe am WEF und werden noch flexibler und beweglicher. Wenn es ein Ort schafft, dann Davos. Aber die verbleibenden Tage werden sehr aufregend: Von Clintons Besuch wussten wir bereits Monate vorab. Bei Trump ist alles viel kurzfristiger. Ab sofort wird grosse Hektik ausbrechen.

Nicht zuletzt bei den Sicherheitsverantwortlichen. Die letzten Jahre blieb es ruhig in Davos. Das dürfte diesmal anders sein. Haben Sie keine Bedenken?
Doch, das ist die Kehrseite der Medaille. Es ist damit zu rechnen, dass Trump viele Leute anlockt, die in Davos demonstrieren wollen.

Die Kurzfristigkeit seines Besuchs ist auch für die Hotellerie eine Herausforderung. Lässt sich überhaupt noch ein Hotel freispielen für Trump und seine Entourage?
Das WEF entscheidet, wer wo absteigt, deshalb ist das kein Problem. Als Übernachtungsorte für Trump kommen alle Fünfsterne-Hotels in Frage, es kann aber auch sein, dass für den US-Präsidenten ein eigenes Haus gemietet wird.

Das Image von Davos als Tourismusdestination hat in den letzten Jahren gelitten. Was bringt der Besuch des US-Präsidenten dem Ort?
Im richtigen Moment die rechten Impulse.

Auch mittelfristig?
Ich war selbst ein Profiteur des Besuchs von Bill Clinton 2000. Davon haben wir jahrelang zehren können. Wenn Davos es geschickt macht, ist das auch dieses Mal möglich.

Nur wird Trump viel kritischer gesehen als Clinton damals.

Ja, aber ab morgen wird eine unglaubliche Hektik ausbrechen. Es werden sich Journalisten fürs WEF akkreditieren, die sonst nicht gekommen wären. Das Medieninteresse wird sich verzehnfachen. Und das alles nur, weil dieser kontroverse amerikanische Präsident nach Davos kommt.

Übernommen vom Tages-Anzeiger

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mike Zac am 09.01.2018 21:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trump ist eine Legende

    hoffentlich nutzen unsere Bundesräte die Situation und holen bei ihm etwas raus statt wie die ganzen Nörgler an der Seitenlinie zu stehen und ihn auszulachen. Am Schluss profitieren die, die ihm die Hand gereicht haben.

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  • Stefan Kellet am 09.01.2018 21:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unglaubliche Aussage

    tolle Sache ja... Millionen von Kosten nur für seine Sicherheit. sehr toll, wirklich, es wird uns wortwörtlich alle Berühren.

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  • Athur Gasche am 09.01.2018 21:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Feuchtücher

    Herrn Trumpf wird sich erfreuen über unsere küssenden Bundesrätinnen,das wird eine schmatzerei geben,

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Die neusten Leser-Kommentare

  • mkauer am 11.01.2018 00:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Also hatte der ADAC doch recht!

    Auch wenn die Wortwahl etwas zu provokativ war. Inhaltlich bleibt es aber dabei: während des WEF gibt es etliche bessere Orte in der CH für ein Vergnügen auf den Pisten (und Abseits davon)!!

  • Bea am 10.01.2018 23:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hektik

    Mir wäre lieber, wenn Garfield bleiben würde wo er ist. Dieser Stress wegen einem Narzissten.....ich kanns nicht nachvollziehen. Peinlich für die Schweiz-der bringt uns-ausser Kosten-nix.

  • Edoardo Z. am 10.01.2018 23:12 Report Diesen Beitrag melden

    Trump will visit the "Horn"

    laut Media will er unbedingt das "Horu" in Zermatt noch besuchen - das freut auch die Walliser!

  • DavidLU am 10.01.2018 22:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    wow das ist eine Ehre für Davos und die Schweiz. Jeder der "sehen" kann, versteht was ich meine

  • wild am 10.01.2018 21:53 Report Diesen Beitrag melden

    Trump Macron

    Macron kann zu Hause bleiben der nützt nichts.

    • Signorina Ameise am 11.01.2018 07:50 Report Diesen Beitrag melden

      gutes Mann, Vorbild für CH

      doch, ein ehrlicher Typ. Hat in F Vermögensteuern abgeschaft. Vermögen ist Dein, Du hast es bereits versteuert beim Einkommen. Also Verst. also falsche Steuern.

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