Pro und Kontra

08. März 2018 05:42; Akt: 08.03.2018 07:27 Print

«Auch Fussgänger regen sich über Velorowdys auf»

von Sandro Büchler - Mit dem Velo ein Rotlicht überfahren soll nach dem Willen von FDP-Nationalrat Hans-Peter Portmann 250 Franken kosten. Die Velolobby kontert.

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Mit den steigenden Temperaturen trifft man sie wieder häufiger: Velofahrer. Doch für viele Autofahrer sind sie das Feindbild Nummer 1. Sie schlängeln sich durch stehende Kolonnen, missachten Rotlichter, fahren ohne Licht und provozieren gefährliche Ausweichmanöver.

Wenn es nach FDP-Nationalrat Hans-Peter Portmann geht, sollen diese Missachtungen der Verkehrsregeln zukünftig härter bestraft werden. Im Nationalrat fordert er eine Gleichbehandlung aller Verkehrsteilnehmer. Velofahrer sollen gleich hohe Bussen für Vergehen bezahlen wie Autofahrer. Das bringt SP-Nationalrat Matthias Aebischer und Präsident von Pro Velo Schweiz in Rage. Bussen seien nach den unterschiedlichen Kräfteverhältnissen von Auto und Velo zu beurteilen.

Pro: Hans-Peter Portmann, FDP-Nationalrat

«Die heutigen Bussen von 20 oder 30 Fränkli beeindrucken fehlbare Velofahrer nicht. Nur mit höheren Bussen werden sie einsichtig – es muss wehtun! Durch höhere Bussen für Automobilisten haben zum Beispiel die Übertretungen merklich abgenommen.

Das Gefährdungspotenzial hängt nicht nur vorwiegend vom Fahrzeug ab, sondern auch vom Verhalten. Velofahrer gefährden andere Verkehrsteilnehmer ebenfalls: Autofahrer müssen ausweichen und Fussgänger werden zum Teil schwer verletzt durch Velofahrer. Nicht nur Autofahrer regen sich über Velorowdys auf, sondern immer mehr auch Fussgänger. Das rücksichtslose Verhalten der Rowdys schürt den Hass auf alle Velofahrer.

Rowdys gibt es zwar überall im Verkehr, doch gewisse Velofahrer denken oft egoistisch. Sie tragen nichts zur Infrastruktur bei, verursachen Schäden zu Lasten Dritter und verletzen sich selbst, was am Schluss aufgrund ungenügend vorhandener Absicherungen die Gesamtbevölkerung über Steuern und Versicherungsprämien mittragen muss.»


Kontra: Matthias Aebischer, SP-Nationalrat und Präsident Pro Velo Schweiz

«Autofahrer und Velofahrer sind nicht gleichwertig. Missachtet ein Autofahrer die Verkehrsregeln, gefährdet er immer Menschenleben. Er nimmt schwere Verletzungen oder den Tod anderer in Kauf. Ein fehlbarer Velofahrer kann zwar auch andere gefährden, aber nicht in diesem Ausmass. Deshalb ist die Abstufung bei den Bussen richtig.

Viel wichtiger ist, dass die Velofahrer genug Platz im Strassenverkehr haben. Das beginnt bereits bei der Planung der Verkehrswege. Deshalb haben wir auch die Velo-Initiative lanciert. Ich strebe ein Miteinander der Verkehrsteilnehmer an und nicht ein Gegeneinander.

Ich verurteile alle Verkehrsvergehen, egal ob von Velofahrern, Fussgängern oder Autofahrern. Jeder soll sich einmal überlegen, ob er sich in den letzten zwei Wochen immer zu 100 Prozent an die Verkehrsregeln gehalten hat, also zum Beispiel auch nicht bei Rot über den Fussgängerstreifen gegangen ist.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pragmatikus am 08.03.2018 05:58 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach nachgedacht

    Einem Velofahrer, der sich an die Regeln hält, kann es doch egal sein wie hoch die Busse ist.

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  • Herr Bünzli am 08.03.2018 06:03 Report Diesen Beitrag melden

    Gleichstellung

    Gleiches Recht für alle! Wer die öffentliche Wege im Strassenverkehr benutzt bezahlt auch die gleichen Bussen. Gleichstellung! Denn Rot ist Rot und Verletzt ist Verletzt und Tod ist Tod. Ob Auto oder Velo.

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  • So nicht am 08.03.2018 05:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz klar verschärfen.

    Halten am Fussgängerstreifen? Velofahrer? Praktisch nie! Also für mich klar, die Kandaren müssen angezogen werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • 65-jährige Frau am 08.03.2018 14:10 Report Diesen Beitrag melden

    Leute mit Tinnitus hören keine Glocke

    Die Velofahrer klingeln oft, umd denken, die Leute gehen schon zur Seite. Es ist aber Tatsache, dass viele Leute Tinnitus haben und deshalb das Klingeln nicht hören. Auch wird viel zu nahe vorbeigefahren, sogar am Röntgenplatz in Zürich, wo es kein Autoverkehr und massenhaft Platz hat. Rücksichtnahme schient für viele ein Fremdwort zu sein. Leider.

  • Sandro am 08.03.2018 13:35 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich!

    Bei ViaSecura und Geschwindigkeitsbussen sagten alle: Halte Dich doch einfach ans Gesetz, dann passiert auch nichts. Da es ja immer um die sogenannte Sicherheit geht, sollten Fussgänger, welche nicht den Fussgänger Streifen benützen auch mit CHF 250.- bestraft werden - auch nachts bei keinem Verkehr - man darf auch nicht bei leerer Autobahn in der Nacht oder bei wenig Verkehr schneller fahren. Oder ist das jetzt kritisch weils die Grünen und Linken auch mal betrifft?

  • AlainvB am 08.03.2018 13:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ein Beispiel

    vor 2 Tagen mit dem Auto unterwegs. Ich im Kreisel und eine Fahrradfahrerin fährt mir vors Auto, Glück für sie dass ich ihr Verhalten vorahnte und halten konnte. Solch miserables Verhalten muss teuer werden, erst dann werden die Fahrradfahrer begreifen, dass mit Respekt auf der Strasse alle sicher fahren können

  • Fuss Gänger am 08.03.2018 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    Noch zwei Gleichheitsprobleme

    Bei einem Unfall zwischen Velo und Auto zählt zunächst immer der Autofahrer als der Schuldige - egal ob der Velofahrer bei Rot gefahren ist oder sonst wie eigentlich der Verursacher ist. Bei Unfällen mit Fussgängern ist die Quote der unfallflüchtigen Velofahrern sehr viel höher, als bei Autofahrern.

  • Mätte33 am 08.03.2018 12:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Velofahrer

    ja klar ich fahre mit dem Velo an Engpässen auf der Strasse, wenn es ein Lastwagen eilig hat und sich an mir beginnt vorbeizuquetschen... Und logisch fahre ich auf der Strasse wenn im Winter die super Pfadfahrzeuge den Schnee auf den Velostreifen buxieren und das Trottoir 10 mal weniger riskant ist und kein Fussgänger in der Nähe ist. Und logisch halte ich bei jeder Ampel, wenn ich der einzige bin, der unterwegs ist (spätabends/ frühmorgens) Ich finde es sollte zuerst eine Lösung für diese Probleme geschaffen werden, bevor neue Probleme gesucht werden.

    • TomBasel am 08.03.2018 13:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mätte33

      Sorry, aber bei Schnee mit einem Zweirad unterwegs sein ist fahrlässig und gefährlich.

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