Bannon kommt nach Zürich

14. Februar 2018 11:27; Akt: 14.02.2018 18:39 Print

«Das hat man davon, wenn man Trump reinlässt»

Trumps ehemaliger Stratege Steve Bannon kommt nach Zürich. Die «Weltwoche» hat ihn eingeladen. Die Juso ist empört.

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Demonstranten ziehen gegen Steve Bannons Auftritt durch Zürich-Oerlikon. (6. März 2018) Die Protestierenden wollen ein Zeichen gegen Rassismus, Sexismus und Ausbeutung setzen. Bannon habe als Wahlkampfleiter von Donald Trump dafür gesorgt, dass dessen rassistische, sexistische und nationalistische Präsidentschaftskampagne erfolgreich war. Und als Chefstratege der Trump-Administration sei er für die übelsten rassistischen Entgleisungen der US-Regierung mitverantwortlich gewesen. Polizisten waren zunächst keine vor Ort, auch wenn die Stadtpolizei Zürich über die Demonstration im Bild war. Der Auftritt von Steve Bannon in Zürich-Oerlikon hat wie erwartet auch für etwas Protest gesorgt. (6. März 2018) Rund 100 Personen versammelten sich am Dienstagabend zu einer unbewilligten Demonstration gegen den Besuch des Ex-Strategen von US-Präsident Donald Trump. Protestierende halten in Zürich Plakate in die Luft. Zur Protestaktion hatte die Bewegung für den Sozialismus (BFS) aufgerufen. Trumps ehemaliger Chefstratege Steve Bannon referiert in der Halle 622 in Zürich vor über 1500 «Weltwoche»-Abonnenten. Er folgte einer Einladung der «Weltwoche» von SVP-Nationalrat Roger Köppel. Bannon ist in Europa, um ein Netzwerk populistischer Bewegungen zu knüpfen. Er sieht Europa als neue Wiege dieser politischen Strömung. Sein Ziel ist letztlich die Zerstörung des Staates, wie er es nach seiner Ernennung zum Chef von Trumps Wahlkampfteam gesagt hatte. Die Co-Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Alice Weidel, hat sich am Dienstag in Zürich zu einem Gedankenaustausch mit Steve Bannon getroffen. Aus Weidels Büro hiess es, für sie seien besonders Bannons Erfahrungen mit politischer Kommunikation und alternativen Medien interessant gewesen. Tamara Funiciello, Präsidentin der Juso, ärgert sich über Bannons Besuch. Nach Bannons herablassenden Aussagen über Trumps Familie im Buch «Fire and Fury» brach der US-Präsident auch privat mit seinem einstigen Vertrauten.

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Donald Trumps Ex-Chefstratege spricht in Zürich über «seine Zeit im Weissen Haus», heisst es in einer Voranzeige. Steve Bannon kommt auf Einladung der «Weltwoche» in die Schweiz, teilt Chefredaktor Roger Köppel auf Facebook mit. Es ist demnach der erste öffentliche Auftritt des Republikaners in Europa.

Das Gespräch findet am 6. März statt – wo genau, ist nicht bekannt. Den Veranstaltungsort erfahren nur angemeldete Teilnehmer.

Die Juso will Bannons Besuch «garantiert nicht kommentarlos geschehen lassen». Präsidentin Tamara Funiciello sagt zu 20 Minuten: «Das haben wir davon, dass man Trump reingelassen hat. Jetzt kommen diese überprivilegierten Sexisten und Rassisten.» Es sei unverständlich, dass diese eingeladen werden und sie ihr «menschenverachtendes Menschenbild» auf der Bühne verbreiten dürfen. «Meinungsäusserungsfreiheit ist unglaublich wichtig. Aber Rassismus und Sexismus sind keine Meinungen», so Funiciello weiter.

Rechtsaussen-Architekt

Bannon galt als Rechtsaussen-Architekt der nationalistisch ausgerichteten Kampagne Trumps und treibende Kraft hinter umstrittenen Entscheidungen wie dem Einreisestopp für Bürger aus mehreren muslimischen Ländern. Als Vorbild gab Bannon einst Darth Vader an. Im vergangenen August wurde er von Trump gefeuert, nachdem interne Spannungen und Machtkämpfe zunahmen.

Anfang Jahr ist Bannon zudem als Vorsitzender von «Breitbart News» zurückgetreten. Das ultrarechte Onlineportal wird für das Erstarken der antisemitischen und rassistischen Alt-Right-Bewegung mitverantwortlich gemacht.

Grund für den Rücktritt bei «Breitbart» dürfte Bannons Rolle beim Enthüllungsbuch «Fire and Fury» sein. Er spricht im Buch im Zusammenhang mit der Russland-Affäre von Verrat.

(woz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • carmen diaz am 14.02.2018 13:40 Report Diesen Beitrag melden

    Bin auch empört!

    Frau Funiciello geht an einem Sonntag in der Migros einkaufen. Aber dann grosse Töne schwingen. Wasser predigen und Wein trinken. Noch nie etwas gearbeitet, aber grosse Töne schwingen. Schafft diese Juso endlich ab.

  • Peter Wolf am 14.02.2018 13:48 Report Diesen Beitrag melden

    Prioritäten setzen

    .....Frau Funicielleo, ich frage mich weshalb Sie nicht gegen Linksextremismus vorgehen, der in der Schweiz Schaden verursacht hat in Millionenhöhe und noch immer tut. Vielleicht weil Sie selber mit dem Schwarzen Block sympatisieren und selber aussagten, in der Reitschule Bern aufgewachsen zu sein? Wie Ihre Kollegin der JUSO, Vera Diener, die es gemäss Facebook Eintrag es lustig findet beim Schwarzen Block mit zu spazieren. "Wird sicher lustig, kommt auch". Wo bleibt Ihre Entrüstung da? Wenn Sachschaden und Kosten in Millionenhöhe entstehen?

  • Cedric Roth-Molina am 14.02.2018 13:43 Report Diesen Beitrag melden

    Warum so empört?

    Ich denke, Steve Bannon ist das direkte Gegenstück von Frau Funincello und würde sie wohl perfekt ergänzen. Ich will beide nicht hier haben.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ursus Oertli am 14.02.2018 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    Funiciello, Königin der Schweiz?

    Will meine Verwandten aus den USA im Sommer einladen, muss ich nun bei Funiciello ein Gesuch einreichen?

  • Peter Wolf am 14.02.2018 14:18 Report Diesen Beitrag melden

    "Die Schweiz first!"

    - das ist ein Satz, den wir von linker Seite leider nie hören werden. Es wird bei Sachschäden und Händedruckverweigerer in Bern bleiben, die sich ab und zu auch gerne ausziehen - vielmehr aus narzisstischen Gründen als aus politischen. Ein gesunder Rechtsrutsch wäre nur gesund für die Schweiz - alleine die Sachschäden des schwarzen Blockes, belaufen sich auf mehrere Millionen CHF - wird von der JUSO nie zum Thema gemacht, warum eigentlich nicht?

  • Timm am 14.02.2018 14:10 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Wer sich daran stört, dass jemand mit dem man nichts am Hut hat jemanden mit dem man ebenfalls nichts am Hut hat einläd, hat in der freien und demokratischen Welt nichts zu suchen. Ganz einfach.

  • Frederick am 14.02.2018 14:09 Report Diesen Beitrag melden

    Was geht sie das an?

    Sie sagt ja richtigerweise: Freie Meinungsäusserung sei wichtig. Aber vermutlich nur, wenn es die Meinung der Juso ist. Es geht Dame überhaupt nichts an, wer wen einlädt. Sie wird natürlich dann am 6. März eine Demonstration veranstalten. Zeit hat sie, sie geht geht ja jeweils am Sonntag einkaufen.

  • Demokrat am 14.02.2018 13:59 Report Diesen Beitrag melden

    USA gibt schon lange den Tarif an

    Die Waage gerät aus dem Gleichgewicht. Die alte Garde tritt ab und mit ihr die Zeitzeugen. Nun übernimmt der Traum von der gerechten Welt. Was braucht es, dass sich die Gemässigten zusammenrauffen und einen gangbaren, gemeinsamen Weg vorgeben?