25 Jahre Frauenstimmrecht

20. November 2015 19:37; Akt: 20.11.2015 19:57 Print

«Wir Appenzeller würden das heute noch ablehnen»

Vor 25 Jahren führte Appenzell Innerrhoden als letzter Kanton das Stimm- und Wahlrecht für Frauen ein. Die Meinungen dazu sind nach wie vor geteilt.

(Video: Michael Fischer/Alice Grosjean)
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Erst knapp 20 Jahre nach Einführung des Stimmrechts für Frauen in der Schweiz kamen auch die Innerrhoderinnen zu ihrem Recht. Dreimal hatten sich die stimmberechtigten Männer auf dem Landsgemeindeplatz in Appenzell gegen das kantonale Stimm- und Wahlrecht ihrer weiblichen Bevölkerung ausgesprochen.

Erst 1990 riss bei einigen Appenzellerinnen der Geduldsfaden. Vor dem Bundesgericht erhielten sie im November des selbigen Jahres schliesslich Recht: Die Appenzeller handelten verfassungswidrig und mussten ihren Frauen ab sofort ebenfalls das Stimmrecht zugestehen.

Späte Gleichstellung

Das Frauenstimmrecht in der Schweiz wurde 1971 in einer Volksabstimmung beschlossen. Die Schweiz war eines der letzten europäischen Länder, das den Frauen die vollen Bürgerrechte zugestand. Die meisten Kantone folgten 1971 und 1972 dem Beispiel des Bundes.

Am konservativsten zeigten sich die Ostschweiz und die Innerschweiz: In der eidgenössischen Volksabstimmung vom Februar 1971 stimmte in St. Gallen, beiden Appenzell, Thurgau, Glarus, Schwyz, Obwalden und Uri die (männliche) Bevölkerung noch mehrheitlich gegen das Frauenstimmrecht.

Vor Ort immer noch umstritten

Bei einer von 20 Minuten auf dem Landsgemeindeplatz durchgeführten Video-Strassenumfrage zeigten sich jedoch auch heute noch geteilte Meinungen zum Frauenstimmrecht. Während für die einen die politische Gleichstellung der Frauen ein nicht zu hinterfragendes Menschenrecht ist, hätten andere gern auf das Frauenstimmrecht verzichtet. So meint etwa eine der Befragten, eine solch alte Tradition hätte man nicht zerstören sollen.

(mf/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gmünder am 20.11.2015 19:43 Report Diesen Beitrag melden

    Recht so!

    Ich auch, lg

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  • Sepp H am 20.11.2015 19:45 Report Diesen Beitrag melden

    Selbstständigkeit

    Ich habe mit dem Frauenstimmrecht kein Problem, jedoch dass das Bundesgericht damals wie heute dermassen fest in die Kantonshoheit hineinpfuscht, dies ist für mich der wahre Skandal. Was es bringt, sich anderswo einzumischen sehen wir im Moment im Nahen Osten.

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  • Qed am 20.11.2015 20:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unter dem Deckmantel der Tradition

    Manche müssen eben zur Demokratie gezwungen werden. Unter dem Deckmantel von Tradition oder weil es schon immer so war, einer breiten Bevölkerung Grundrechte vorenthalten, geht nicht an. Ein Zwang ist notwendig! Bedenklich ist, dass in vielen Köpfen die Entwicklung nicht vorangegangen ist. Schade!! Hätte da schon mehr erwartet!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Karin Rumloff am 21.11.2015 17:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Männer in der Politik

    Welche Frau in der Politik leistet wirklich wertvolles? Sicher nicht simonetta Sommaruga oder Kiener-Nellen usw. Es wird in der Politik viel zu viel emotionalisiert. Es sollte alles sachlich bewertet werden. Das liegt den Männern besser.

    • Natalie Zickig am 21.11.2015 20:07 Report Diesen Beitrag melden

      Sachliche Betrachtung

      Finde ich auch. Ganz besonders jenen von der SVP. Die sind ausnahmslos immer und in jeder Hinsicht äusserst sachlich.

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  • Beat Sutter am 21.11.2015 16:28 Report Diesen Beitrag melden

    Klare Ursache

    Wenn gentische"Reststrahlung"des Neandertalers mit dem Konsum von Hundefleisch und das permanente Schlafen neben dem Güllenloch zusammenspielen, kommt ein solche Völkchen zustande.Gesunder Geist in gesundem Körper, da kann man nicht grösser werden....

    • Ursi Pfenninger am 21.11.2015 17:49 Report Diesen Beitrag melden

      Ursache und Wirkung.

      Das schlafen neben dem Güllenloch wirkt doch durch 'chemische Dämpfe' Bewusstseins-erweiternd, ist natürlich und erspart Drogen und Halluzinogene. Das essen von Hundefleisch soll vor Lungen-Krankheiten schützen. Was wollen sie mehr ? Gönnen sie doch den Appenzellern ihre spezielle, karnivore Vorliebe. PS.: Ich bin von Geburt her auch schuldlos Appenzellerin, und schäme mich deswegen in Grund und Boden. Erst durch Heirat bin ich Bürgerin eines normalen Kantons geworden.

    • Apoenzeller am 21.11.2015 19:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Wenn diese Intelligenz weiter gegeben würde

      ..ist die Menschheit nach drei Generationen total degeneriert und nur noch durch die Zeit von den Neandertalern entfernt. Und es wäre bei Sutters Kommentar besser gewesen hätten sich die Neandertaler weiter entwickelt. Es zeigt sich dass Evolution nicht nur Erfolge bringt.

    • R. Heitert-Lustig am 21.11.2015 20:17 Report Diesen Beitrag melden

      @Beat S. und Ursi P.

      Das Gute an dem innerrhödler evolutionären Aggregatszustand (immer noch gefroren) ist, dass man und frau sich heutzutage kaum mehr darüber aufregen (da so himmelmässig grotesk), sich aber dafür umso mehr amüsieren kann. Die Kommentare von Beat S. und Ursi P. finde ich köstlich, da kann kein Ärger über hinterwäldlerische Frauenfeindlichkeit mithalten! Danke obigen Kommentatoren für ihre grandiosen Zeilen - LOL!

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  • dani am 21.11.2015 15:43 Report Diesen Beitrag melden

    100 jahre rückschritt

    appenzeller sind die schweizer hill-billys ... :)

  • Solothurner am 21.11.2015 15:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frauenunterdrückung

    Frauenunterdrückung in der Schweiz. Das glaubt man kaum, was? Aber hier wird das mit "Tradition" erklärt...Dann vergisst man, wie fortschrittlich beispielsweise muslimische Länder sind. In der Türkei dürfen Frauen seit 1935 und im Iran seit 1963 wählen. Ja, da sind jetzt einige baff.

    • Paul Meister am 21.11.2015 16:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Solothurner

      Da bin ich nicht bafff und nicht erstaunt,denn in der Türkei dürfen zwar alle zur Wahl gehen aber am Schluss zählt was der Staat vorgibt egal wie gewählt wurde.

    • Solothurner am 21.11.2015 22:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Paul Meister

      Herr Meister, Sie können wohl sicher differenzieren oder? Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Das eine ist Frauenemanzipation und das andere Korruption. Nicht alles in den gleichen Topf werfen.

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  • Paula am 21.11.2015 15:14 Report Diesen Beitrag melden

    Selbstwertgefühl

    offenbar haben Männer die so denken ein sehr kleines Selbstwertgefühl.

    • ROCCO am 21.11.2015 15:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Paula

      1. Da es ein so grosses Thema ist, denke ich die Frauen fühleb sich unter Druck 2. Da Frauen nicht viel zu bieten habem ist es ziemlich schwer sich den Männer gleichzustellen 3. Die Füsse der Männer können klein sein, aber wir haben andere Grössen die Ihr Frauen liebem

    • Peter P. am 21.11.2015 15:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ROCCO

      Frauen mögen es auch wenn Männer sich richtig ausdrücken können ;) Was offensichtlich schwer fällt wenn das ganze Blut aus dem Kopf in andere Regionen entweicht :D

    • Frau am 21.11.2015 15:53 Report Diesen Beitrag melden

      @Paula

      Ich habe weder etwas gegen Frauen noch gegen Männer. Nur ein Beispiel: Wenn Frauen bei gleicher Arbeit weniger verdienen als Männer schreien sie, begreiflicher Weise! Beim Wahhlrech sind sie zu 100% Eins zu Eins gestellt. Trotzdem machen ganz viele Frauen keinen Gebrauch davon. Vieles hier könnten wir doch durch höhere Wahlbeteiligung erreichen. Es ist für mich schwer verständlich dass Frauen so gerne auf Gleichstellung pochen, wenn sie diese warum auch immer gar nicht vollumfänglich nutzen wollen. Danke an jene die wählen gehen und nicht nur rote Daumen drücken können.

    • Mario am 21.11.2015 15:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ROCCO

      Naja, aber das Gehirn Sitz nun mal im Kopf und nicht in den Füßen. ;)

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