Private Hilfe

05. September 2015 22:49; Akt: 05.09.2015 22:49 Print

10 x Solidarität für die Flüchtlinge in der Schweiz

Zum Essen einladen oder Decken für Kinder nähen: Mit diesen Aktionen hilft die Bevölkerung den in der Schweiz ankommenden Flüchtlingen.

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Die Solidarität in der Schweiz ist gross: Im St. Gallischen Buchs empfingen die Anwohner die Flüchtlinge mit Plakaten mit der Aufschrift «Refugees are welcome here». (Bild: Keystone/Dominic Steinmann)

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Tausende Bootsflüchtlinge sterben im Mittelmeer. 71 Flüchtlinge ersticken in einem österreichischen Camion. Ein kleiner Bub wird tot am Strand von Bodrum angespült. Angesichts dieser Schreckensmeldungen entschliessen sich immer mehr Schweizer dazu, aktiv zu werden und den ankommenden Flüchtlingen zu helfen. In den letzten Wochen und Monaten haben Freiwillige und Hilfsorganisationen zahlreiche Angebote auf die Beine gestellt. Das können auch Sie tun:

1. Zum Essen einladen
Der Zürcher Verein Solinetz oder das Solidaritätsnetz Bern suchen Freiwillige, die Flüchtlinge zu einem Mittag- oder Nachtessen einladen.

2. Im Garten gegen das Heimweh kämpfen
Das Hilfswerk HEKS pachtet an verschiedenen Orten Parzellen innerhalb von Stadtgärten und bewirtschaftet diese gemeinsam mit Migranten und Flüchtlingen. Familien können in den Gärten Gemüse, Kräuter und Beeren anbauen, Kenntnisse über den biologischen Anbau und das Kompostieren erwerben und gleichzeitig Deutsch lernen und mit Gartennachbarn in Kontakt kommen.

3. Decken für Kinder
Freiwillige nähen selber Decken oder suchen zuhause und in Brockenhäusern nach Bettwäsche, die sich in gutem Zustand befindet. Ziel des Projekts «mini Decki» ist, dass jedes Flüchtlingskind, das in den Aargau kommt, eine wärmende und schützende Decke erhält.

4. Cumulus-Punkte spenden
Mehrere Leute sammeln gemeinsam Punkte für dasselbe Cumulus-Konto. Anstatt die Rabatt-Punkte der Migros-Einkäufe selber einzusacken, erhalten die Flüchtlinge die entsprechenden Gutscheine.

5. Deutsch unterrichten
Organisationen wie Caritas oder die Fachorganisation AOZ vermitteln Freiwillige, die Asylsuchenden Deutsch unterrichten. Auch der Förderverein Cocomo sucht ehrenamtliche Nachhilfelehrer für Deutsch und Mathematik, um Flüchtlinge bei der Arbeitsintegration zu unterstützen.

6. «Wahlgötti» sein
Beim Roten Kreuz Baselland kann man für rund zwei Stunden pro Woche oder 14-täglich «Wahlgötti», «Wahlgotti» oder «Wahlgrosseltern» für ein fremdsprachiges Kind sein. Auch haben die Paten die Möglichkeit, einem erwachsenen Migranten zu helfen, sich in der neuen Heimat zurechtzufinden.

7. Zusammen etwas unternehmen
Alexandra Müller, Geschäftsleiterin des Vereins Solinetz, empfiehlt Hilfsbereiten, den Kontakt zu den Flüchtlingen in den Asylzentren zu suchen. «Dort kann man die Flüchtlinge direkt fragen, was sie brauchen.» Die Freiwilligen können die Flüchtlinge zum Beispiel auf einen Spaziergang mitnehmen, mit ihnen die Umgebung erkunden oder sie lediglich zum Plaudern treffen. Mitglieder von Sport- und Musikvereinen machen den Alltag der Asylsuchenden farbiger, wenn sie sie zum Mitmachen ermutigen. Stefan Frey, Sprecher der Schweizerischen Flüchtlingshilfe, empfiehlt auch, Flüchtlinge in den Ausgang mitzunehmen.

8. «Ihr seid willkommen»
Alexandra Müller schlägt weiter vor, den Flüchtlingen in Form von Plakaten im Dorf zu zeigen, dass sie willkommen sind. So, wie die Anwohner die Flüchtlinge am Dienstag im St. Gallischen Buchs mit Plakaten mit der Aufschrift «Refugees are welcome here» empfingen.

9. Einen Flüchtling aufnehmen
Die Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH) sucht Personen, die bereit sind, Flüchtlinge bei sich zuhause unterzubringen. Allerdings ist das bislang erst in den Kantonen Aargau, Bern, Genf und Waadt möglich – in den anderen Kantonen sind noch weitere Verhandlungen mit den Behörden nötig.

10. Mit Flüchtlingen in einer WG leben
Das Projekt «Wegeleben» bietet Wohnmöglichkeiten für Flüchtlinge. Die Berner Gründer Gian Färber und Méline Ulrich vermitteln vorläufig aufgenommenen und anerkannten Flüchtlingen freie WG-Zimmer. «Indem ein geflüchteter Mensch in einer WG mit «Einheimischen» wohnt, kommt er/sie auf verschiedenen Ebenen endlich richtig in der Schweiz an», schreiben die Gründer auf der Website.

(bz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • gustav meyer am 06.09.2015 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer

    Ich finde es gut, was da alles für die Flüchtlinge gemacht wird. Könnte man dies nicht auch alles für arme und obdachlose Schweizer machen?

  • D Segler am 06.09.2015 08:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kurze Solidarität

    Diese Aktionen sind zwar sehr solidarisch aber nicht nachhaltig. Was geschieht in ein paar Monaten, in einem Jahr. Die Leute sollten integriert werden und Arbeit finden. Wer bezahlt das und wer gibt seine Arbeitsstelle für einen Flüchtling auf? Da hört dann wohl die Solidarität. Jetzt sind es noch wenige aber es werden Tausende.

  • wurks am 06.09.2015 11:20 Report Diesen Beitrag melden

    Solidarität, auch für Inländer!

    Noch besser fände ich, wenn diese Solidaritätsaktionen bedürftige Schweizer einschliessen würden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • DenktWeiter am 06.09.2015 16:44 Report Diesen Beitrag melden

    Gegenseitiges Verständnis

    Ich bin mir bewusst was man von mir als Bürger verlangt, was ich selbst auch von mir selber verlange, dies heisst offen zu sein. Allerdings hoffe ich sehr das auch die Flüchtlinge erkennen das auch von diesen verlangt werden kann offen zu sein, uns gegenüber, unseren Werten sich den Gesetzten anzupassen, sich zu integrieren. (so wie ich es auch tun würde, von mir aus, mich zu integrieren in einem anderem Land, einer anderen Kultur)

  • wurks am 06.09.2015 11:20 Report Diesen Beitrag melden

    Solidarität, auch für Inländer!

    Noch besser fände ich, wenn diese Solidaritätsaktionen bedürftige Schweizer einschliessen würden.

  • Meso Manos am 06.09.2015 11:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Refugees welcome

    Tolle Aktion(en), schön auch mal so positive Dinge lesen zu können!:)

  • Tom am 06.09.2015 09:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Daumen hoch

    Eine gute Sache. Punkt

  • gustav meyer am 06.09.2015 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer

    Ich finde es gut, was da alles für die Flüchtlinge gemacht wird. Könnte man dies nicht auch alles für arme und obdachlose Schweizer machen?