Eiter und Narben

21. Juli 2015 05:48; Akt: 21.07.2015 18:30 Print

Aggressiver Thailand-Pilz befällt Intim-Rasierte

Nach dem Sex in Thailand kehrt eine Frau mit einem Scheidenpilz heim: Die eiternde Infektion heilt erst nach Wochen, Narben bleiben. Es gibt schon neun weitere Fälle.

storybild

Sieben Touristen hatten in Thailand Sex und kamen mit einer Pilz-Infektion zurück in die Schweiz, vier Männer steckten sich bei Prostituierten an. (Bild: colourbox.de)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Dieses Ferienandenken will niemand mit nach Hause bringen. Eine 18-jährige Schwedin kam aus Thailand zurück und litt unter starken Schmerzen. Im Intimbereich. Ihre Schamlippen und ihr Venushügel waren überzogen mit geröteten, schuppenden Verletzungen und grossen, eiternden Pusteln.

Im Triemlispital in Zürich wurde klar: Sie hatte sich einen Pilz eingefangen, einen sogenannten Trichophyton interdigitale. Erstaunlich war allerdings, wie sich damit infiziert hatte. Nicht im Hallenbad oder in der Sauna, sondern beim Sex mit einem Touristen.

Anti-Pilz-Salbe nützt nichts

Obwohl sie sich mit einem Kondom schützten, steckte sich die junge Frau beim Mann an. Auch er hatte zuvor über ähnliche Symptome geklagt, schreibt die deutsche «Ärzte Zeitung».

Die 18-Jährige legte selber Hand an und versuchte die Entzündung mit einer Anti-Pilz-Salbe zu kurieren. Das nützte aber nichts. Im Gegenteil: Die Infektion breitete sich immer weiter aus. Zwei Wochen nach der Infektion hielt sie die Schmerzen nicht mehr aus und ging ins Spital.

Verletzungen klingen erst nach sechs Wochen ab

Die behandelnde Ärztin Isabelle Luchsinger und ihr Team vermuteten zunächst eine bakterielle Infektion und behandelten die Frau mit Antibiotika und einem Mittel gegen Nagelpilz. Aufgrund der schreckliche Schmerzen behielten die Ärzte die Patientin in der Klinik und gaben ihr Schmerztabletten.

Doch auch hier brachten die Anti-Pilz-Medikamente nichts. Nach zwei Tagen entwickelte sich eine starke Entzündungsreaktion mit geschwürigen Knoten und eiterndem Ausfluss. Die Ärzte stellten auf breiter gefächerte Medikamente um und behandelten die junge Frau während den darauffolgenden 14 Tagen stationär. Erst nach insgesamt sechs Wochen heilten die Verletzungen langsam ab – hinterliessen allerdings markante Narben.

Sieben Patienten innert drei Monaten

Doch dabei blieb es nicht. Insgesamt sieben Patienten – zwei Frauen und fünf Männer – sind letztes Jahr zwischen März und Juli mit ähnlichen Symptomen ins Triemli und ins Unispital Zürich gekommen. Alle hatten sich in Südostasien beim Sex mit dem aggressiven Pilz angesteckt. Vier der Männer bei Prostituierten.

Und alle hatten sie Hautrötungen und schuppenden Verletzungen im Intimbereich. Bei wenigen waren auch andere Hautstellen entzündet, alle sagten jedoch, die Infektion habe im Genitalbereich ihren Anfang genommen.

In der Literatur kaum beschrieben

Erstaunlich bei der mysteriösen Infektion war: Die vier Patienten mit den schlimmsten Beschwerden hatten sich regelmässig den Genitalbereich rasiert. Die Dermatologen vermuten, das habe die Entzündung noch verschlimmert.

Sieben Patienten innert drei Monaten, diese Häufung deutet laut den Ärzten darauf hin, dass man diese Art von Erreger bei Tropenferien unterschätzt hat. Sexuell übertragbare Dermatophytosen sind in der medizinischen Literatur kaum beschrieben.

Verbreitung von Genitalwarzen durch Intimrasur

Seither gab es sowohl an den Universitätsspitälern Zürich und Basel je einen weiteren Fall. «Wir hatten in den letzten paar Monaten einen Fall von schwerer Pilzinfektion in der Genitalregion bei Intimrasur», sagt Peter Itin, Basler Chefarzt Dermatologie. Ursache war ebenfalls der Erreger Trichophyton. Er warnt: Auch die Verbreitung von Genitalwarzen durch die Intimrasur sei bedeutsam.

Im Reisemedizinischen Zentrum Basel hat man ebenfalls Kenntnis von der Gefahr der Intimrasur: «Ich habe Leute auch schon gewarnt, dass die Haut durch diese Art der Rasur lädiert und so einfacher infiziert werden kann», sagt Experte Christoph Hatz. Diese Art der Häufung von infizierten Thailand-Touristen könne er aber nicht interpretieren.

Wurden Sie auch von diesem Pilz befallen? Melden Sie sich per Mail an feedback@20minuten.ch und geben Sie nach Möglichkeit auch Ihre Telefonnummer an. Anonymität können wir Ihnen selbstverständlich gewährleisten.

(tab)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Martin S. am 21.07.2015 07:03 Report Diesen Beitrag melden

    Ist schon Märchenstunde?

    Der Bericht ist erstunken und erlogen. Eine Frau aus Schweden geht nach Thailand, lässt sich von einem Touristen (!) durchpflügen und den kennt man auch noch ? Und der hatte ZUVOR schon Schmerzen? Behandeln lässt sich die Schwedin dann im Triemlispital? Das alles plaudert der auch noch fröhlich aus? Die Männer kannten ihre bezahlbare Dame auch immer noch alle. Ja wer's glaubt. Bestimmt hat der Reporter noch detailliert die Narben gezählt, so plastisch wie er es beschreibt. Und dann ist er aus seinem Rausch aufgewacht...

    einklappen einklappen
  • lex. am 21.07.2015 07:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die 18 jährige legte selbst Hand an.

    Ja nein, eben nicht, sonst wäre sie nicht in der Zeitung ;) Wünsche euch einen schönen sonnigen Tag.

  • marc s. am 21.07.2015 06:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ist so

    kein wunder wenn die meisten unserer männer nur als sextouristen dorthin gehen.....und diesen pilz gibts nicht nur im rotlicht, er kann bei allen menschen auftreten. traurig aber wahr.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Thomas Bader am 25.07.2015 03:32 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach vorsorglich Pilzsalbe auftragen

    Interessant wäre zu erfahren, ob man vorsorglich durch Auftragen einer Hautpilz Salbe den grossflächigen Ausbruch dieses Hautpilztyps in Schach halten kann. Ich zumindest würde sofort bemerken, ob ein Hautpilz am Kommen ist, der zu wuchern beginnt. Ab diesem Stadium würde das weitere Fortschreiten unterbunden werden können. Oder alle 2 Tage mal ein wenig Hautpilzsalbe auftragen, so kann wohl kein Pilz wirklich Fuss fassen, wenn man in Pattaya rummacht.

  • Sis am 21.07.2015 14:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rasur soll einzig schuld sein?

    Schade wird dieser ausschlag auf die intimrasur abgetan. Das sexualverhalten dieser menschen hat wohl mehr mit damit zu tun. In südamerika gibts die intimrasur schon lange..... Von da kommt kein wort im artikel. Toller differenzierter journalismus.... Meiner meinung nach ist die totalrasir eh ne komische vorliebe, ich auf jeden gall möchte nicht aussehen wie meine tochter (9) im intimbereich.

  • vorbi am 21.07.2015 13:42 Report Diesen Beitrag melden

    Was soll das für ein Aufschrei ...

    ... sind ALLE selber schuld. Es gäbe ja auch noch andere, schönere und niveauvollere Betätigungen im Urlaub als .... Habe mit niemandem Erbarmen. Hoffentlich zahlt die KrK nicht - so würden einige vielleicht eine Lehre daraus ziehen - was ich mir aber kaum vorstellen kann.

  • Manu am 21.07.2015 13:34 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso...

    Gehen Männer (und auch Frauen) immer nach Thailand für Sex? Sind die Leute dort irgendwie besser als andere? Ich kann das nicht verstehen... Kann mir das jemand erklären?

  • Ronald Lack am 21.07.2015 13:18 Report Diesen Beitrag melden

    Lustschreie für nichts.

    Das alles wegen ein paar Sekunden Freude und dafür gibt man noch Geld aus.