Neue Unabhängigkeitspartei

14. Juni 2014 07:02; Akt: 14.06.2014 07:02 Print

«Wir sind eine Minimal-Staat-Partei»

von N. Glaus - Die frühere Präsidentin der Jungfreisinnigen, Brenda Mäder, hat die Unabhängigkeitspartei UP gegründet. Im Interview sagt sie, warum die Schweiz eine neue liberale Kraft braucht.

storybild

«Mit der neuen Partei wollen wir vom bemutternden Staat wegkommen, also weniger Vorschriften, Unabhängigkeit, eine maximale Entscheidungsfreiheit des Bürgers», erklärt Brenda Mäder, Gründungsmitglied der neuen Unabhängigkeitspartei.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Frau Mäder*, mit zwei weiteren ehemaligen FDP-Politiker gründen Sie die Unabhängigkeitspartei. Warum braucht es in der Schweiz eine achte Partei?
Brenda Mäder: Es gibt enorm viele Leute, die – so wie ich – keine politische Heimat finden. Es braucht in der Schweiz eine Partei, die sich konsequent für die Bürger und ihre Freiheiten einsetzt. Viele der Parteien sind zu fest in den politischen Prozessen festgefahren und zu sehr damit beschäftigt, Kompromisse zu schliessen. Wir sind hingegen weniger eingebunden und können das Maximum fordern – vergleichbar mit den Jungparteien. Aber «liberal» kennt kein Alter, wir sind deshalb eine Partei für ein freiheitsliebendes Publikum, egal wie alt.

Was sind denn die konkreten Ziele der Partei?
Mit der neuen Partei wollen wir vom bemutternden Staat wegkommen, also weniger Vorschriften, Unabhängigkeit, eine maximale Entscheidungsfreiheit des Bürgers. In diesem Sinne soll unsere Partei eine neue Marke werden, die sich glaubhaft für mehr Freiheit einsetzt. Also die klassischen liberalen Forderungen, einfach konsequent umgesetzt.

Warum schliessen Sie sich nicht einfach der FDP an?
Nach meinem langjährigen Engagement bei den Jungfreisinnigen habe ich bei der FDP nie wirklich eine politische Heimat gefunden. Sie setzt sich zu wenig geradlinig für liberale Anliegen ein. Es fehlt die konsequente Forderung nach Freiheit und Eigenverantwortung. Die FDP ist eine «starker und schlanker Staat» Partei. Wir hingegen sind eine «Minimal-Staat»-Partei. Das hat auch etwas mit Konsequenz zu tun.

Sie sprechen immer wieder die «Konsequenz» an, was verstehen Sie darunter?
Konsequent ist zum Beispiel, dass wir nicht für Regierungs- oder Stadtratsämter kandidieren werden. Denn wenn man im Regierungsrat sitzt, ist es beispielsweise schwierig, Subventionen abzuschaffen, da man diese ja in diesem Amt verwalten muss. Wir wollen lieber als Opposition der Regierung auf die Finger schauen.

Haben Sie noch ein anderes Beispiel, inwiefern sich die Unabhängigkeitspartei von der FDP unterscheidet?
Beispielsweise setzen wir uns stark für die No-Billag-Initiative ein. Das wäre für die FDP vermutlich unvorstellbar.

Werden Sie ebenso engagiert gegen die EU politisieren wie Ihr englischer Namensvetter, die Ukip (UK Independence Party)?
Grundsätzlich sind wir froh, dass die Schweiz unabhängig ist. EU-Kritik wird allerdings nicht unser Fokus sein. Im Gegensatz zur Ukip wollen wir aber offene Grenzen für Menschen und Güter, also freie Einwanderung und freien Handel.

Wird Ihre Partei mit dieser radikal-liberalen Haltung Erfolg haben?
Die ersten Reaktionen sind sehr positiv. Wir haben eine grosse Anhängerschaft in den Social Media – darunter auch viele Nicht-Wähler und Nicht-Parteiangehörige. Für die Gründerversammlung am Mittwoch haben sich bereits über 50 Personen angemeldet. Es gibt schon Erste, die selber aktiv werden möchten. Vorerst werden wir nun in den Kantonen Thurgau, St. Gallen und Zürich aktiv. Wenn sich aber jemand für andere Kantone meldet, gerne! Sobald die Partei eine gewisse Grösse hat, streben wir dann auch Sitze in den jeweiligen Parlamenten an.

* Brenda Mäder ist ehemalige Präsidentin der Jungfreisinnigen und Mitgründerin der neuen Unabhängigkeitspartei UP in der Schweiz.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Adam S. am 14.06.2014 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    Sich selbst zu Grabe tragen

    Die einzige Aufgabe der Politik ist es, optimale Rahmenbedingungen für das Gedeihen des Volkes zu schaffen (Freiheit, Wohlstand und Sicherheit). Im Gegensatz zu Firmen, muss und darf der Staat nicht wachsen. Der Staat kann nicht Effizient sein, da er keine Wettbewerber hat, welche ihn darauf trimmen. Politik muss sich in der letzten Konsequenz selbst abschaffen.

    einklappen einklappen
  • Ernst Fröhlich am 14.06.2014 18:54 Report Diesen Beitrag melden

    Wer opfert seine Freiheit für andere?

    Wir haben von links bis rechts schon genügend "liberale" Parteien, die stets ihre eigenen Privilege ausbauen, indem sie die Freiheiten der anderen Bürger einschränken wollen. Schliesslich endet die persönliche Freiheit dort, wo sie bei einem anderen beginnt.

  • Amanda am 14.06.2014 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    Keine ungebremste Einwanderung

    Vor allem die Abschaffung der staatlichen Fernsehgebühren finde ich sehr gut. Ich schaue nie SRF und will auch nicht dafür bezahlen. Freie Einwanderung dagegen ist unvernünftig. Wir platzen aus allen Nähten. Das geht an die Lebensqualität.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • P.A. am 15.06.2014 09:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwäch die Schwachen

    Ich selbst vertrete absolut die Meinung dieser Parteien. Ein wchlanker Staat, weniger Vorschriften und Freiheit beziehend der Homoehe oder dem Betäubungsmittelsgesetz - tönt super! Ich befürchte einfach ein wenig dass so eine Deregulierung die Starken stärkt& die Schwachen schwächt, was im Endeffekt für beide negative Folgen haben kann.

  • Martin M. am 15.06.2014 09:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Etwas Neues probieren? Nö, nicht für mich!

    Es ist traurig, zu sehen, wieviele Nörgler und Miesmacher hier auf diesen Bericht reagieren. Da wird mal eine frische Idee aufs Parkett gebracht und schon wird sie mit Kommentaren niedergemäht und in den Boden gestampft. Meine Absicht zur UP: Erst mal hinhören, eine Meinung bilden und dann an der Urne entscheiden.

  • motz am 15.06.2014 09:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    liberal ist

    das Unwort seit X Jahren.

  • No. Pe. am 15.06.2014 08:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Egoismus

    Diese Partei steht aus meiner Sicht zusammengefasst für den Egoismus und gegen die Gemeinschaft ein. Genau das, was wir in kommenden schweren Zeiten nicht brauchen können.

  • Schüll am 15.06.2014 08:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Voll daneben

    Nochmals eine Ellbogenpartei ohne jegliche soziale Kompetenz.

    • CP am 15.06.2014 09:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Liberal = Sozial

      Liberal ist hoch sozial. Wohlstand für alle gibt es nur wenn Unternehmer ein Produkt oder einen Service ohne staatliche Schranken am freien Markt anbieten dürfen. Das hat die Geschichte hoffentlich gut gezeigt! Wenn das Produkt nicht gebraucht wird, zu teuer oder von schlechter Qualität ist verschwindet es vom Markt. Insbesondere die sozial schwächeren profitieren am meisten von diesem System!!

    einklappen einklappen