Schweizer Stoff out

10. Februar 2012 21:38; Akt: 10.02.2012 21:38 Print

Niemand trinkt mehr Kirsch und PflümliNiemand trinkt mehr Kirsch und Pflümli

Der Absacker nach dem Essen kommt in der Schweiz fast immer aus dem Ausland. Der Anteil von einheimischen Bränden beträgt bloss noch 13 Prozent. Der Bund will nun die Rahmenbedingungen verbessern.

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Ein Innerschweizer Schnapsbrenner prüft frisch gebrannten Williams. (Bild: Keystone/Sigi Tischler)

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Inländische Spirituosen sind immer weniger gefragt. Gegenüber der importierten Ware verloren sie im Brennjahr 2010/2011 weiter an Terrain. Der Marktanteil beträgt nur noch 13 Prozent - in den 1980er-Jahren waren es noch 80 Prozent. Jetzt sollen Massnahmen ergriffen werden.

Nach einer vorübergehenden Erholung 2010 haben Schweizer Spirituosen auf die ausländische Konkurrenz wieder an Boden eingebüsst. Während der Pro-Kopf-Konsum bei 1,6 Liter reinem Alkohol stabil blieb, sind Inlandspirituosen um 5 Prozentpunkte auf 13 Prozent Marktanteil eingebrochen. Dies teilte die Eidgenössische Alkoholverwaltung (EAV) am Freitag mit.

Auch schlechte Ernte ein Grund

Im Brennjahr 2010/2011 (Juli 2010 bis Juni 2011) wurden in der Schweiz 13 404 Hektoliter reiner Alkohol an Spirituosen hergestellt. Das sind 30 Prozent weniger als im Brennjahr 2009/2010. Die EAV begründet den Einbruch unter anderem mit den schlechten Ernten von Kirschen und Zwetschgen.

Derweil ging der Import von Spirituosen gegenüber dem Vorjahr nur leicht zurück. 87 662 Hektoliter reiner Alkohol an Spirituosen wurden eingeführt. Die Steuereinnahmen sanken wegen des starken Rücklaufs inländischer Produktion und des schwachen Rückgangs der Importe leicht auf gut 291 Millionen Franken.

Marktliberalisierung als Massnahme

Das neue Spirituosensteuergesetz soll den anhaltenden Rücklauf der Schweizer Spirituosenbranche stoppen. «Es braucht eine Marktliberalisierung», sagte EAV-Sprecher Nicolas Rion auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Diese werde in der Totalrevision des Alkoholgesetzes geregelt sein. Der Bundesrat hat die dazugehörige Botschaft am 25. Januar 2012 verabschiedet.

Es brauche verbesserte Rahmenbedingungen für die inländischen Spirituosenproduzenten, um den Rückstand gegenüber der ausländischen Konkurrenz aufzuholen. «Die existierenden Bestimmungen sind uralt und müssen ersetzt werden», sagte Rion.

Whiskey und Wodka noch «junge» Getränke

Mit der Revision sollen unter anderem die Konzessionen für die Spirituosenproduktion durch eine Meldepflicht ersetzt werden. Ausserdem soll die freie Wahl der Rohstoffe eingeführt werden.

Hier hatten die Schweizer Produzenten lange Zeit einen Rückstand auf die ausländische Konkurrenz. Getränke wie Whiskey oder Wodka, die seit vielen Jahren sehr gefragt sind, konnten inländische Produzenten erst ab 1999 herstellen. Zuvor war es ihnen verboten, Getreide als Rohstoff zur Herstellung von Spirituosen zu verwenden.

(sda)

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  • Blues Brothers am 13.02.2012 00:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kreativ sein

    Ganz einfach wenn man den Namen ändern würde wäre es erfolgreicher. Die Jugend kauft lieber den coolen whiskey als den kirsch:D

  • Steff am 12.02.2012 00:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Igitt

    Ja schade, aber die heutigen Nachkommen trinken immer weniger Kirsch, weils auch nicht gut ist! Punkt! Ich bin nun 36ig und hatte Kirsch noch nie gern! Grappa und Co. hat wenigstens Geschmack, und ist nicht so ätzend wie Kirsch und anderen Schnapps Fusel!

  • Jay Thoma am 11.02.2012 20:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gunzwiler

    Ich sage nur gunzwiler schnäpse. Der beste der welt. Probiert mal den vieille prune... So was edles gibts gar nicht....