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08. März 2012 16:42; Akt: 08.03.2012 17:10 Print

Implantate-Register soll Pflicht werden

von Jessica Pfister - Rund zwei Monate nach dem Skandal um die französischen Billig-Brustimplantate reagiert die Politik. SP-Nationalrätin Bea Heim fordert, dass Ärzte künftig Implantate registrieren müssen.

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Heute gibt es zwar ein Brustimplantat-Register, doch weil es freiwillig ist, wird es kaum genutzt. (Bild: colourbox)

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Noch immer ist unklar, wie viele Frauen in der Schweiz Trägerinnen der fehlerhaften Brustimplantate der französischen Firma Poly Implant Prothèse sind (PIP). Diese Zahlen werden wohl auch immer ein Rätsel bleiben. Kein Wunder: Bisher gab es keine Pflicht, die Daten zu Brustimplantaten zu erfassen. Zwar gibt es seit rund drei Jahren ein nationales Brustimplantat-Register – doch kaum ein Arzt nutzt das Angebot (20 Minuten Online berichtete).

Nun wird die Politik aktiv. SP-Gesundheitspolitikerin Bea HeimBea
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fordert den Bundesrat in einer Motion auf, sämtliche Implantate-Register obligatorisch zu machen. «Wenn solche Register freiwillig sind, haben sie gar keine Aussagekraft», kritisiert Heim. Seien die Ärzte allerdings gesetzlich dazu verpflichtet, das Register zu benutzen, könne man nicht nur die Qualität von einzelnen Produkten besser kontrollieren, sondern auch zur Sicherheit beitragen. «Im Falle der fehlerhaften Brustimplantate hätte ein obligatorisches Register mitgeholfen, die betroffenen Frauen schnell ausfindig zu machen und zu informieren.»

«Gesellschaft sind Hände gebunden»

Die Schweizerische Gesellschaft für plastische Chirurgie (SGPRAC) begrüsst Heims Vorstoss. «Wir sind froh, dass dieses Thema den Weg auf die politische Ebene gefunden hat», sagt Dominque Erni, SGPRAC-Vorstandsmitglied und Mitentwickler des aktuellen Registers, gegenüber 20 Minuten Online. Der Gesellschaft würden jegliche Mittel fehlen, um ein Obligatorium durchzusetzen. Wäre dieses hingegen gesetzlich verankert, könnte die SGPRAC Ärzten im Ernstfall mit juristischen Massnahmen drohen.

Neben der Schönheitschirurgie sieht Heim aber auch bei anderen medizinischen Implantaten Handlungsbedarf – beispielsweise in der Kardiologie. So würden Ärzte schwerwiegende Vorkommnisse bei Herzschrittmachern deutlich zu selten dem Heilmittelinstitut Swissmedic melden. Deshalb verlangt Heim neben den obligatorischen Registern auch eine Meldepflicht. «Nur so können Behandlungserfolge, aber auch -Misserfolge richtig verfolgt und erforscht werden.»

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Geissi am 09.03.2012 06:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selbstbewusstsein.

    Gebt ihnen Selbstbewusstsein statt Datenbank und Implantat. Frauen steht zu eurem Körper!

  • Thomas am 08.03.2012 23:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sinn oder Unsinn? 

    Echt toll dieser politische Eifer! Aber falsche Massnahme! Solang jeder Arzt, völlig unabhängig von seiner Spezialisierung, Brustimplantate einsetzen kann und sich sogar offiziell Schönheitschirurg nennen darf, macht Anderes null Sinn! Es scheint allen Politikern und Beamten egal, dass diese nicht entsprechend ausgebildeten Ärzte mehr ästhetische Eingriffe pro Jahr durchführen als alle Fachärzte für Plastische Chirurgie? Würde sich jemand denn einen Bilddarm von einem Hautarzt entfernen lassen? Und warum braucht es für eine Brustrekonstruktion dann doch einen Plastischen Facharzt ?

  • Peter Schwarz am 08.03.2012 22:56 Report Diesen Beitrag melden

    Wer soll den Silikon Unsinn bezahlen?

    Es ist freiwillig Silikon in seinen Körper zu verpflanzen, und es soll auch freiwillig sein in der Silikondatenbank sich lustig zu machen. Da die Silikonmenschen ein erhötes Risiko tragen sollten da noch andere Konsequenzen folgen. PS: Was ist eine gute Frau, fragte DRS3 zu dem Frauentag. Die Antwort ist Frauen ohne Silikon!

    • Brustkrebs am 09.03.2012 07:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Plakativ

      Und was machen Frauen, denen wegen Krebs die Brust abgenommen wurde? Mit nur einer oder gar keiner Brust mehr leben? Es gibt nicht nur Schönheits-OP's sondern auch solche, die wieder Lebensqualität nach einer überwundenen schlimmen Krankheit bringen. Dieses plakative Gerede ist sehr dumm.

    • Kati am 10.03.2012 07:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      nicht weit genug gedacht!

      Weisst du eigentlich, dass es Frauen gibt, die sehr dankbar um diese Implantate sind?!? Nicht nur um die Brüste zu vergrössern, sondern überhaupt eine zu haben-Brustkrebs. Ich jedenfalls bin sehr dankbar! Denk doch einwenig weiter!!!!!!!

    • kavi am 10.03.2012 16:34 Report Diesen Beitrag melden

      silly cones

      Eine gemeinsame Datenbank hilft bei gemeinsamen Fragen & Antworten. Oft ist auch die Allgemeinheit betroffen, falls ihr Kosten für Nachsorge aufgetischt werden.

    einklappen einklappen
  • monika am 08.03.2012 22:17 Report Diesen Beitrag melden

    es wird gepfuscht auch in der schweiz

    nützt alles nix, solange es in der schweiz ( zürich) ärzte gibt presse & volk bekannt frauen verunstalten. diese ärzte pfuschen fröhlich weiter. nicht mal die ch patientenstelle kann den arzt zur rausgabe seiner haftpflichtdaten bringen. traurig echt.

  • Fnord am 08.03.2012 20:49 Report Diesen Beitrag melden

    Selbst Verantwortung übernehmen!

    Bekomme ich dann Zugriff auf die Datenbank, um mir eine Frau zu suchen? Vielleicht stehe ich ja auf grosse pralle Brüste. Nein, wehret der Datenkrake Staat! Man kann sicher nicht jedem alten, vielleicht auch vergesslichen Menschen zumuten, über seine Herzschrittmacher und sonstigen Implantate genau Buch zu führen. Wer sich aber aus kosmetischen Gründen Implantate einsetzen lässt (und das ist ein anderes, jüngeres und sicher zurechnungsfähiges Publikum), der soll gefälligst selbst Verantwortung dafür übernehmen und Buch führen.

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