Superpolitiker

26. Juli 2017 05:45; Akt: 26.07.2017 05:45 Print

Diesen Bundesrat sucht die Schweiz

Das Rennen um die Nachfolge Didier Burkhalters ist im Gang. 20 Minuten hat die Stärken der Kandidaten analysiert – und daraus einen Superbundesrat erschaffen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Bundesversammlung bestimmt am 20. September den Nachfolger des abtretenden Aussenministers Didier Burkhalter. Weniger als zwei Monate vor der Wahl dreht sich das Kandidaten-Karussell immer schneller: Nachdem sich die Spitze der Tessiner FDP auf Nationalrat Ignazio Cassis festgelegt hatte, meldete am Wochenende auch die Waadtländer Staatsrätin Jacqueline de Quattro ihr Interesse an.

Die Anforderungen an das Amt sind hoch: Der neue Bundesrat sollte Exekutiv-Erfahrung mitbringen, dossierfest und rhetorisch beschlagen sein sowie einen guten Draht zum Volk haben.
Doch welche Stärken haben die Kronfavoriten? Die Fotomontage von 20 Minuten gibt eine Übersicht. Berücksichtigt wurden auch zwei Vertreter der Ostschweiz, auch wenn Kandidaten aus der lateinischen Schweiz im Vordergrund stehen.

1. Körper und Hände: Jacqueline de Quattro

In der Deutschschweiz ist sie eher unbekannt, in der Westschweiz hat sich die Waadtländer Staatsrätin Jacqueline de Quattro aber als «eiserne Lady mit Samthandschuhen» einen Namen gemacht, seit die Polizeidirektorin 2013 in Lausanne rigoros gegen Drogendealer vorging. Sie hat den schwarzen Gürtel gleich zweimal: im Judo und im Ju-Jitsu. Die 57-jährige Juristin könnte zudem vom Frauenbonus profitieren.

2. Augen: Ignazio Cassis

Er ist der Kronprinz aus dem Tessin. Er gilt als umsichtiger und weitsichtiger Stratege, der auch dank seiner perfekten Sprachkenntnisse Kompromisse schmieden kann. «Wenn man mit drei Schwestern und nur einem Badezimmer aufwächst, lernt man sehr viel über geschickte Verhandlungstechnik», scherzte Cassis kürzlich in der «Schweizer Illustrierten».

3. Stirn und Haare: Martin Schmid

Martin Schmid ist einer der einflussreichsten Politiker im Ständerat – und gilt als blitzgescheit. Für seine Dissertation über Steuerrecht bekam er an der HSG Höchstnoten, zudem war er acht Jahre lang Bündner Regierungsrat. Obwohl der 48-Jährige einer breiteren Öffentlichkeit kaum bekannt ist, dürfte seine Stunde spätestens beim Rücktritt von Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann schlagen.

4. Mund: Christian Lüscher

FDP-Vize Christian Lüscher trat bereits vor acht Jahren gegen Didier Burkhalter an, konnte seither aber viele Erfahrungen in Bundesbern sammeln. Der Genfer Anwalt spielt leidenschaftlich gern Theater – und auch die Politik ist für ihn eine grosse Bühne. Er ist schlagfertig, wortgewandt und nie um einen Spruch verlegen. Böse Zungen sagen, er sei ein Grossmaul, andere attestieren ihm einfach nur ein gesundes Selbstvertrauen.

5. Nase: Pierre Maudet

Der 39-jährige Genfer Sicherheitsdirektor Pierre Maudet ist gleich alt wie der französische Präsident Emmanuel Macron. Er gilt als gewiefter Taktiker mit einem guten Näschen für die Befindlichkeiten des Volkes. Trotz seines jungen Alters bringt der Instinktpolitiker bereits Exekutiverfahrung mit. Er wurde schon früh von Alt-Bundesrat Pascal Couchepin gefördert – auch diesem eilte der Ruf eines Alphatiers voraus.

6. Ohr: Karin Keller-Sutter

Die 53-Jährige kann gut zuhören und ist mittlerweile in Bundesbern bestens vernetzt, zudem profitiert sie von ihrem Netzwerk aus der Zeit als St. Galler Justizdirektorin, wo sie sich ähnlich wie de Quattro durch eine konsequente Politik einen Namen gemacht hatte. 2010 verlor die Dolmetscherin noch gegen Johann Schneider-Ammann, bei einer neuerlichen Kandidatur hätte sie aber gute Chancen.

(daw)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Cilitan am 26.07.2017 06:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    dachte schon

    und ich dachte schon es geht darum das dieser auch was taugt.

    einklappen einklappen
  • sempre Fidelis am 26.07.2017 06:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig aber wahr

    Erstens geht es um die Eidgenossen und nicht um Schweizer. Was wir suchen ist nicht, wird nie werden und wird niemals kommen. Alle Politiker in der Schweiz sind Marionetten des Systems und der EU. Nicht einer vertritt den Willen des Volkes sondern tritt es mit Füssen zu seiner Gunsten.

    einklappen einklappen
  • Beat am 26.07.2017 06:09 Report Diesen Beitrag melden

    nicht um den Kopf, es geht um das Herz

    Es geht nicht um den Kopf, es geht um das Herz, und dieses soll nach unserer Bundesverfassung schlagen

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ente am 26.07.2017 20:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Exekutive

    Leider haben viele Vergessen was der BR überhaupt ist. Als Exekutive ist er grundsätzlich Ausführende Gewalt der Legislative ( dem gemeinen Volk). In dieser Position muss man möglichst weit weg von Partei-interessen sein, denn keine Partei der CH repräsentiert alle Schweizer. Seine Einflussnahme ist genauso gross wie die von jedem Bürger, den er hat eine Stimme an der Urne. Die schlimmsten Volksvertreter sind die Haudegen und Polteris welche sich knapp 20% der Urnengänger wünschen.

  • Xavi am 26.07.2017 18:47 Report Diesen Beitrag melden

    Sind Wähler Demokratie würdig?

    Nicht jammern, wir waren gegen die Volkswahl des BR und damit verdienen wir nur das was uns vorgesetzt wird.

  • Bürger einer Schein- & Heucheldemokratie am 26.07.2017 17:15 Report Diesen Beitrag melden

    Echte Demokratie brauchen wir

    Es braucht Bundesräte, die zu 100% das Volkswohl, das Wohl aller, als oberste Maxime sehen. Da die meisten Mitglieder der Bundesversammlung mehrheitlich andere Interessen, als die des Gesamtvolkes vertreten, wird sie folglich auch einen entsprechend volksfremden Bundesrat vorschlagen und wählen. Die Bundesratskandidaten müssen vom Volk, dem Souverän ausgewählt und gewählt werden und National- und Ständeräten müssen die Vertretung anderer Interessen, die nicht zu 100% dem Volkswohl dienen, verboten werden. Alles andere ist eine Schein-Demokratie.

  • Fritz aus Zürich am 26.07.2017 15:35 Report Diesen Beitrag melden

    eine gute und starke Person

    Eine geeignete Person zu finden ist sehr schwierig. Karisma- Emphatie wie auch sympathie und Zuverlässigkeit und auch Volksnähe sollte diese Person haben. Spielt absolut keine Rolle ob Mann oder Frau. Schaut einmal ins Bundeshaus, dieser BR ist ein Trauerspiel. Jetzt sollte endlich schluss sein mit dem Geschwafel und Geschmauchel.

  • Nozzi am 26.07.2017 15:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Cassis

    Ich habe gehört, dass dieser Cassis nur ein weiterer KK Lobbyist sei. Im Grunde genommen ist es völlig wurscht wer gewählt wird, sind eh alles nur elitäre Lobbyisten, die lieber auf ihr eigenes Portemonnaie schauen.