Happy End für Flüchtlinge

07. Januar 2016 14:42; Akt: 07.01.2016 16:43 Print

Eltern finden verlorenen Sohn (10) in der Schweiz

Mahdi aus Afghanistan lebt allein in der Schweiz. Seine Eltern hatten ihn bei der Flucht per Boot verloren. Nun kommt es in Deutschland zum Wiedersehen.

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Die Flüchtlings-Familie Rabani aus Afghanistan wollte im April per Boot von der Türkei aus nach Griechenland flüchten, um dann nach Deutschland zu gelangen. Der 10-jährige Mahdi Rabani stieg irrtümlich in ein falsches Boot und wurde so von seiner Familie getrennt. Seither fehlte jede Spur von ihm. Auch gab es wenig Hoffnung, ihn eines Tages wieder zu treffen: Sein Boot war gekentert, und seine Eltern befürchteten, dass der Zehnjährige ertrunken sei.

Durch intensive Behörden-Recherchen ist es dem Flüchtlingsbetreuer Rani Hijazi vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) Uelzen gelungen, den Jungen ausfindig zu machen: Mahdi hält sich seit April in der Schweiz auf, wie die «Allgemeine Zeitung» berichtet. «Als ich ihn endlich aufgespürt hatte, kamen mir die Tränen», erzählt Hijazi. Auch die Eltern des Zehnjährigen sind überglücklich.

Aus dem Meer gerettet

«Mahdi geht es gut. Er spricht schon gut Deutsch, und zwar mit Schweizer Akzent», bestätigt Meike Karolat, Sprecherin des DRK Uelzen, der «Allgemeinen Zeitung». «Die Eltern telefonieren jeden Tag mit ihm.»

Nachdem sein Boot im April gekentert war, konnte der Flüchtlingsbub aus dem Meer gerettet werden. Heute lebt er bei einer anderen afghanischen Familie in der Nähe von Bern. Gemäss den Behörden kann er in wenigen Wochen zu seiner Familie zurück. Diese lebt seit zwei Wochen in einer privaten Unterkunft in Bad Bodenteich in Deutschland. Die Rückreise wird durch den DRK-Kreisverband Uelzen vorbereitet.

Vater sollte Töchter zwangsverheiraten

Gemäss den Eltern flüchtete die Familie aus Afghanistan, weil sie von den Taliban terrorisiert worden sei. Der Vater Mohammed Ibrahim Rabani sollte seine 15 und 16 Jahre alten Töchter mit einem älteren Mann und dessen Sohn zwangsverheiraten.

Als sich Rabani geweigert habe, soll der Fremde ihm gedroht haben, er werde ihn und seine Familie töten. «Ich konnte dort nicht mehr leben», so Rabani.

(qll)