Kritik an Finanzbericht

25. April 2012 19:49; Akt: 25.04.2012 19:49 Print

Blatter & Co. gönnen sich Millionen-Boni

Rüffel vom Europarat für die Fifa: Das Parlament fordert vom Verband um Sepp Blatter «mehr Transparenz». Dieser soll sich und seinen Funktionären fast 30 Millionen US-Dollar als Boni ausbezahlt haben.

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Sepp Blatter zahlt sich und seinen obersten Fifa-Funktionären weiterhin fürstliche Boni aus. (Bild: Keystone/Patrick B. Kraemer)

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Dem internationalen Fussballverband Fifa droht Ärger: Wie verschiedene Medien berichten, will der Europarat untersuchen, ob Sepp Blatter bei seiner letzten Wahl zum Fifa-Chef seine Befugnisse «genutzt habe, um unfaire Vorteile für sich selbst oder potenzielle Wähler zu erhalten». «Die Führung der Fifa und ihr Präsident haben nicht viel getan, um die Schuldigen zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen», sagte der Berichterstatter der Versammlung, der konservative Franzose Francois Rochebloine, wie unter anderem das deutsche Portal rp-online.de berichtet. Er habe im Gegenteil den Eindruck, dass bei der Fifa «eine Art Gesetz des Schweigens verhängt wurde».

Wie die «Rundschau» des Schweizer Fernsehens herausgefunden hat, soll sich die Spitze um Sepp Blatter Boni in Millionenhöhe ausbezahlt haben - und das trotz der anhaltenden Kritik an der Gehaltspolitik bei der Fifa, die als Verein gilt. 2011 sollen 29,5 Millionen US-Dollar an die leitenden Organe ausbezahlt worden sein. Davon würden rund 35 der höchsten Funktionäre profitieren. Die Boni bezeichnet die Fifa selber als «kurzfristig fällige Leistungen». Diese knapp 30 Millionen Dollar sollen der Fifa-Spitze aber nicht reichen. Zusätzlich kassieren sie ausserordentliche Zahlungen an die Pensionskasse.

Wie viel davon direkt an Blatter geflossen ist, ist unklar. Offiziell ist das Fifa-Präsidium ein Ehrenamt. Blatter selbst beziffert seine «Spesenentschädigung» gern so: «Eine Million im Jahr, vielleicht ein bisschen mehr.»

«Die Schweiz hat zu lange zugeschaut»

In einem scharfen Kontrast zu diesen Boni- (oder Spesen-) Zahlungen stehen die 2011 bezahlten Steuern der Fifa. Dass die Fifa als Verein und damit als «nicht gewinnorientierte Organisationen» geführt wird, passt manchen Politikern ganz und gar nicht. So fordert der ehemaligen Fifa-Marketing-Mitarbeiter und heutigen SVP-Nationalrat Roland Büchel in der «Rundschau» eine Abschaffung der daraus resultierenden Steuervorteile für die Fifa: «Die extremen Steuervorteile für die Fifa als Milliardenkonzern sind nicht mehr zeitgemäss. Die Schweiz hat hier zu lange zugeschaut und muss jetzt handeln.»

Wie die «Rundschau» weiss, weist die Fifa für das Jahr 2011 in ihrem Finanzbericht 4,8 Millionen «Steuern und Abgaben» aus. Würde sie als Unternehmen besteuert, müsste sie massiv mehr von ihrem Milliardenumsatz an den Staat bezahlen. Der Anti-Korruptions-Experte Mark Pieth berät die Fifa zur Zeit, wie sie Korruption und Vetternwirtschaft intern ausmerzen soll.

(jam/sco)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Thomas Hinz am 26.04.2012 08:41 Report Diesen Beitrag melden

    Irgendwann ist einfach mal Schluss!

    Die FIFA in Ehren sowie auch Blatters Verdienste. Auch war die FIFA jahrelang gut fürs Image und Prestige der Schweiz. Doch mittlerweile sind soviele Skandale ans Licht gekommen, dass uns dieser Verband mittlerweile mehr schadet als nützt. Und da kommt ja noch hinzu dass dieser korrupte Verein noch Steuerfreiheit geniesst. Die FIFA droht mit Abwanderung, wenn sie keine Steuerfreiheit mehr bekommt. Ich würde meinen, sehr gut, dann gehen die von alleine...!

  • Shinji Schneider am 25.04.2012 22:03 Report Diesen Beitrag melden

    Alte Weisheit

    Um es mit den Worten von Udo Jürgens zu sagen. "Wie wird der Mensch, zum Nimmersatt? Wer alles hat, kriegt noch Rabatt. Und woher kam die Gier nach Geld? Wie kommt der Hunger auf die Welt?"

  • n. studer am 25.04.2012 21:58 Report Diesen Beitrag melden

    Offener Brief an Sepp Blatter

    Offener Brief: lieber Herr Sepp Blatter. Mal ehrlich: "wo ist ihr Gewissen, dass Sie so viele Millionen unversteuert einstecken können und das noch ohne mit einer Wimper zu zucken? Denken Sie, Sie könnten sich in aller Öffentlichkeit mal dazu äussern? Für einen Ehrenmann in Ihrer Position ist das doch ein Kinderspiel, nicht war?" ....Wenn nicht ist das auch eine Antwort, lieber Sepp Blatter. Noch was Herr Blatter: nicht alle wollen IHREN Fussball! Es gibt noch anderes im Leben.....Denken SIE mal darüber nach.

  • Ueli am 25.04.2012 21:52 Report Diesen Beitrag melden

    Mir wird nur noch schlecht....

    ...wenn man das so liest. Warum sind die Leute so gierig, mit 200 000 pro Jahr könnte man doch schon ein so tolles Leben führen, ich kann nicht einmal neidisch sein, diese Leute tun mir einfach nur noch leid.

  • Martha Keller am 25.04.2012 21:47 Report Diesen Beitrag melden

    Tüpflischiiser

    Die FIFA bringt der Schweiz nebst Ansehen auch Nebeneinkünfte. Die Organisation könnte jederzeit in ein steuerfreies Land umziehen. Die Schweizer sind ewige Meckerer. Grauenhafte Tüpflischiiser! Jedes andere Land wäre froh den Hauptsitz der FIFA bei sich zu haben.

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