US-Hackerangriff

15. Januar 2014 09:28; Akt: 15.01.2014 11:21 Print

Auch Kreditkarten von Schweizern betroffen

In der Weihnachtszeit haben Hacker Daten von bis zu 100 Millionen Kreditkarten gestohlen. Ziel des Angriffs waren grosse US-Detailhändler. Auch Schweizer wurden Opfer.

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In den USA laufen Zahlungen per Kreditkarte über den Magnetstreifen. Dieser macht die Karte anfällig für Hackerangriffe. (Bild: Keystone/AP/Martin Meissner)

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Dass vor Weihnachten die Kassen der Detailhändler klingeln und viele Kunden bargeldlos zahlen, machten sich US-Hacker zunutze und bemächtigten sich Millionen von Kreditkartendaten. Davon sind auch mehrere Hundert Schweizer betroffen, zeigen Recherchen der SRF-Sendung «Espresso».

Zur fraglichen Zeit hätten rund 500 der eine Million Viseca-Kunden mit ihrer Karte bei US-Detailhändlern eingekauft, bestätigt die Kreditkarten-Herausgeberin. «Diese Karten gelten als potenziell gefährdet», sagt Sprecherin Nadine Geissbühler. Man habe bereits spezielle Sicherheitsvorkehrungen getroffen.

Auch beim Kreditkartenunternehmen Swisscard sind mehrere Hundert der gut eine Million Kunden direkt von dem US-Hackerangriff betroffen. Zum Schutz dieser Kunden habe man bereits Verarbeitungssysteme angepasst oder Karten ersetzt, so Swisscard-Sprecher Urs Knapp.

Herausgeberin übernimmt Schaden

Wer in der Vorweihnachtszeit in den USA war, soll seine Monatsabrechnung besonders sorgfältig prüfen und Unregelmässigkeiten innert 30 Tagen melden, raten Viseca und Swisscard ihren Kunden.

Hält man diese Vorgaben ein, riskiere man bei einem Missbrauch keinen finanziellen Schaden – diesen würde die Herausgeberin übernehmen, versichern beide Unternehmen.

Vom Angriff betroffen waren mindestens der US-Detailhändler Target und die US-Modekette Neiman Marcus. Analysten vermuten aber noch weitere betroffene Firmen, meldet «Espresso».

Altes System macht es Hackern leicht

In den USA laufen die meisten Zahlungen noch über den Magnetstreifen auf der Kreditkarte. Dieses veraltete System vereinfacht den Datenklau. In Europa sind Kreditkarten mit einem Chip ausgestattet, zur Zahlung benötigt man einen PIN-Code.

Dennoch haben Schweizer Kreditkarten einen Magnetstreifen, um auch in den USA benutzt werden zu können. Somit sind die Karten ebenfalls anfällig für Hackerangriffe.

(kko)