Birkenzucker und Stevia

11. September 2017 10:31; Akt: 11.09.2017 10:40 Print

Mehr vergiftete Hunde wegen Süssungsmitteln

In Lebensmitteln stecken zunehmend Süssungsmittel statt Zucker. Für Hunde hat der Verzehr solcher Produkte oft fatale Folgen. Doch nur die wenigsten Besitzer wissen das.

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«Eine Hündin ist am 1. September an einer Birkenzucker-Vergiftung gestorben, sie hatte etwas Geburtstagskuchen stibitzt.» So beginnt eine Whatsapp-Nachricht, die derzeit fleissig unter Schweizer Hundehaltern verbreitet wird. Die aktuellen Ernährungstrends würden dazu führen, dass immer mehr Produkte alternative Süssungsmittel beinhalten.

Besonders vor Birkenzucker, auch Xylit genannt, wird in der Nachricht als «tödliche Gefahr» und «Gift» für Hunde gewarnt. «Besteht ein Verdacht, dass euer Hund auch nur eine geringe Menge geschluckt hat, muss sofort der Tierarzt aufgesucht werden», heisst es weiter.

Zahl der Vergiftungen nimmt zu

Die Leiterin der Notfall- und Intensivmedizin im Tierspital Bern, Katja Adamik, bestätigt einen Anstieg solcher Vergiftungen: «Bis vor einigen Jahren sahen wir das nie.» Nur wenige Hundehalter wüssten über die Gefahr der künstlichen Süssungsmittel Bescheid, die beispielsweise in Kaugummis, Zahnpasta, Kuchen oder Guetsli für Diabetiker enthalten sind.

«Leider kommt es vor, dass Hunde mit bereits massiven Symptomen zu uns kommen und eine intensive sowie teure Therapie über sieben bis zehn Tage notwendig ist, um den Hunden zu helfen», sagt Adamik. Anzeichen für eine Vergiftung seien Erbrechen, Apathie und Schwäche bis hin zu Krampfanfällen.

Auch Stevia kann zu Unterzuckerung führen

Laut Marie Müller, Tierärztin und Vorstandsmitglied des Schweizer Vereins für Kleintiermedizin, werden diese Süssstoffe auch in homöopathischen Präparaten verwendet: «Wir untersuchen nicht selten Patienten – vor allem Hunde –, die Lebensmittel mit Xylitol gefressen haben.» Die Süssstoffe seien aber auch für Katzen, Kaninchen, Kühe oder Ziegen gefährlich. «Wir bringen das Tier dann zum Erbrechen, um das Xylitol aus dem Magen zu holen, bevor es ins Blut aufgenommen wird.»

Auch zum Süssungsmittel Stevia hat es laut Müller schon Anfragen beim Toxzentrum gegeben: «Die Symptome sind theoretisch bei beiden Stoffen die gleichen – der Blutzucker sinkt stark und das Tier leidet dann an einer Hypoglykämie, einer Unterzuckerung.» Als Sofortmassnahme dagegen, könne man dem Tier auch Zuckerwasser oder Honig geben – «aber unbedingt immer Kontakt mit einem Tierarzt aufnehmen».

(wed)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Maria am 11.09.2017 10:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interessant

    ob das dann für Menschen wirklich so gesund ist, wenn Hunde daran gleich sterben... ich glaube ich bleibe bei normalem Zucker. esse einfach etwas weniger davon.

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  • Stritzi am 11.09.2017 10:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn der Hunger lockt

    Nichts rumstehen lassen wäre die beste Medizin, aber ist leider nicht immer so einfach, da der Hund sehr schnell sein kann.

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  • Amina123 am 11.09.2017 10:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schoggi=gift für hund

    tragisch.jedoch muss ich auch sagen,dass ein hund niemals auf die idee kommen würde zu stibitzen,wenn er nur sein hundefutter bekäme. leider geben viele halter ihren 4beinern immer wieder lebensmittel,die dem tier nicht gut tun.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mirko am 12.09.2017 08:02 Report Diesen Beitrag melden

    Teufelszeug

    Das fatale ist, dass selbst inzwischen viele homöopatische Mittel Xylit statt Milchzucker als Trägerbasis verwenden! Und auch in viele Medikamenten finder sich dieses Zeug. Zucker mag, wenn man zuviel davon isst ungesund sein. Aber Zuckerersatz ist noch viel ungesünder. Ich mache um alle künstlichen Süssstoffe einen grossen Bogen, auch wenn das bedeutet keinen Kaugummi mehr zu kaufen und ich auf viele Süssigkeiten verzichte und immer das Kleingedruckte auf den Lebensmittelettiketten lese.

    • Diabetiker am 12.09.2017 09:03 Report Diesen Beitrag melden

      Süssstoff Hysterie

      Für Menschen ist Zucker viel ungesunder als Süssstoff. Dass gewisse Tiere toxisch auf Xylit reagieren bedeutet nicht, dass es für Menschen ungesund wäre. Viren, Toxine, Nahrungsmittel unterscheiden sich ja auch grundlegend.

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  • Markus am 11.09.2017 19:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Picknick Plätze werden zur Gefahrenzone für Hunde

    Immer wieder bleiben Essensreste an Picknick Plätzen zurück. Solche Orte werden nun zu Gefahrenzonen für Hunde, Katzen und wahrscheinlich auch für Wildtiere.

  • s.piller am 11.09.2017 19:05 Report Diesen Beitrag melden

    alles gute schlecht machen

    Das gute wieder schlecht machen nur das der mensch gift zu sich nimmt. das weiss jeder egal welcher zucker mann nimmt tiere dürfen kein süsen zu sich nehmen. schaut einfach was die nicht gezämte tiere essen. schaut einfach algemein wie die natur es macht dann sollte der mensch eigentlich nicht mehr so misst bauen. Birkenzucker ist gesund und deswegen schreibt mann schlecht darüber das mann ja nicht zum gesunden wechselt.

    • Ursula G. am 12.09.2017 08:07 Report Diesen Beitrag melden

      @s.piller

      Birkenzucker (Xylit) wird bei nicht-bio-Produkten heutzutage auch gentechnisch hergestellt. Ist also in der Regel weit entfernt von gesund. Ich empfehle VOLL-rohrzucker, der ist nicht raffiniert (zum Vergleich: Vollkornmehl und Weissmehl) und selbst backen. Die ganzen gekauften Süssigkeiten schmecken doch sowieso nicht wirklich gut.

    • s.piller am 12.09.2017 08:59 Report Diesen Beitrag melden

      schade

      schade muss mann alles gentechnisch verendern, habe ich was gelernt. dann werde ich zu voll-rohrzucker wechseln. ich brobiere jetzt schon nur produkte aus der region zu nehmen, und alles was bearbeitet ist wie z.b teigwaren .. zu vermeiden. ja selber backen ist gut dann weiss mann was drin ist. was ist eigentlich mit dem milch verschwörung verschwörung oder nicht? kein tier nimmt milch nach seinem kindsalter nur wir menschen?

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  • Mint Berry am 11.09.2017 18:24 Report Diesen Beitrag melden

    bitte Ergänzen/Korrigieren

    Es gibt momentan keine Studie die eine Schädlichkeit von Xylit bei Katzen zeigt. Im Gegenteil, es wird sogar empfohlen das Wasser für die Katze mit Xylit anzurreichen da es gut für die Zähne ist und die Katze weniger Mundgeruch hat. Für Hunde ist Xylit allerdings giftig weil sie den Zucker nicht verstoffwechseln können.

    • loungebob am 11.09.2017 18:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mint Berry

      Hmm nein. Bei Katzen ist es schlichtweg noch nicht genügend untersucht.

    • s.piller am 11.09.2017 19:06 Report Diesen Beitrag melden

      recht haste

      Da kann ich nur zustimmen recht hast du und nicht nur für tiere auch uns menschen.

    • Frauenarzt am 12.09.2017 16:19 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig!

      Darum sollte jeder das Trinkwasser seiner Tiere mit Xylit anreichern! So Wolle aller!

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  • broke82 am 11.09.2017 17:57 Report Diesen Beitrag melden

    Auch gür den Menschen

    Nicht nur für Tiere / Hunde ist es gefährlich, auch für den Menschen... Doch wer gibt einem Hund schon Guetzlis????

    • loungebob am 11.09.2017 18:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @broke82

      Ich. Meistens zwar selbstgebackene Hundeguetzli aber alle paar Wochen gibts auch wieder mal ein normales Mailänderli. Das Problem hier stellen Produkte mit künstlichen Süssstoffen oder Zuckeraustauschstoffen dar, nicht die "normalen".

    • August Breu am 12.09.2017 08:54 Report Diesen Beitrag melden

      Kein Zucker für Tiere

      Das Problem mit dem normalen Zucker für Hunde: Sie putzen die Zähne nicht, später müssen die dann alle rausgenommen werden - also lieber zuerst Hirn einschalten, bevor etwas mit Zucker gefüttert wird.

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