Streit um Autobillet

06. Oktober 2017 08:16; Akt: 09.10.2017 08:57 Print

Fahrlehrer fordern 16 Pflicht-Fahrstunden

von D. Krähenbühl - Die Fahrlehrer protestieren gegen geplante Änderungen für Lernfahrer – und fordern 16 Pflichtstunden. Der TCS winkt ab.

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Das Bundesamt für Strassen (Astra) will die Fahrausbildung umkrempeln und etwa den Lernfahrausweis ab 17 Jahren abgeben, zwei Pflichtlektionen beim Fahrlehrer einführen oder die zusätzliche Verkehrsausbildung straffen. Für den Geschäftsführer des Schweizerischen Fahrlehrerverbands, Daniel Menzi, gehen die geplanten «Optimierungen» in die völlig falsche Richtung. Eine Umsetzung der Vorlage könnte zu mehr Unfällen mit Verletzten und Toten führen. Inskünftig würden jährlich bis zu 40'000 unerfahrene 17-Jährige auf die ohnehin schon verstopften Strassen rausgelassen - das könnte mehr Unfälle provozieren, wie der Schweizerische Fahrlehrerverband schreibt. Nach dem Willen des SFV soll jeder Fahrschüler künftig mindestens 16 Pflichtlektionen beim Fahrlehrer absolvieren. Zudem soll die Prüfungsdauer der Fahrprüfung verdoppelt werden. Auch müsse der zweite Kurstag (ökologisches Fahren) der Neulenker-Ausbildung unbedingt beibehalten werden. «Die Forderungen der Fahrlehrer sind auf reinem Eigeninteresse begründet. Da ist einzig der kommerzielle Gedanke dahinter», sagt SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner. Thierry Burkart, FDP-Nationalrat und Vizepräsident des Touring Club Schweiz (TCS), ist gegen die Forderungen des SFV: «Man sollte den Junglenkern nicht mehr Geld aus der Tasche ziehen als nötig.» Die Forderungen des Fahrlehrerverbands kann SP-Nationalrat Thomas Hardegger teilweise verstehen. «Die vom Astra verlangten zwei Pflichtstunden sind zu wenig. Es gibt technische und inhaltliche Gründe, wieso mehr Pflichtstunden Sinn ergeben würden.»

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Der Streit um die neue Fahrausbildung eskaliert: Der Schweizerische Fahrlehrerverband (SFV) wirft dem Bund vor, mit seinen geplanten Änderungen bei Lernfahrern Tote in Kauf zu nehmen. Der Hintergrund: Das Bundesamt für Strassen (Astra) will die Fahrausbildung umkrempeln und etwa den Lernfahrausweis ab 17 abgeben, zwei Pflichtlektionen beim Fahrlehrer einführen oder die zusätzlichen Verkehrsausbildung straffen.

Für SFV-Geschäftsführer Daniel Menzi geht das in die völlig falsche Richtung. Am Donnerstag gingen die Fahrlehrer darum in die Offensive: An einer Medienkonferenz stellten sie ihrerseits Reformvorschläge auf. Den Lernfahrausweis ab 17 lehnt der SFV ab. Er könne zu mehr Unfällen führen (siehe Box).

Fahrlehrer wollen mindestens 16 Pflichtlektionen

Nach dem Willen des SFV soll jeder Fahrschüler künftig mindestens 16 Pflichtlektionen beim Fahrlehrer absolvieren. Zudem soll die Prüfungsdauer der Fahrprüfung verdoppelt werden. Auch müsse der zweite Kurstag (ökologisches Fahren) der Neulenker-Ausbildung unbedingt beibehalten werden.

Die Statistiken zeigten, dass die Zahl der verletzten Junglenker gesunken sei. «Wir haben eines der besten Systeme, bei denen Fahrlehrer und Private Hand in Hand wirken», sagt Menzi.

«Reines Eigeninteresse der Fahrlehrer»

Die Forderungen der Fahrlehrer-Lobby erzürnen SVP-Nationalrat und Transportunternehmer Ulrich Giezendanner. Für ihn ist klar: «Die Forderungen der Fahrlehrer sind auf reinem Eigeninteresse begründet. Da ist einzig der kommerzielle Gedanke dahinter.» Darum seien sie auch für die Einführung der mindestens 16 Pflichtlektionen und eine zeitliche Verlängerung der Fahrprüfung von 45 auf 90 Minuten.

Auch FDP-Nationalrat und TCS-Vize Thierry Burkart spricht sich vehement gegen die Einführung von mindestens 16 Pflichtlektionen beim Fahrlehrer aus. «Das kommt für den TCS nicht infrage.» Auch persönlich halte er nichts von den Forderungen: «Man sollte den Junglenkern nicht mehr Geld aus der Tasche ziehen als nötig», sagt Burkart.

SP-Nationalrat Thomas Hardegger würde dagegen eine höhere Anzahl von Stunden beim Fahrlehrer begrüssen: «Die vom Astra verlangten zwei Pflichtstunden sind zu wenig. Es gibt technische und inhaltliche Gründe, wieso mehr Pflichtstunden Sinn ergeben würden.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Luca Miuca am 06.10.2017 08:26 Report Diesen Beitrag melden

    Abzocker

    Pflicht? Geht doch alles nur ums Geld! Wenn ich nach 5 Stunden bereit bin, will ich doch nicht noch 11 mal bezahhlen!!!! Ihr seit doch nur aufs Geld aus.

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  • Sven am 06.10.2017 08:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kosten

    Und am besten zu einem Stundensatz von 150.

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  • Petra am 06.10.2017 08:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es geht um Geld!

    Auf gar keinen Fall sowas zulassen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • yes am 08.10.2017 00:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abzocke

    Alles nur Geldmacherei!! Und auserdem mussten wir auch alle warten bis wir 18 waren!

  • chnüblicheib am 07.10.2017 18:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Chabis

    Einer braucht fünf Stunden, ein anderer 20, um das geforderte Level zu errechen. Wichtig ist an der Prüfung das geforderte zeigen zu können. Wie dies erreicht wird ist doch egal. Das liebe Geld.....

  • bäni am 07.10.2017 12:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lehrplan einführen

    würde diesen Amsatz begrüssen. Habe genug Bündner und Walliser Freunde, welche mit 6-7 Fahrstunden an die Prüfung können. Mein Vorschlag! Einen Lehrplan für die Fahrschule!

  • Joslyn am 07.10.2017 10:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nene ihr liäbä

    Klar wollen die Fahrlehrer mindestens 16 obligatorische Fahrstunden. Dann verdienen sie ja auch mindestens 1600 Stutz pro Kunde. Finde ich absolut nicht okay. Ein paar Fahrstunden nehmen ist wichtig, aber den Rest kann man auch super gut mit Verwandten und Freunden üben, die das Billett schon länger haben.

    • Loco Presto am 07.10.2017 13:01 Report Diesen Beitrag melden

      @Joslyn

      in etwa 5 bis 6 Fahrstunden, dann an die Prüfung ( oder musste etwa auf den Stutz geschaut werden?) man will doch nachher noch ein 300 PS Auto leasen ( schon wieder auf den Stutz schauen ) warum also soll der Fahrlehrer nicht auf den Stutz schauen ?

    • Logik am 07.10.2017 14:28 Report Diesen Beitrag melden

      @Loco Presto

      Das soll im ja auch nicht verwehrt werden dem Fahrlehrer. Aber auch nicht begünstigt, in dem man im Pflichtstunden zuschanzt. Mit dem Geld das nicht zum Fahrlehrer fliest, können privat viel mehr Erfahrunskilometer gemacht werden, was schlussendlich zu mehr Sicherheit führt. Aber eben, es geht ja angeblich um Sicherheit.

    • M Müller am 07.10.2017 18:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Logik

      Komiker! Mehr Sicherheit ohne Doppelpedale? Ich lach mich kaputt! Als unerfahrener Beifahrer haben Sie keine aber nicht die geringste Chance einen Unfall zu verhindern. Zumal Sie auch nicht gewohnt sind vom Beifahrersitz zu lenken. Sagt Ihnen der Dunning Kruger Effekt etwas?

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  • Bruno am 07.10.2017 09:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oeko Fahren

    Oekologisch fahren? Wenn der Teilnehmer mit einem Tesla kommt?

    • Tom Meier am 07.10.2017 10:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bruno

      Hier stellt sich die Grundsatzfrage ist ein Tesla ökologisch? Sie sind wieder am Zug!

    • Pro Fessor am 07.10.2017 13:07 Report Diesen Beitrag melden

      @Bruno

      der Tesla ist die grösste Energieschleuder die je gebaut wurde. Was der alleine für EINE Ladung an Strom verbraucht würde reichen um 5 Einfamilienhäuser einen Monat lang zu heizen ! ( googeln unter "Ladestrom Tesla") und das ohne die graue Energie für Herstellung und Entsorgung der Akkumulatoren zu berücksichtigen.

    • Kontra Fessor am 07.10.2017 15:08 Report Diesen Beitrag melden

      @Pro Fessor

      Ich nehme an, mit dem Treibstoff das ein Auto verbraucht kann man auch 5 Einfamilienhäuser heizen. vermutlich sogar länger, weil es weniger Verluste geben sollte. Das schliese ich daraus, weil der Wirkungsgrad bei Autos ja so um 25% bis 40%? angegeben wird. Der Wirkungsgrad vom Tesla müsste also tiefer sein, was ich mir nicht vorstellen kann. Die Umwelt wird er ja wohl nicht so stark erwärmen wie bei einem Verbrenner. (Ps. hatte nur kurz Zeit zu googel und kein Vergleich gefunden.)

    • Pro Fessor am 07.10.2017 17:44 Report Diesen Beitrag melden

      @Kontra Fessor

      kleine Unterstützung im rechnen: wenn mein Auto nach 600 km getankt werden muss, dann sind das ca. 50 Liter, und das reicht vielleicht für ein Haus für 1 Woche. Der Ladestrom des Tesla S mit leeren 60 kWh Akkus beträgt während 75 Min 135 kW ( 135'000 Watt ) PS. googeln Sie Ladestrom Tesla.

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