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Pakistan
17. Januar 2010 22:04; Akt: 17.01.2010 23:35 Print
Nun geht es los mit den Anti-Schweiz-Demos
Am Freitag brannten in Pakistan Schweizer Flaggen. Gut möglich, dass in anderen Ländern bald Ähnliches passiert. Experten sind besorgt.
Mitglieder muslimischer Organisationen gingen in den pakistanischen Städten Islamabad und Rawalpindi auf die Strassen und verbrannten Schweizer Flaggen. Dazu skandierten sie Parolen gegen das Minarett-Verbot und die Schweizer Regierung. Für nächsten Freitag haben die Organisatoren laut «Sonntag» bereits eine nächste Demonstration angekündigt. Darüber zeigt sich Erich Gysling, Experte für den Mittleren Osten, besorgt: «Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass es bald wieder zu ähnlichen Vorfällen kommt, auch in anderen Ländern.»
Pakistanische Muslime zünden dänische und Schweizer Flaggen an. (Bild: AFP)
«Burka soll weiterhin erlaubt sein»
Nicolas Blancho*, was sagen Sie zur Verbrennung von Schweizer Flaggen in Pakistan?
Ich denke, das ist als Ausdruck der Unzufriedenheit über das Minarett-Verbot zu verstehen und nicht prinzipiell gegen die Schweiz gerichtet. Aber eine Flaggenverbrennung sehen wir nicht als berechtigt an und wir unterstützen das nicht.
Welche Art von Islam leben Sie in der Schweiz?
Wir praktizieren einen Islam, der sich streng an Koran und Sunna orientiert – stets im Rahmen des Schweizer Rechts.
Soll die Burka in der Schweiz erlaubt sein?
Ja, die Burka soll ohne Frage weiterhin erlaubt sein.
Was halten Sie von modernen Bewegungen wie dem «Forum für einen fortschrittlichen Islam»?
Unsere Ansichten sind nicht deckungsgleich, wir relativieren den Islam nicht, wie das diese Organisation teilweise tut. Wir haben deshalb keinen Kontakt gesucht zur Präsidentin Saïda Keller-Messahli. (gsc)
* Nicolas Blancho präsidiert den am Freitag offiziell gegründeten Islamischen Zentralrat Schweiz.
Pakistan nehme in der Region eine Vorreiterrolle ein – das sei auch bei den Eskalationen um den Karikaturenstreit so gewesen. Dass es erst knapp zwei Monate nach der Abstimmung zu diesem Akt gekommen ist, erklärt Gysling «mit dem anderen Zeitgefühl der Muslime. Verdikte wie das Abstimmungsresultat gehen aber keinesfalls vergessen.»
Das Aussendepartement EDA hat Kenntnis von den Demonstrationen. «Die Botschaft in Islamabad ist in ständigem Kontakt mit den Behörden und religiösen Meinungsführern. Auch schon vor der Minarett-Abstimmung», so Sprecherin Nadine Olivieri. Unbeeindruckt gibt sich Walter Wobmann (SVP), Hauptinitiant der Minarett-Initiative: «Solche Einzelfälle kann es geben. Aber Fahnenverbrenner haben keine Ahnung von Demokratie.»
(gsc/20 Minuten)


























