Apfel-Schuss

16. März 2012 09:24; Akt: 16.03.2012 10:28 Print

Die beste Armee wird zur iTruppe

von Simon Hehli - Voll im Trend: Noch vor kurzem waren iPhones im eidgenössischen Verteidigungsdepartement streng verboten – jetzt rüstet die Armee mit iPhones und iPads auf.

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Ueli Maurer lässt einen Teil seiner Truppe mit Apple-Geräten ausrüsten. (Bild: Keystone/Carlo Reguzzi)

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Die Nachricht liess Anfang März Apple-Jünger aufhorchen: Die US-Streitkräfte, die dem Konzern aus Cupertino bisher die kalte Schulter gezeigt haben, kaufen iPads 2. Und zwar gleich 18 000 zum Stückpreis von gut 520 Dollar. In die Tablets wollen die Generäle der Luftwaffe die umfangreichen Flughandbücher für die Piloten reinpacken – und damit einerseits Platz sparen, andererseits einfachere Aktualisierungen ermöglichen.

Eine Hürde muss das iPad allerdings noch nehmen: die Sicherheitsprüfung durch das US-Verteidigungsministerium. Eine Schwachstelle stellen gemäss Fachzeitungen Sicherheitslücken in der Software dar.

Noch vor kurzem war iPhone verpönt

Solche Bedenken halten die Schweizer Militärs nicht ab. Gegenüber 20 Minuten Online bestätigt das Verteidigungsdepartement VBS erstmals, dass es sich Apple-Produkte anschaffen wird: «Gegenwärtig wird die Einführung von iPhone- und iPad-basierten Business-Geräten für einige Benutzer in der Armee und im VBS für die zweite Jahreshälfte 2012 vorbereitet», erklärt Sprecher Christoph Brunner. Über die Anzahl der Geräte und den Preis hüllt sich die Armee zwar noch in Schweigen – ebenso darüber, ob sie das brandneue iPad 3 oder ein älteres Modell anschafft.

Was die Einsatzmöglichkeiten betrifft, kann Brunner immerhin präzisieren: «Primär geht es darum, eine sichere und mobile Synchronisation von Terminen, Kontakten und Mails mit Beilagen anzubieten.» Ob Schweizer Soldaten weitere Applikationen oder Funktionen der Apple-Gadgets nutzen könnten, prüfe das VBS derzeit.

Der Siegeszug der iGeräte in Ueli Maurers Departement bedeutet einen Paradigmenwechsel: Noch vor drei Jahren war VBS-Mitarbeitern der Gebrauch von iPhones verboten – und zwar aus Sicherheitsbedenken. Bei den ersten iPhone-Modellen war die fehlende Hardware-Verschlüsselung der Daten ein Hindernis. Doch seit dem 3GS.Modell erfüllt das iPhone in dieser Hinsicht die Sicherheitsbestimmungen des Bundes, wie Sprecher Claudio Frigerio vom Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) erklärt.

Wie sichert man ein iPad?

In der Bundesverwaltung ist das iPhone mittlerweile zum meistverbreiteten Smartphone geworden. Zum Einsatz kommen nur Geräte, die der Bund selber beschafft und nach internen Sicherheitsvorgaben eingerichtet hat. So lässt sich der Passwortschutz nicht ausschalten und die Synchronisierung mit dem Mail-Account darf nicht mehr per Kabel, sondern nur noch drahtlos erfolgen. Ausserdem dürfen die Benutzer ihre iPhones nicht für vertraulich klassifizierte Informationen verwenden.

Solche Sicherheitsmassnahmen reichen dem VBS jedoch nicht, wie Insider erklären. In Zusammenarbeit mit der Swisscom sei das Departement derzeit damit beschäftigt, die iPhones noch sicherer zu machen. Möglicherweise wird dafür ein spezielles Hardware-Teilchen in die Telefone eingebaut.

Gemäss einem Informatik-Experten aus der Verwaltung ist der Einsatz von iPads in einem militärischen Umfeld eine Knacknuss. Gerade dann, wenn die Tablets nicht nur als Lesegerät für umfangreiche Dokumente gebraucht werden, sondern auch zum Surfen. Normale Arbeits-Laptops lassen sich gegen Datendiebstahl schützen, etwa durch Chipkarten, mit denen sich die Benutzer identifizieren können. Bei iPads sind solche Möglichkeiten noch wenig verbreitet – doch dem Vernehmen nach tüfteln die Informatik-Experten des Bundes derzeit eifrig an neuen Sicherheitsbarrieren herum.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • bit & byte am 19.03.2012 21:18 Report Diesen Beitrag melden

    echt cool

    eine virtuelle armee eben...

  • ex ADA am 19.03.2012 20:19 Report Diesen Beitrag melden

    i-Gamelle

    Ich wäre dafür, statt das Ding nur als Pad benutzen zu können, mal etwas Kreativität walten zu lassen, wie anno dazumal beim Sackhegel. Da es das Victorinox und das Wenger auch mit USB kampfwertgesteigert gibt, sollte doch endlich mal die längst überfällige i-Gamelle her. Damit kann man nicht nur Tschonny futtern, nein, somit könnten all die alten Tabletts (die braunen ohne Touchscreen und Ladebuchse) in den Kasernen ausgemustert werden. Der ultimative Knaller! Vor allem die Vorstellung, wie der Hptm. im Kartoffelstock nach seiner Angriffsposition herumfingert! Huahahaha!!!

  • B. Kerzenmacher am 18.03.2012 13:52 Report Diesen Beitrag melden

    Die...

    "beste Armee der Welt" muss auch finanziert sein. Aufgrund der im Asylunwesen jedes Jahr unsinnig versenkte Milliarde an Steuerfranken, dürfte daher für die Armee kaum noch etwas übrig bleiben. Die Prioritäten sind anscheinend gesetzt in der CH und Änderungen daran offensichtlich nicht erwünscht.

    • r.baumann am 19.03.2012 20:47 Report Diesen Beitrag melden

      Die..

      Finanzen der Schweiz wären nicht so knapp, wenn sie beim "Gotthardtunnel" für jede durchfahrt der LKW jetzt wirklich einmal Geld einziehen... die Gebüre einführen z.b. 100 Fr. pro LKW... das gäbe Summen von einigen mio. Franken... das könnte man ja zuerst au in den Strassenbau investieren und den rest sonst verteilen wie eben is militär,aber nicht für solche Geräte!

    einklappen einklappen
  • Reservist am 18.03.2012 13:42 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Die billigsten Kampfjets aber dafür die teuersten Tabletts

    • Oskar Kellenberger am 19.03.2012 20:37 Report Diesen Beitrag melden

      Kostenvergleich

      Sind ja auch nur Ausgaben von ein paar Millionen, nicht Milliarden! Vielleicht gibt's ja noch eine Flab-App dazu?

    einklappen einklappen
  • S. Moser am 18.03.2012 01:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Idee, aber... 

    ... Apple hat die volle Kontrolle über ihre Geräte und Apps . Sensible Daten sind so nicht Geschütz. Sonst wäre es toll, da man in der Fliegerrei z. B. sehr viele Papiere, Karten & Tabellen hat. Man muss zwar immer noch die Papierform dabei haben. Um bei einem Defekt oder ganz einfach, bei einem leeren Akku weiter Arbeiten zu können. Aber es erleichtert die Arbeit.

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