Spass an Sex

16. Februar 2015 08:48; Akt: 16.02.2015 12:21 Print

Mütter sollen Töchtern Vibrator schenken

von Ph. Flück - Eltern sollen ihren Töchtern Spass am Sex vermitteln, fordern Sexualpädagogen. So könne die Orgasmus-Quote bei Frauen erhöht werden.

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Eltern sollen ihren Teenie-Töchtern Spass am Sex vermitteln, statt ihnen davor Angst zu machen, fordern Sexualpädagogen. (Bild: Keystone/Laurent Gillieron)

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Sex ist gefährlich: Man kann sich mit Aids oder Chlamydien anstecken oder ungewollt schwanger werden. So warnen viele Eltern ihre pubertierenden Töchter und Lehrer ihre Schülerinnen vor dem Liebesakt. Doch das sei der falsche Weg, seine Kinder über Sex aufzuklären, finden amerikanische Sexualpädagogen.

«Darüber, dass Sex ein Vergnügen ist, wird kaum geredet. Kein Wunder also, haben laut einer Studie 20 bis 30 Prozent der Frauen nie einen Orgasmus während dem Sex. Schuld daran sind eher psychische als physische Gründe», berichtet die amerikanische News-Webseite «OZY». Deshalb rät die Autorin Sanjena Sathian: «Mamis, überlegt euch, euren Töchtern Vibratoren zu geben.» Eltern sollten ihren Töchtern nicht nur erzählen, wie Babys gemacht würden oder wie man einen Tampon benutzt. Sondern eben auch, wie man Sex geniessen könne.

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Laura Berman, Autorin des Buches «Talking to Your Kids About Sex» pflichtet Sathian bei: Wenn Deine Tochter nicht weiss, was da unten abgeht, dann geht sie vielleicht zu schnell zu weit, weiss nicht, was sie mag, und ist unfähig, Nein zu sagen. Dabei sollten Mädchen wissen, dass ihr sexuelles Vergnügen nicht von Jungs abhängig ist.» Dann würden auch weniger junge Frauen ihr erstes Mal bereuen.

Den eigenen Körper geniessen

Sexualexpertin Maggie Tapert ruft auch Eltern in der Schweiz dazu auf, das Thema weniger verklemmt anzugehen: «Der eigenen Tochter einen Vibrator zu kaufen ist eine wunderbare Idee.» Das wäre ein grosser Fortschritt in der Aufklärungsdiskussion. Viele Frauen würden heute mit ihren Eltern überhaupt nicht über Sex sprechen und seien sich deshalb oft nicht über die Funktionen der Vulva und der Klitoris im Klaren.

«Das grösste Hindernis im Sexualleben einer Frau ist, dass sie denkt, der Traumprinz werde kommen und ihr die Sexualität erklären.» Dabei sei es äusserst wichtig, dass Frauen ihren Körper auf eigene Faust kennenlernten und das Schöne an der Sexualität selber entdeckten. «Dies muss bereits früh passieren, junge Frauen brauchen Zeit, um zu lernen, wie sie ihren Körper geniessen können», sagt Tapert.

«Masturbieren hat Emanzipationscharakter»

Auch Sexualtherapeutin Gabriela Kirschbaum findet es wichtig, dass sich bei der Aufklärung nicht alles nur um die Anatomie dreht: «Eine Frau darf auch Erfahren, welche Bandbreite an Empfindungen sie beim Geschlechtsverkehr erwarten.» Auch solle man Sex nicht als etwas Schlechtes verteufeln, sondern Kindern mit auf dem Weg geben, dass der Körper ein Ort ist, an dem man schöne Wahrnehmungen verspüren kann. Dies müsse dann durch die Erkundung des eigenen Körpers vom Kind selbst entdeckt werden, «dazu gehört natürlich auch die Selbstbefriedigung».

Für Frauen könne die Masturbation ausserdem ein Akt der Emanzipation sein: «Es ist eine überholte Vorstellung, dass der Mann verantwortlich ist für die sexuelle Befriedigung der Frau.» Der Mann könne natürlich schon auf die Wünsche und Tipps seiner Sexualpartnerin eingehen, doch jede Frau müsse selber ihren Weg zur Befriedigung finden.

«Eine völlige Dummheit»

Vibratoren für Teenie-Töchter? Das ist für EDU-Präsident Hans Moser zu viel des Guten: «Das ist eine völlige Dummheit! Sex gehört in die Ehe. Da gibt es nichts aufzuklären über Schönes oder Unschönes beim Geschlechtsverkehr.» In seiner Generation habe man auch keine Sexspielzeuge gehabt und der Sex wurde als etwas Wunderschönes entdeckt – nach der Hochzeit. «Ausserdem muss der Geschlechtsverkehr natürlich sein und darf nicht durch künstliche Hilfsmittel herbeigeführt werden.»

Moser warnt: «Wer als Jugendlicher sexuell so freizügig lebt, wird als Erwachsener Mühe haben sich zu binden und holt sich schneller gefährliche sexuelle Krankheiten. Vorsicht ist angebracht.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alina am 16.02.2015 09:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Voll unpassend

    Geht's eigentlich noch? Völlig bescheuerte Idee. Erwachsene werden immer wie peinlicher. Ich würde es völlig daneben finden, wenn meine Mutter mir so etwas schenken würde. Ich möchte gerne meine eigenen Erfahrungen machen. Ohne ihre Einmischung. Ist das eigentlich zu viel verlangt? Was soll überhaupt dieses dauernde Orgasmus-Gedöns? Wenn das DAS einzige Problem ist, dass die Welt hat, dann Gute Nacht...

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  • Mia Weder am 16.02.2015 09:09 Report Diesen Beitrag melden

    naja

    Ich glaube den meisten Töchtern wäre das zu peinlich von sie von ihren Eltern sowas kriegen würden. Und den Eltern wahrscheinlich auch

  • Robin Maischberger am 16.02.2015 09:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Menschheit

    Die Menschheit geht nur noch dem Bach hinunter. Traurig aber wahr..

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Heinz am 18.02.2015 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    Nur Töchter?

    Auch Söhne wollen ihren Spass haben! Puffbesuche ab 16 sind quasi ein Muss für eine aufgeklärte Gesellschaft wie diese. Am besten noch im Beisein von Mutter und Vater, man macht ja heutzutage so wenig mit der Familie gemeinsam.

    • Thea am 18.02.2015 16:02 Report Diesen Beitrag melden

      Humor ist, wenn man trotzdem lacht

      Dieser Vorschlag ist wenigstens lustig!

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  • Marc am 17.02.2015 14:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überzogener Titel und Bericht

    Titel und Bericht ist überzogen! Es heisst nur, dass es eine gute Idee ist, einen V den Töchter zu schenken und nicht man "soll". Da wird ein einziger Satz dramatisiert und ein Bericht rundherum gebaut. Wir könnten uns alle darauf einigen, dass man den Töchtern mehr über die Genusseite der Sexualität und nicht nur Angst beibringen könnte. Ob man das dann mit einer Maschine umsetzt, statt sich selbst anzufassen, bleibt jedem überlassen. Ausser die Fundis, die Sex und Ehe verstriken und eine Ideologie daraus machen.

  • Cellius am 17.02.2015 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    Lustige Ideen haben manche Leute

    Top Idee und wenn dann der erste richtige Sex kommt, fragen die Mädels vermutlich warum das Ding denn nun nicht ruckelt wie dasjenes welches Mama gezeigt hat. :o)

  • Didi am 17.02.2015 10:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vibrator

    Für Töchter? Die Mütter hätten vielleicht zuerst die Freude! Dann würden sie es möglicherweise auch der Tochter gönnen? Wenn die Mama nicht mal weiss was Orgasmus ist wie sollte sie es ihr erklären? Oder muss es der Papa machen? Krank auf der ganzen Ebene!! Wieviele Frauen nach langem Eheleben könnten es vom Ehemännern bekommen die schon was müde sind auf den Ellbogen sich stützen oder wegen Kreuzschmerzen anderes nicht leisten können? Na ja ich denke die Frau muss mal in ihrem Leben selbe entscheiden ,wenn ihre Frusst ihr es flüstert. Und es gibt tolle Männer die wohl wissen wie es geht

  • 3 of a 7 am 17.02.2015 09:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spielzeugladen

    Diese Spielzeuge gibt's gleich in "Toys 'r' us" zu kaufen :-)