Lebensmittelgesetz

16. Mai 2014 14:13; Akt: 16.05.2014 14:13 Print

Bundesrat hat wenig Appetit auf Insekten

Statt ins Rindsfilet sollen wir in den Insektenburger beissen, findet GLP-Frau Chevalley. Der Bundesrat mag sich dafür nicht erwärmen – und warnt vor fiesen Nebenwirkungen.

Das Insekten-Probeessen, das Isabelle Chevalley im Bundeshaus veranstaltete, war ein Erfolg. Den Bundesrat konnte die Grünliberale bisher aber nicht überzeugen.
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Isabelle Chevalley hat sich einer Mission verschrieben: Das Essen von Insekten soll in der Schweiz salonfähig werden. Die grünliberale Nationalrätin betrachtet Insekten als ökologische Alternative zu Fleisch. Das Problem dabei: Es ist zwar nicht verboten, Larven oder Mehlwürmer zu essen – doch wer solche Leckereien gewerbemässig anbieten will, braucht dafür eine Bewilligung.

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Nachdem der Bundesrat Chevalley bei ihrem ersten Vorstoss eine Abfuhr erteilt hatte, doppelte sie nach und verlangte vom Bundesrat weitere Auskünfte: Ob es nicht sinnvoll sei, die Vermarktung von Insekten, die in anderen Ländern häufig verzehrt würden, zuzulassen, wollte die Waadtländerin wissen.

Nein, sagt nun der Bundesrat. Denn die Tatsache, dass Insekten in anderen Teilen der Welt konsumiert werden, beweist aus seiner Sicht noch nichts. Mehlwürmer etwa könnten den Zwergbandwurm übertragen, an dem weltweit über 70 Millionen Menschen litten, gibt er zu bedenken. «In den meisten Fällen bleibt der Befall unbemerkt und die Symptome wie Bauchschmerzen und Durchfall werden anderen Ursachen zugeschrieben.»

Können Insekten Allergien auslösen?

Chevalley erkundigte sich weiter, welche Gesetzesänderungen nötig wären, damit gewisse Insekten in der Schweiz auf den Markt gebracht werden könnten. Laut Bundesrat könnte eine Aufnahme von Insekten bei den Ausführungsbestimmungen zum neuen Lebensmittelgesetz geprüft werden. Eine Liste der zulässigen Insekten müsste sich jedoch auf jene Arten beschränken, für welche belegt sei, dass sie für den menschlichen Konsum geeignet seien. Auch die Frage, ob die Insekten Allergien auslösen könnten, sei noch zu klären.

Schliesslich fragte Chevalley, warum Rundmäuler, Manteltiere und Stachelhäuter – Tiere wie Seeigel und Seesterne – vermarktet werden dürften, wo für diese doch auch keine Daten existierten. Dazu schreibt der Bundesrat in der am Donnerstag veröffentlichten Antwort, die Regeln für Fischerzeugnisse seien auf europäischer Ebene harmonisiert. Für die von Chevalley angeführten Arten seien spezifische Hygienebestimmungen und Höchstmengen an Verunreinigungen – etwa durch Schwermetalle – definiert.

(hhs/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Leserin am 16.05.2014 22:34 Report Diesen Beitrag melden

    Wohlstandsprobleme

    Da wir ja sonst fast nichts zu essen haben... Sonst würde uns noch langweilig bei unserer Übersättigung. Ansonsten haben wir ja keine dringenderen Probleme zu lösen. Tipp: Einfach mit offenem Mund velofahren gehen an einem lauen Sommerabend - da kommt man mit solchen Bedürfnissen schon ein wenig auf seine Kosten.

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  • Lukas am 16.05.2014 20:38 Report Diesen Beitrag melden

    Selber entscheiden

    Sollen doch die Bürger selber entscheiden dürfen, was für Essen sie verkaufen/kaufen und essen möchten... Krank diese Bevormundungsgelüste der Politker

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  • stinkkäfer am 16.05.2014 17:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    na dann en guete

    von mir aus kann diese frau ihre insekten zum znüni essen ich bleib beim fleisch

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Die neusten Leser-Kommentare

  • erich sager am 23.01.2015 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alpenland ade

    vom schwein, rind und kalb über die hälfte in die verbrennung oder als hundefutter verwertet. "innereien gruusig" aber insekten essen. ich meine unsere gesellschaft wird immer dekadenter.

  • P. am 18.05.2014 08:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir sind nicht in thailand

    Und dazu belassen wirs auch bei raclette & co. Warum immer ändern??

  • B. aus Z. am 17.05.2014 17:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was soll das?

    In der Schweiz haben wir wahrlich genügend wichtigere Probleme um die sich unsere Politiker endlich kümmern sollten als solchen Seich!

  • Walter R am 17.05.2014 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    Nein Danke...

    Wenn diese Grüne sich von Insekten ernähren will, soll sie das tun. Das ist aber kein Grund, diese Art von Nahrung in der Schweiz salonfähig zu machen und von anderen zu verlangen, dass sie es Ihr gleichtun. Da ziehe ich doch ein saftiges Steak vor.

    • Pat Meyers am 17.05.2014 13:28 Report Diesen Beitrag melden

      Aber warum verbieten?

      Das ist aber auch kein Grund, es weiterhin mehr oder weniger verboten zu halten.

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  • Rolfi am 17.05.2014 12:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu Tisch

    Insekten müssen ja nicht zwingend in Restsurants serviert werden. Im Garten, der freien Natur gibts die ja reichlich. Also quasi ein gedeckter Tisch. Für bequeme Esser rate ich beim Velo fahren einfach den Mund zu öffnen. Macht schnell satt