‘Ndrangheta

10. November 2016 12:53; Akt: 10.11.2016 16:03 Print

Waffen und illegale Gelder – Mafiazelle in Frauenfeld

Die mutmasslichen Mitglieder der Frauenfelder Mafiazelle wehren sich gegen ihre Ausschaffung. Aus einem abgewiesenen Rekurs geht hervor, was ihnen vorgeworfen wird.

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Im März dieses Jahres wurden 13 Mitglieder der Frauenfelder Mafia-Zelle verhaftet. Den mittlerweile wieder frei gelassenen italienischen Staatsangehörigen wird die Zugehörigkeit zur kalabrischen Mafiaorganisation ‘Ndrangheta vorgeworfen. Die italienische Justiz hat ein Auslieferungsgesuch für die 13 gestellt – 12 von ihnen wehren sich dagegen. Nun behandelte das Bundesstrafgericht mehrere Rekurse von zwei Angeklagten, die sich gegen Rechtshilfegesuche aus Italien wehren. Alle Rekurse wurden vom Bundesstrafgericht abgewiesen.

Aus diesen wird etwas deutlicher, was den zwei mutmasslichen Mafiamitgliedern vorgeworfen wird. So steht im Urteil, diese Personen würden verdächtigt, auf verschiedene Art in Tätigkeiten der Organisation ‘Ndrangheta verwickelt zu sein, die Italien, Deutschland, die Schweiz, Kanada und Österreich betreffen.

Von Deutschland auf die Schweiz gekommen

Die Ergebnisse der Operation «Crimine» hätten es ermöglicht, die Existenz der lokalen, nationalen und internationalen Strukturen zu verifizieren. Dank Rechtshilfegesuchen in Deutschland, aufgrund von denen Telefongespräche abgehört wurden, habe die Existenz von Mitgliedern einer kriminellen Organisation in der Schweiz festgestellt werden können.

Darauf habe man ein «Locale» der ‘Ndrangheta in Frauenfeld ausmachen können. Die Untersuchung habe ergeben, dass es in Frauenfeld eine aktive Struktur der ‘Ndrangheta gebe, der zahlreiche Personen kalabrischen Ursprungs angehören.

Waffen und Gelder aus Straftaten

Beiden Verhafteten wird vorgeworfen, zum engen Kreis der Frauenfelder Zelle zu gehören. Sie sollen die Kommunikation zwischen den Mitgliedern sichergestellt und die Direktiven der Spitze der Organisation ausgeführt haben, «die Hierarchie und die internen Regeln der Vereinigung respektierend».

Die Zelle in Frauenfeld soll über Waffen verfügen und ihre Aktivitäten mit Geldern aus Straftaten finanziert haben, heisst es im Urteil des Bundesstrafgerichts. Der angestrebte Prozess in Italien gegen die Angeklagten soll nun klären ob diese selbst direkt von solchen Geldern profitierten.

Rituale und Aufnahmeprozedere

Den Angeklagten wird vorgeworfen, typische 'Ndrangheta-Rituale durchgeführt zu haben, wenn man sich in einem öffentlichen Ort nahe Wängi TG traf. Dort sei es um das Aufnahmeprozedere, Hierarchien und die Möglichkeit, kriminelle Handlungen zu verüben, gegangen.

(ann)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alter Sack am 10.11.2016 13:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und Tschüss

    Wenn die Vorwürfe bewiesen sind ? Ja dann Tschüss auf nimmerwiedersehen.

  • afedial am 10.11.2016 13:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hohe Kosten...

    Was das noch alles kostet, die immer noch hier behalten zu müssen...

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  • Zobrist Robin am 10.11.2016 13:23 Report Diesen Beitrag melden

    Frauenfeld

    Frauenfeld ist seit eh und je voll mit solch düsteren Hinterzimmern, welche von unheimlichen Gestalten besetzt werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Nesci am 10.11.2016 22:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Restaurant Schäffli

    Es ist nicht in frauenfeld keine sorge, sondern in wängi

    • Blueyonder am 11.11.2016 06:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nesci

      Ich gehe jetzt mal davon aus das der Name von Ihnen nicht ganz zufällig gewählt ist..

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  • Crigs am 10.11.2016 20:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    MAFIATREFFPUNKT

    Hotel Landgasthof Schäfli, Wängi, TG, CH. Der Besitzer will angeblich nichts von dieser Mafia gewusst haben, obwohl hier ein Umschlagplatz von Drogen für die Einheimischen war. Ich habe in diesem Hotel während einer Woche übernachtet und bemerkte sofort, dass es hier nicht mit rechten Dingen zuging. Wer immer einen Raum verliess, drehte sich um und überprüfte, ob jemand folgt. Die Fassade ist Wirklichkeit ! Noch nie schlief ich mit einem Knüppel in meiner Nähe, um mich ... gegebenenfalls verteidigen zu können.

  • Schweizer am 10.11.2016 17:27 Report Diesen Beitrag melden

    Was solls....

    Italien ist nicht weit weg, man kann sie gut rausbegleiten.

  • Undweg am 10.11.2016 17:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wenn schon, denn schon...

    Und warum werden die Imame aus der Winterthurer Moschee nicht auch ausgeschafft?

  • M.G. am 10.11.2016 16:14 Report Diesen Beitrag melden

    Den Staat ausplündern

    In meiner Heimat, dem Rheinland haben die Mafiosi diese Form eingeführt: 2 Mafiosi gründen 2 Baufirmen. Firma A beauftragt Firma B mit Arbeiten. Firma B stellt diese in Rechnung. Firma A reicht am Quartalsende die Umsatzsteuer-Deklaration ein. Gezahlte Mehrwertsteuer wird von den Steuerbehörden erstattet. Dann gehen beide Firmen in Liquidation bevor das Steueramt welches für Firma B zuständig ist von ihr die Deklaration und die Zahlung der Mehrwertsteuer verlangt (Mahnfrist). Alle Rechnungen und auch die Firmen selbst sind allesamt ein Fake. So ergaunern sie jährlich Millionen an Euros.

    • Don Juri am 10.11.2016 19:44 Report Diesen Beitrag melden

      Immer nur jammern

      So ist das Gesetz und die Schweizer Bürger wollen es so, lernen Sie sich zu integrieren.

    • @Dom Juri am 11.11.2016 06:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Don Juri

      Frage ist hier wer sich integrieren soll!? Mit 4 Landessprachen Herr und Frau Schweizer....

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