Sexy Hüftschwung

27. April 2017 10:36; Akt: 27.04.2017 12:39 Print

«Eure Söhne sollen niemanden belästigen!»

von D. Pomper - Frauen wurden wegen ihres Tanzstils von einem Security dazu aufgefordert, mit dem Tanzen aufzuhören. Voll daneben oder ein verantwortungsvoller Akt?

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Vier Baslerinnen schwangen an der Noche Caliente im Zürcher Jade Club die Hüften – bis ein Security sie dazu aufforderte, damit aufzuhören. «Er meinte, ich solle aufhören zu tanzen, das gehöre sich nicht», sagt die 29-jährige B. N.* Sie habe passend zu Reggaeton getanzt, wie es an Latin-Partys üblich sei. Laut der Club-Sprecherin hat der Security-Mitarbeiter die Frau angesprochen, um sie vor Übergriffen zu schützen. Die Securitys seien darin geschult, Situationen, bei denen es zu ungewolltem Körperkontakt kommt, frühzeitig zu erkennen.

Umfrage
Was halten Sie von Frauen, die im Club lasziv tanzen?
25 %
45 %
30 %
Insgesamt 17810 Teilnehmer

Juso-Präsidentin Tamara Funiciello verurteilt das Eingreifen des Sicherheitsmitarbeiters: «Wir Frauen tanzen, wie wir wollen, wir ziehen an, was wir wollen, und niemand hat das Recht, uns das zu verbieten oder uns deswegen sogar zu belästigen!» Betroffene und Täter würden hier verwechselt. Funiciello ruft alle Eltern dazu auf: «Statt euren Töchtern zu sagen, was sie anziehen oder tanzen sollen, sagt lieber euren Söhnen, sie sollen verflucht nochmal niemanden belästigen!»

Dominik Lusser, Leiter des Ressorts Werte und Gesellschaft bei der christlichen Stiftung Zukunft CH widerspricht: «Ich habe grösste Achtung vor dem Security, der die Frauen auf die Gefahr aufmerksam gemacht hat. Er hat verantwortungsvoll gehandelt.»

«Frauen sollten mehr Rücksicht nehmen»

Die Betroffenheit der Frauen kann Lusser nicht nachvollziehen: «Das ist, wie wenn man nackt durch die Strassen läuft und sich dann fragt, warum einen die Leute anglotzen.» Zwar sei ein lasziver Auftritt einer Frau keine Rechtfertigung für einen Übergriff. «Aber Frauen müssen sich bewusst sein, dass sie sich durch ein bestimmtes Verhalten einem höheren Risiko aussetzen.»

Es gebe nun mal Männer, die keinen Anstand hätten oder diesen unter Alkohol verlieren würden. Auch der Pornokonsum junger Männer trage dazu bei, dass Frauen als Sexobjekt wahrgenommen würden. Dagegen könnte die Gesellschaft etwas unternehmen. Die männliche Sexualität sei aber grundsätzlich anders gelagert als die weibliche, sagt Lusser: «Es ist wissenschaftlich belegt, dass Männer viel schneller auf visuelle sexuelle Reize reagieren. Darauf sollten Frauen im Ausgang mehr Rücksicht nehmen.» Gegenseitiger Respekt wäre die richtige Strategie.

«Tragen am Ende alle eine Burka?»

Denke man diese Argumentation weiter, müssten Frauen am Ende noch Burkas tragen, damit sie für Männer keine Verlockung mehr darstellten, kontert Funiciello. Männer, die sich und ihre Sexualität nicht im Griff hätten, sollten zu Hause bleiben oder in Therapie gehen. «Geben wir hier klein bei, kommt das einer Kapitulation vor der männlichen Machtelite gleich.»

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Splishsplash am 27.04.2017 08:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Definitionssache

    Grundsätzlich finde ich normales Antanzen nicht schlimm, auch wenn ich kein Interesse habe. Wenn kein Interesse besteht lächle ich, schüttle den Kopf und schiebe den Herren sanft etwas weg. Meistens reicht das auch, wenn nicht, ist es mühsam aber noch keine Belästigung. Was NIE ok ist - den Schritt, womöglich noch mit Ständer, an einer Frau reiben beim Antanzen oder direkt die Hände an Brüste oder Po legen. Aber das wissen 98% der Männer, der Rest kriegt wird per Schubsen oder notfalls auch Fusstritt daran erinnert.

  • Schneidewind am 27.04.2017 11:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach je.

    Die Aussage mit der Burka wiederspiegelt wieder einmal die doofen Argumente dieser Dame. Und ich bin gegen jede Belästigung von Frauen was sie auch anziehen !

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  • Nikkel am 27.04.2017 08:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Codewort

    Bitte erzählt uns doch nicht alle Codewörter, die wir Männer nicht wissen sollen. Dann bringt es doch nichts mehr!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Milly am 28.04.2017 16:40 Report Diesen Beitrag melden

    Recker's Armlänge

    mit Pistole in der Hand! Das versteht ganz schnell jedermann ohne Codewort.

  • Rosenkavalier am 28.04.2017 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    würde im club nicht angefasst werden

    Habe neulich eine Dokumentation auf BBC gesehen, dass BBCs ihre sexuelle Frustration lösen könnte.

  • Thomas Hofmann am 28.04.2017 09:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zweierlei Mass

    "Wir Frauen tanzen, wie wir wollen, wir ziehen an, was wir wollen, und niemand hat das Recht, uns das zu verbieten oder uns deswegen sogar zu belästigen!», sagt Juso-Präsidentin Tamara Funiciello. Aber gleichzeitig ist es Sexuelle Belästigung wenn ein Mann breitbeinig im ÖV sitzt! Bin sehr gut erzogen worden und habe höchsten Respekt vor den Frauen...aber Ihr Hardcore Feministinnen nehmt mir langsam den Glauben und den Respekt.

  • Schnabias am 28.04.2017 00:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo leben wir eigentlich?

    Im Allgemeinen finde ich die Medienauftritte von Funiciello mehr als nur peinlich und provokativ. Aber hier muss ich ihr recht geben. Wir sind dabei, sämtliche Erungenschaften der sexuellen Revolution der Sechzigerjahre einzustampfen und somit einen riesigen Rückschritt zu vollziehen. Sollen unsere Frauen tatsächlich nur noch in Sack und Asche gehen müssen, um nicht belästigt zu werden?

  • Karl am 27.04.2017 22:24 Report Diesen Beitrag melden

    Rücksichtnahme!

    Ich frage mich, ob das Wort Rücksichtnahme bei Frau Funiciello auch existiert? Denn genau das zeigt den Respekt, den frau den Männern erweist.