Schweizer verhaftet

10. Februar 2012 13:46; Akt: 10.02.2012 16:44 Print

Half ein Berner den deutschen Neonazis?Half ein Berner den deutschen Neonazis?

Zwickauer Zelle und Schweizer Gesinnungsgenossen arbeiteten offenbar enger zusammen als angenommen: Im Berner Oberland wurde ein Mann verhaftet, der den Neonazis ihre Mordwaffe besorgt haben soll.

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Die Hauptverdächtigen in der Döner-Mordserie: Beate Zschäpe, Uwe Bönhardt und Uwe Mundlos Die Gruppe soll verantwortlich sein für den Mord an der Heilbronner Polizistin Michele K. im April 2007 und der bundesweiten Mordserie an acht türkischstämmigen und einem griechischen Opfer in den Jahren 2000 bis 2006. Ein vierter Verdächtiger wurde am 13. November 2011 festgenommen. Holger G. soll im Hintergrund die Strippen gezogen haben, wie deutsche Medien berichteten. Die Mordserie war aufgeflogen, nachdem Bönhardt und Mundlos eine Bank in Eisenach überfallen hatten und ... ... die Polizei ihnen dabei auf die Spur kam. Bevor die Beamten die Männer allerdings schnappten, nahmen sie sich in diesem Wohnwagen das Leben. Die Polizei fand im Wohnwagen mehrere Schusswaffen... ... darunter eine Dienstwaffe der niedersächsischen Polizei vom Typ «Heckler und Koch P2000» (Foto vom 8.4.02). Es soll sich bei der Pistole um die Waffe handeln, die bei einem Polizistenmord in Heilbronn im Jahr 2007 gestohlen worden ist. Uwe Bönhardt und Uwe Mundlos hatten vor ihrem Selbstmord noch Beate Z. angerufen. Die Männer trugen der Komplizin auf, sämtliche Spuren in der gemeinsamen Wohnung in Zwickau zu vernichten. Die 36-Jährige sprengte in der Folge die Wohnung in die Luft und ... ... stellte sich später auf der Polizeiinspektion Jena. «Ich bin die, die ihr sucht», soll sie gesagt haben. In der Folge schwieg sie. Wie am Sonntag, 13. November 2011 bekannt wurde mit dem Ziel eines Deals mit dem Gericht: Sie will nur aussagen, wenn sie als Kronzeugin gegen ihre toten Komplizen aussagen kann. Sie erhofft sich dadurch Strafmilderung. Die Polizei fand im Haus mehrere DVDs mit Geständnissen der Neonazis. Sie prahlten auf den Videos mit dem Tod von acht Türken und einem Griechen, die auf ihr Konto gehen sollen. Die Polizei fand auch die Pistole, die in der Mordserie benutzt wurde, die Deutschland während Jahren in Atem hielt: Eine Pistole der Marke Ceska, Modell 83, Kaliber 7,65 Millimeter «Browning». Die roten Kreise auf dem oberen Bild zeigen die Stellen, an denen die Waffennummer eingraviert ist. Das Terrortrio soll auch für den Nagelbombenanschlag in Köln am 9. Juni 2004 verantwortlich sein. In der überwiegend von Türken bewohnten Keupstrasse wurden damals 22 Personen zum Teil lebensgefährlich verletzt.

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Im Zusammenhang mit der Mordserie einer Neonazi-Zelle in Deutschland ist in der Schweiz eine weitere Person festgenommen worden. Der Eidgenosse aus dem Berner Oberland ist am 10. Februar von einem Berner Haftrichter in Untersuchungshaft gesetzt worden, wie Michael Fiechter, Sprecher der Kantonspolizei Bern, mitteilte. Fiechter bestätigte damit einen Bericht von «Tages-Anzeiger» und «Bund», wonach gegen den Verhafteten wegen Verdachts auf Unterstützung einer kriminellen Organisation ermittelt werde.

Der Mann war am 7. Februar nach einem Auslandaufenthalt bei seiner Ankunft am Flughafen Zürich festgenommen worden. Ein erster Verdächtiger wurde schon am 20. Januar vorübergehend festgenommen. Laut Fiechter hat die Polizei nach wie vor keine Hinweise auf Verbindungen zu rechtsextremen Kreisen. Die deutschen Behörden haben laut Fiechter im Zusammenhang mit der Mordserie ein Rechtshilfegesuch bei der Staatsanwaltschaft Berner Oberland gestellte. Die Ermittlungen drehen sich um die Frage, wie die Neonazis in Deutschland zu der Tatwaffe gelangt sind.

Waffe weitergegeben?

Es handelt sich dabei um eine Pistole der tschechischen Marke Ceska mit Schalldämpfer. Diese war in der ausgebrannten Wohnung der Täter im ostdeutschen Zwickau gefunden worden. Die Ermittler konnten inzwischen feststellen, dass die Waffe aus der Schweiz stammt. In dem Zusammenhang hatten die Schweizer Behörden das deutsche Bundeskriminalamt schon im Jahr 2007 unterstützt. Es ging darum, alle insgeamt 27 in die Schweiz gelieferten Exemplare der Ceska aufzuspüren. Nur 16 konnten damals gefunden werden.

Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit den Taten eines aus Thüringen stammenden Neonazi-Trios. Auf das Konto der Zelle soll die deutschlandweite Mordserie an Migranten in den Jahren 2000 bis 2006 gehen. Ausserdem steht die Terrorgruppe im Verdacht, 2007 in Heilbronn eine Polizistin erschossen und deren Kollegen schwer verletzt zu haben. Die Zelle soll zudem 2001 und 2004 zwei Sprengstoffanschläge mit insgesamt 23 Verletzten in Köln verübt haben.

Zwei Mitglieder der Terror-Zelle nahmen sich nach einem gescheiterten Banküberfall das Leben. Ein mutmassliches drittes Mitglied, eine Frau, sitzt in Deutschland in Untersuchungshaft.

(phi/sda)