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Schweizer verhaftet
10. Februar 2012 13:46; Akt: 10.02.2012 16:44 Print
Half ein Berner den deutschen Neonazis?
Zwickauer Zelle und Schweizer Gesinnungsgenossen arbeiteten offenbar enger zusammen als angenommen: Im Berner Oberland wurde ein Mann verhaftet, der den Neonazis ihre Mordwaffe besorgt haben soll.
Im Zusammenhang mit der Mordserie einer Neonazi-Zelle in Deutschland ist in der Schweiz eine weitere Person festgenommen worden. Der Eidgenosse aus dem Berner Oberland ist am 10. Februar von einem Berner Haftrichter in Untersuchungshaft gesetzt worden, wie Michael Fiechter, Sprecher der Kantonspolizei Bern, mitteilte. Fiechter bestätigte damit einen Bericht von «Tages-Anzeiger» und «Bund», wonach gegen den Verhafteten wegen Verdachts auf Unterstützung einer kriminellen Organisation ermittelt werde.
Infografik Brauner TerrorRechtsextremismus in EuropaDer Mann war am 7. Februar nach einem Auslandaufenthalt bei seiner Ankunft am Flughafen Zürich festgenommen worden. Ein erster Verdächtiger wurde schon am 20. Januar vorübergehend festgenommen. Laut Fiechter hat die Polizei nach wie vor keine Hinweise auf Verbindungen zu rechtsextremen Kreisen. Die deutschen Behörden haben laut Fiechter im Zusammenhang mit der Mordserie ein Rechtshilfegesuch bei der Staatsanwaltschaft Berner Oberland gestellte. Die Ermittlungen drehen sich um die Frage, wie die Neonazis in Deutschland zu der Tatwaffe gelangt sind.
Waffe weitergegeben?
Es handelt sich dabei um eine Pistole der tschechischen Marke Ceska mit Schalldämpfer. Diese war in der ausgebrannten Wohnung der Täter im ostdeutschen Zwickau gefunden worden. Die Ermittler konnten inzwischen feststellen, dass die Waffe aus der Schweiz stammt. In dem Zusammenhang hatten die Schweizer Behörden das deutsche Bundeskriminalamt schon im Jahr 2007 unterstützt. Es ging darum, alle insgeamt 27 in die Schweiz gelieferten Exemplare der Ceska aufzuspüren. Nur 16 konnten damals gefunden werden.
Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit den Taten eines aus Thüringen stammenden Neonazi-Trios. Auf das Konto der Zelle soll die deutschlandweite Mordserie an Migranten in den Jahren 2000 bis 2006 gehen. Ausserdem steht die Terrorgruppe im Verdacht, 2007 in Heilbronn eine Polizistin erschossen und deren Kollegen schwer verletzt zu haben. Die Zelle soll zudem 2001 und 2004 zwei Sprengstoffanschläge mit insgesamt 23 Verletzten in Köln verübt haben.
Zwei Mitglieder der Terror-Zelle nahmen sich nach einem gescheiterten Banküberfall das Leben. Ein mutmassliches drittes Mitglied, eine Frau, sitzt in Deutschland in Untersuchungshaft.
(phi/sda)




























