'Ndrangheta-Zelle

08. Juni 2016 10:59; Akt: 08.06.2016 13:30 Print

Schweiz liefert Walliser Mafia-Mitglieder aus

Die Aushebung der Schweizer 'Ndrangheta-Zelle schlug hohe Wellen. Nun werden zwei der verhafteten Mitglieder nach Italien überführt.

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Diese Videosequenz stellte die kalabresische Polizei ins Internet: Die Schweizer 'Ndrangheta-Zelle redet über Erpressung, Kokain und Heroin. (22. August 2014) (Bild: Keystone/Carabinieri di Reggio Calabria)

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Zwei Mitglieder der 'Ndrangheta, die im März im Wallis verhaftet worden sind, sollen nach Italien ausgeliefert werden. Das Bundesamt für Justiz hat dafür grünes Licht gegeben.

Die beiden Männer waren in Italien wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation in Abwesenheit verurteilt worden. Das Gericht von Reggio Calabria verhängte gegen sie Freiheitsstrafen von sechs und neun Jahren.

Beschwerde möglich innert 30 Tagen

Da Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation auch in der Schweiz strafbar ist, seien die Voraussetzungen für eine Auslieferung erfüllt, teilte das Bundesamt für Justiz (BJ) am Mittwoch mit.

Die beiden Männer können nun innert 30 Tagen beim Bundesstrafgericht Beschwerde gegen die Auslieferung einlegen. Das Urteil des Bundesstrafgerichts wiederum kann nur in besonderen Fällen an das Bundesgericht weitergezogen werden.

Grossrazzia im März

Die beiden Italiener sitzen derzeit in Auslieferungshaft. Sie waren zusammen mit 13 weiteren mutmasslichen Mitgliedern der kalabresischen Mafia-Organisation 'Ndrangheta Anfang März in einer koordinierten Aktion in den Kantonen Thurgau, Wallis und Zürich festgenommen worden.

Die 13 anderen Festgenommenen sollen Mitglieder der sogenannten Frauenfelder Zelle der 'Ndrangheta sein, gegen welche die Bundesanwaltschaft seit Jahren ermittelt. Ob diese Personen ebenfalls ausgeliefert werden sollen, ist noch offen. Das Bundesamt für Justiz habe noch nicht entschieden, teilte es heute mit.

Keine Auslieferungsverpflichtung bei Frauenfelder Zelle

Anders als bei den beiden im Wallis verhafteten Männern besteht im Falle der mutmasslichen Mitglieder der Frauenfelder Zelle grundsätzlich keine Auslieferungsverpflichtung, weil die strafbaren Handlungen in der Schweiz begangen worden sein sollen.

Die 13 Personen wurden gegen Kaution und weitere Auflagen aus der Haft entlassen. Das Bundesamt für Justiz erachtet das Fluchtrisiko und die Verdunkelungsgefahr als gering. Gemäss den italienischen Behörden sollen die Verdächtigen an Treffen mitgewirkt, an Riten teilgenommen und sich den hierarchischen Strukturen und dem bedingungslosen Gehorsam untergeordnet haben.

(sep)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • realist am 08.06.2016 15:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    CH Strafweichlinge

    Auf diesen Tag hab ich längst gewartet denn an deren Heimatort erhalten sie eine sehr harte Strafe, sicher härter als bei unsern weichen, ach so lieben Strafgesetzen...!!!

  • geni am 08.06.2016 14:12 Report Diesen Beitrag melden

    Prozess oder Auslieferung

    Die wohl brisanteste Frage ist doch die, wird den Verhafteten aufgrund ihrer vermutlichen Geschäfte auch in der Schweiz einen Prozess getan, oder hat man einfach keine Zivilcourage um hier in der Schweiz exemplarisch gegen dubiose Geschäfte, sei dies die Ndrangheta dem Rechtsstaat zugeführt?

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  • Kasper am 08.06.2016 14:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum denn

    werden der Sepp und der Giovanni ausgerechnet nach Italien ausgeliefert ?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kickback Joe am 08.06.2016 21:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geschäfte florieren

    Und die anderen werden vor Strafverfolgung geschützt? Wir sind wirklich der Kopf aller Mafiaorganidationen. Kriege ich auch etwas von den Schutz und Blutgeldern?

  • Sandro am 08.06.2016 16:24 Report Diesen Beitrag melden

    Träumt weiter

    Solange es Käufer gibt ,gibt es auch Händler, und Ersatz steht schon bereit !Wenn der eigentliche Konsument/Freier, der nach meiner Sicht der echte Kriminelle ist ,nicht härter bestraft wird (in etwa wie bei via Secura)ist es sinnlos sich da zu äußern.Jahre lang ist es niemand aufgefallen ,doch alle wussten Bescheid wahrscheinlich.Und am Schluss sind die mangels an beweisen oder Justiz Fehler wieder auf freien Fuß ,und dürfen wieder zurück ,also traümt weiter .

  • realist am 08.06.2016 15:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    CH Strafweichlinge

    Auf diesen Tag hab ich längst gewartet denn an deren Heimatort erhalten sie eine sehr harte Strafe, sicher härter als bei unsern weichen, ach so lieben Strafgesetzen...!!!

  • Kasper am 08.06.2016 14:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum denn

    werden der Sepp und der Giovanni ausgerechnet nach Italien ausgeliefert ?

    • Adi Celent am 08.06.2016 16:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kasper

      ...übrigens...mit was hat der Giovanni gegen das Gesetz verstoßen um überhaupt ausgeliefert werden zu können? nur weil er manchen Medien nicht passt?

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  • geni am 08.06.2016 14:12 Report Diesen Beitrag melden

    Prozess oder Auslieferung

    Die wohl brisanteste Frage ist doch die, wird den Verhafteten aufgrund ihrer vermutlichen Geschäfte auch in der Schweiz einen Prozess getan, oder hat man einfach keine Zivilcourage um hier in der Schweiz exemplarisch gegen dubiose Geschäfte, sei dies die Ndrangheta dem Rechtsstaat zugeführt?

    • Nina am 08.06.2016 16:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @geni

      Warum? Kostet den Staat; übrigens bekommen sie in Italien eine härtere Strafe. Zudem ein hoffentliches Verbot je wieder in die Schweiz einzureisen.

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