Frankreich

12. Juli 2016 16:12; Akt: 12.07.2016 16:12 Print

Drohne soll Schwimmer vor Ertrinken bewahren

von Camille Kündig - In weniger als 30 Sekunden kann die Drohne Helper Badenden in Not einen Rettungsring bringen. Das Gerät wird nun in Frankreich getestet.

Die Drohne Helper ist schneller als der Rettungsschwimmer und der Jet-Ski bei der Person in Not. (Video: Gérald Dumartin)
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Wenn jemand zu ertrinken droht, wird der Bademeister in Zukunft vielleicht zur Fernbedienung greifen, statt sich ins kühle Nass zu stürzen.«Rettungsschwimmer sind richtige Sportler. Aber sie können auch an ihre Grenzen kommen. Seit zwei Jahren überlege ich nun, wie man eine Drohne mit einer Rettungsboje fliegen lassen kann», sagt Notfallarzt Fabien Farage zur französischen Nachrichtenagentur AFP.

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Über einen Bekannten hat er den Drohnenexperten Gérald Dumartin kennen gelernt und zusammen haben sie die Idee zur Rettungsdrohne weiterentwickelt. Die Drohne Helper (Human environment and life protection emergency response) soll Rettungsschwimmern unter die Arme greifen und wird diesen Sommer am Strand von Biscarrosse (Südwesten Frankreichs) getestet.

Fluggeschwindigkeit von bis zu 55 km pro Stunde

«Für solche Rettungsflüge braucht es eine wind-resistente Drohne die sehr stabil fliegen kann», erklärt Farage. Das Start-up Mywebteam hat die Drohne dann entwickelt. Helper ist 3,9 kg schwer. Mit an Board sind eine Ultra-High-Definition-Kamera, ein sich im Wasser automatisch aufblasender Rettungsring und ein Abwurfsystem.

Die Drohne fliegt mit 55 km/h und ist somit innerhalb von 30 Sekunden bei der Person in Not. Der Vorteil dabei: «Der Schwimmer hat keine Zeit, in Panik auszubrechen», so die Entwickler. Dank der Kamera lasse sich zudem der Zustand des Schwimmers vom Strand aus beurteilen und nötige medizinische Vorkehrungen könnten getroffen werden.

Mehr Sicherheit für Rettungsschwimmer

Mit der Drohne könne auch das unnötige Ausrücken der Rettungsschwimmer vermieden werden. «Es gibt Fälle, wo die Rettungsschwimmer annehmen, eine Person brauche Hilfe und losschwimmen. Vor Ort stellt sich dann heraus, dass der Schwimmer gar nicht in Gefahr war.»

Helper soll auch bei ungünstigen Wetterbedingungen und Winden von bis zu 50 km/h ausrücken können. Für die Testphase haben zwei Bademeister von Biscarrosse gelernt, die Drohne zu fliegen.

Schneller als Rettungsschwimmer

«Ziel der Testphase ist es zu evaluieren, ob uns die Drohne eine Hilfe ist», sagt Romain Savoux, Leiter der Rettungsstation von Biscarrosse. Er verspricht sich viel von dem unbemannten Luftfahrzeug. «Auch bei idealen Wetterverhältnissen ist Helper schneller vor Ort als wir.» Bei einer Übung hatte die Drohne in 22 Sekunden Kurs zum Schwimmer in Not aufgenommen und den Rettungsring abgeworfen. «Zur selben Zeit war unser Rettungsschwimmer noch 50 Meter von der Person entfernt.» Zum Ende der Testphase – Ende August – werden Farage und Dumartin die Testresultate auswerten und eventuelle Verbesserungen an der Drohne vornehmen.

In der Schweiz sei man grundsätzlich an solchen neuartigen Hilfsmitteln interessiert. «Man müsste das Gerät aber zuerst in Schweizer Verhältnissen testen», sagt Philipp Binaghi von der Schweizerischen Lebensrettungs-Gestellschaft SLRG. «Das würde natürlich den Vorteil haben, unsere Rettungsschwimmer nicht unnötig in Gefahr zu bringen.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Silie am 12.07.2016 19:17 Report Diesen Beitrag melden

    Na toll!!!

    Das nächste Baywatch Spektakel wirt dann mit Pamela Drohnerson ausgestrahlt.. Freude herrscht!

  • Franz H. am 12.07.2016 16:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rettungsdrohne

    Das ist eigentlich keine Frage sollte sich das bewähren sollte man solche Drohnen auch in der Schweiz anschaffen! Es könnte aber sein das man das nicht möchte weil es nicht einem Schweizer in denn Sinn gekommen ist!

  • rettungsschwimmer am 12.07.2016 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sinnlos

    die meisten ertrinken still und leise. nur im film fuchteln sie wild rum und schreien.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • BMW-Sepp am 13.07.2016 10:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mittelmeer

    Das sollten sie im Mittelmeer einsetzen, um die viel zu grosse Menge an ertrunkenen Menschen bei der Flucht zu reduzieren.

  • Roro am 13.07.2016 08:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bei Wind fliegen diese Drohnen nicht!

    Meistens geht ein starker Wind, wenn jemand in Not gerät! Und bei Wind sind diese Drohnen nicht mehr einsetzbar! Es ist selten, dass jemand bei Windstille ertrunken ist am Meer.

    • Simon am 13.07.2016 10:29 Report Diesen Beitrag melden

      Lest ihr die Artikel eigentlich?

      Manchmal frage ich mich schon, ob die Artikel überhaupt gelesen werden oder ob der Kommentar einfach blind anhand des Titels verfasst wird. Ich zitiere: "«Für solche Rettungsflüge braucht es eine wind-resistente Drohne die sehr stabil fliegen kann»".

    • drone am 13.07.2016 18:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Simon

      das kann sie, es ist eine dji inspire one...

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  • Willi am 12.07.2016 23:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Drohnen

    Ertrinken ist die Folge von Sünde steht. Also nützt das ganze nichts

    • Al Bundy am 13.07.2016 10:05 Report Diesen Beitrag melden

      Völlig falsch Willi!

      Ertrinken ist die Folge von nicht schwimmen können! DAS ist die eigentliche 'Sünde'. Schon Siddharta Gauthama hat gesagt: Leid ist die Folge von Nichtwissen.

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  • Roland Kämpe am 12.07.2016 22:45 Report Diesen Beitrag melden

    bin skeptisch

    Die meisten Ertrinkenden gehen nicht wild rudernd unter sondern verschwinden plötzlich und still von der Wasseroberfläche. Wenn die Drohne Leben retten kann, soll sie eingesetzt werden. Allerdings würd' ich mir nicht allzuviel davon versprechen.

    • Max Willi am 13.07.2016 08:46 Report Diesen Beitrag melden

      Rettungsring

      Vorallem können die nicht noch nach dem Rettungsring schwimmen und greifen. Sollte der etwas weiter weg sein.

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  • Studiosus am 12.07.2016 22:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr hilfreich

    Ganz schön clever, die Franzosen! Ausprobieren, ob es funktioniert, dann sofort auch in der Schweiz anschaffen. Wäre auch gut für alle Rettungsdienste, um etwa Vermisste zu suchen, brennende Gebäude einzusehen oder abgestürzte Autos nach Opfern in Sekundenschnelle abzusuchen.