Weiterer Bergsturz befürchtet

03. September 2017 20:04; Akt: 03.09.2017 22:15 Print

Radar überwacht Berg in Bondo permanent

Noch immer ist der Piz Cengalo im Bergell in Bewegung. Auch weitere Murgänge sind nicht ausgeschlossen. Der Kanton Graubünden setzt deshalb neue technische Massnahmen ein.

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Gefahr weiterhin akut: In ihre Häuser dürfen die Bewohner mindestens zwei Monate lang nicht zurück. (3. September 2017). Es könnte zu weiteren Felsstürzen kommen: Angehörige der Armee stellen in Bondo eine Richtstrahlanlage ein. (2. September 2017) Aufräumarbeiten: Bagger im Einsatz. (2. September 2017) «Wenn eine Mure kommt, muss das Gefahrenfeld innert vier Minuten geräumt sein»: Räumungsarbeiten in Bondo GR. (2. September 2017) Der Wasserstand des Flusses Maira, der mit Geröllmassen gefüllt ist, hat sich zurückgezogen. Die Gefahr von weiteren Murgängen ist noch nicht gebannt. Ist wieder offen: Warnung an der Strasse beim Maloja-Hospiz zwischen Casaccia und Vicosoprano im Bergell. (1. September 2017) Ihre Türe steht der Bevölkerung offen: Gemeindepraesidentin Anna Giacometti spricht mit Einwohnern. (29. August 2017) Das Bergell ist vom Engadin her wieder erreichbar. (1. September 2017) Das Bergell ist von der Aussenwelt abgeschnitten gewesen: Strassensperre zwischen Casaccia und Vicosoprano. (1. September 2017) Überflutete Strassen nach den neuen Murgängen: Spino im Bergell GR. Zwei Personen mussten in der Nacht mit dem Helikopter evakuiert werden. Geröllmassen in Bewegung: Die Situation am Donnerstagabend. (31. August 2017) Sicherungsarbeiten im Talboden: Die Arbeiter müssen sich innert vier Minuten in Sicherheit bringen, da das abgebrochene Material immer noch in Bewegung sei. (28. August 2017) Zivile Helfer im Einsatz: Bundesrat Guy Parmelin bot die Hilfe des Militärs an, doch im Moment sei dies noch zu gefährlich. (28. August 2017) Blick in die Informationsverstaltung für die Bevölkerung von Bondo GR. (29. August 2014) Aus der Vogelperspektive: Drohnenaufnahmen zeigen was der Bergsturz in Bergell anrichtete. (28. August 2017) Machen den Weg frei: Mehrere grössere Felsblöcke wurden gesprengt, damit man sie besser wegräumen kann. LKWs und Bagger stehen tief im Schlamm: Bei einem der grössten Bergstürze in der Schweiz seit 100 Jahren brachen Unmengen von Gesteinsmassen vom Piz Cengalo ab. (26. August 2017) Bleiben lieber in sicherer Enfernung: Kurz nachdem einige Anwohner wieder in ihre Häuser zurück durften, mussten sie diese auch schon wieder aufgrund eines erneuten Murgangs verlassen. (26.August 2017) Zweiter Murgang: Laut Experten ist eine weitere Million Kubikmeter Fels in langsamer Bewegung. (26. August 2017) Biker fotografiert das Ausmass der Verwüstung: Die Gesteinsmassen haben 16 Gebäude zerstört oder beschädigt und ein Firmengelände überschwemmt. (26.August 2017) Musste Bergung abbrechen: Einsatzleiter Andrea Mittner informiert die Medien. (26. August 2017) Erneuter Murgang: Schlammlawine in Bondo. (25. August 2017) In diesem Tal sind die acht Wanderer verunglückt: Bondo nach dem Bergsturz. Flucht aus der Gefahrenzone: Im Nachbardorf Stampa kommt ein Auto nach dem anderen von Bondo her. Der Zonenplan, der über Zugang oder Evakuierung der Häuser in Bondo entscheidet: Grün für uneingeschränkten Zugang, im orangen Bereich muss mit neuerlichen Evakuierungen gerechnet werden, die rote Zone bleibt evakuiert. Blau bedeutet verschüttet. Polizeisprecher Roman Rüegg informiert am Freitag über die vermissten Wanderer. (25. August 2017) Anna Giacometti erklärt, welche Bewohner wieder nach Hause dürfen und welche nicht. (25. August 2017) Bagger räumen die Geröllmassen weg. (25. August 2017) Nach den Vermissten wurde unermüdlich gesucht. (25. August 2017) Sichert dem Bergeller Dorf jede erdenkliche Unterstützung der Behörden zu: Bundespräsidentin Doris Leuthard begegnet Bondos Gemeindepräsidentin Anna Giacometti gefühlvoll. (24. August 2017) Bild: Screenshot SRF Die Hauptstrasse durchs Bergell ist geschlossen: Autos stauten sich vor dem Portal der Umfahrung des Orts. (23. August 2017) Die Durchfahrt durch das Bergell ist unpassierbar geworden. (23. August 2017) Bundespräsidentin Doris Leuthard ist angereist. (24. August 2017) Berggänger werden mit einem Helikopter der Air Bernina evakuiert. (24. August 2017) 32 Personen sind mit dem Helikopter ausgeflogen worden, wie die Behörden am Donnerstag bekannt gegeben haben. (24. August 2017) Die Strasse ist schwer beschädigt. (24. August 2017) Das Bild der Zerstörung im Sonnenlicht. (24. August 2017) Die Abbruchstelle aus der Luft. (24. August 2017) Material des Felssturzes hat der Bach Bondasca als Murgang talauswärts bis nach Bondo geschoben. (Screenshot SRF) Zwei Ställe am Dorfrand wurden zerstört. Und im Val Bondasca walzten die Gesteinsmassen zehn Ställe und Maiensässe nieder. (23. August 2017) Bergsturz in Bergell: Die Rettungsteams haben ihre Suche nach vermissten Personen in Bondo GR intensiviert. (24. August 2017) Die Polizei hat eigene Helikopter und einen der Armee im Einsatz. Die Gemeindepräsidentin von Bergell, Anna Giacometti, spricht zu den Medien in Bondo. Barbara Janom Steiner, Regierungsrätin des Kantons Graubünden und Anna Giacometti, Gemeindepräsidentin von Bregaglia sind vor Ort. Rund 4 Millionen Kubikmeter sind zu Tal gedonnert: Das Geröll hat sich über 500 Meter Länge verteilt. An einzelnen Stellen ist es mehrere zehn Meter hoch. Ausmass der Verwüstung: Gemäss Angaben der Kantonspolizei Graubünden wurden bisher acht Personen vermisst gemeldet. (24. August 2017) Der Murgang stoppte knapp vor den Wohnhäusern: Wegen des Bergsturzes ist das Bergdorf Bondo im bündnerischen Bergell komplett evakuiert worden. (23.August 2017) 100 Personen wurden wegen allfälliger weiterer Steinschläge evakuiert. Grenzberg zwischen Italien und der Schweiz: Die Felsmassen brachen vom Piz Cengalo (3369 m ü. M.) ab. Die Leitplanken und einzelne Bäume behaupten sich gegen die Naturgewalt. (24. August 2017) «Wir haben gewusst, dass sich wieder ein Felssturz ereignen könnte», sagte Gemeindepräsidentin Anna Giacometti, allerdings sei man von der grossen Menge der Geröllmassen überrascht. SAC-Hütten über den Luftweg evakuiert: Helikopter führten Suchflüge durch und flogen einige Personen aus dem Gefahrengebiet aus. Spuren der Naturgewalt: Bondo und der Weiler Spino wurden evakuiert, das Dorf Soglio ist von der Aussenwelt abgeschnitten. Gesperrte Hauptstrasse zwischen Stampa und Castasegna: Alternative Verkehrsrouten führen über den Berninapass und das Puschlav. Da war noch alles in Ordnung: Die Region ist bei Wanderern vor allem wegen ihrer malerischen Umgebung bekannt. Wenige Tage später: Die Gegend liegt unter einer dicken Schicht Geröll.

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Die Gefahr im Bergsturzgebiet im Bergell ist noch nicht gebannt: Nachdem neuerlichen Murgang vom Donnerstagabend sind weitere nicht auszuschliessen. Auch die Gefahr eines erneuten Bergsturz besteht weiterhin.

Laut der «NZZ am Sonntag» hat das zuständige Amt deshalb die permanente Überwachung des Piz Cengalos angeordnet. Seit dem Samstag ist ein Radarsystem der Zürcher Firma Geopraevent im Einsatz. Dieses registriere die Bewegungen des Gesteins und ermögliche es, Abbrüche einige Tage im Voraus vorherzusehen.


Bilder vom Bergsturz in Bondo. (Video: Tamedia/Leserreporter)

Bestandesaufnahmen, aber keine permanenten Messungen

Christian Wilhelm vom Amt für Wald und Naturgefahren sagt der Zeitung: «Wir unternehmen alles, was an Überwachungsmassnahmen möglich und sinnvoll ist.» Mit der permanenten Überwachung durch die Radaranlage sei es möglich lage- und zeitgerecht reagieren zu können.

Wilhelm betont gegenüber der «NZZ am Sonntag», dass der Piz Cengalo bereits vor dem Bergsturz überwacht worden sei und man nicht erst jetzt aktiv werde. Der Berg sei laufend beobachtet worden und es habe regelmässig Bestandesaufnahmen gegeben — allerdings keine permanenten Messungen. Es seien aber nach einem Felssturz im Jahr 2011 bauliche, organisatorische und raumplanerische Massnahmen getroffen und auch eine Alarmanlage sei vor einigen Jahren eingerichtet worden. Experten hätten das Gebiet zudem beobachtet.


Nach dem Bergsturz kam die Schlammlawine. Video: SDA/Tamedia

Folgen des Bergsturzes unterschätzt

Trotz der Überwachung des Berges und der recht präzis prognostizierten Abbruchmenge, wurden die Experten am 23. August vom Bergsturz überrascht. Regierungsrat Mario Cavigelli räumte letzte Woche ein, dass man die Folgen unterschätzt habe.


So sah es in Bondo nach dem Bergsturz aus. Video: Tamedia

(jen)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jimmy Neutral am 03.09.2017 21:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dank ans Militär

    Da kann die GSoA noch lange jammern, die Armee macht das super. Gäbe es eine besser (zivile) Institution als das Militär?

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  • iwyvomberg am 03.09.2017 22:57 Report Diesen Beitrag melden

    Betroffenheit und Mitgefühl für Bondo

    Meine Betroffenheit über das Ausmass des Bergsturz - Gebietes im Bergell ist immens. Der grossartigen Gemeindepräsidentin und all den helfenden und tröstenden Menschen welche übermenschliche Einsatz leisten undKräfte freisetzen,den Betroffenen beigestanden und das grosse Leid gelindert haben,spreche ich meinen innigen Dank aus. Unsere Gedanken und Gebete sind mit Ihnen. Viel Kraft und Zuversicht in dieser schweren Zeit wo Sie Haus,und Vieles was Ihnen lieb war, zurücklassen mussten, wir fühlen mit Ihnen.

  • Hans Fahrni am 04.09.2017 00:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Bravo. Nun reagiert die Armee und sogar mit Higtech. Hoffentlich kann damit den Bewohnern rechtzeitig vor weiterem Unglück geholfen werden. Viel Glück und Mut.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Roni am 04.09.2017 13:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lassen

    Eigentlich sollte man hier nicht mehr aufräumen ,sondern umsiedeln und alles lassen wie es ist.

  • Feiveline am 04.09.2017 04:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Katastrophen der Natur

    Das ist sehr gut, aber sind wir wirklich in der Lage die Natur so zu kontrollieren oder sollten wir solche Gebiete der Natur überlassen, weil das die kräftigere Macht ist. Forschungen müssen sein, aber jeder Forscher will mehr,ob das der richtige Weg ist, die Natur zu überlisten, glaube ich kaum. Dafür gibt es nicht nur Bondo, sondern zum Bsp. auch der Hurrikan Texas, die Erdbeben letztes Jahr in Italien usw. Meine Beobachtung ist die Natur nimmt sich was ihr gehört und wir müssen dies akzeptieren und mit ihr leben.

  • Hans Fahrni am 04.09.2017 00:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Bravo. Nun reagiert die Armee und sogar mit Higtech. Hoffentlich kann damit den Bewohnern rechtzeitig vor weiterem Unglück geholfen werden. Viel Glück und Mut.

  • RC am 03.09.2017 23:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Teure Stunden....

    Ich bin gespannt auf die Rechnungen der Firma Eberhard.. Das sind doch normale Bagger? Warum müssen die vom Unterland mit Ihren hohen Preisen das machen?...

    • peter am 04.09.2017 06:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @RC

      genau das sind ganz normale Bagger. solche hat ja jeder im Garten.

    • Leon Meisser am 04.09.2017 10:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @RC

      Um den Fluss auszubaggern braucht man Bagger mit langem Arm und für die schweren Felsbrocken braucht man einen leistungsstarken Bagger. Ausserdem ist Eberhard Mietglied bei der SEG24 die in Katastrophenfällen sofort Geräte bereitstellt.

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  • iwyvomberg am 03.09.2017 22:57 Report Diesen Beitrag melden

    Betroffenheit und Mitgefühl für Bondo

    Meine Betroffenheit über das Ausmass des Bergsturz - Gebietes im Bergell ist immens. Der grossartigen Gemeindepräsidentin und all den helfenden und tröstenden Menschen welche übermenschliche Einsatz leisten undKräfte freisetzen,den Betroffenen beigestanden und das grosse Leid gelindert haben,spreche ich meinen innigen Dank aus. Unsere Gedanken und Gebete sind mit Ihnen. Viel Kraft und Zuversicht in dieser schweren Zeit wo Sie Haus,und Vieles was Ihnen lieb war, zurücklassen mussten, wir fühlen mit Ihnen.