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YB-Fanzug-Projekt
03. Februar 2012 11:48; Akt: 03.02.2012 14:08 Print
SBB wollen mit weiteren Clubs kooperieren
Auch in Zukunft wird der «selbstverwaltete» YB-Fan-Express zu den Axpo-Superleague-Spielen fahren. Die SBB hoffen, dass das Modell Schule macht.
Die Fans der Berner Young Boys werden in ihren Extrazügen weiterhin selber für Sicherheit und Sauberkeit sorgen. Nach einer erfolgreichen Testphase haben die SBB, YB und die Fan- Organisationen am Freitag ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet.
Bildstrecken Im FanzugSeit September verkehrten sieben Extrazüge zu Auswärtsspielen der Young Boys, 3500 Fans wurden transportiert. Betreut wurden sie von eigenen Kollegen. Die so genannten «Stewards» hatten sich von Bahn- und Sicherheitsspezialisten ausbilden lassen und unter anderem ein Deeskalationstraining absolviert.
Die Sachschäden seien dank dem Pilotversuch weiter zurückgegangen, sagte SBB-Chef Andreas Meyer vor den Medien. Allerdings habe es in diesem Bereich mit YB schon früher eher wenig Probleme gegeben, weil die Zusammenarbeit mit den Berner Fans seit Jahren gut sei.
Schäden von mehreren Hunderttausend Franken
Schweizweit richten Fussballfans in Extrazügen jährlich Schäden von mehreren Hunderttausend Franken an, wie Meyer in Erinnerung rief. Er hofft deshalb, dass sich bald auch andere Klubs auf das Berner Modell einlassen werden. In Frage kommen die paar grösseren Klubs, die genügend Fans für Extrazüge haben.
Heute sind die Regelungen unterschiedlich; der FC Basel etwa schickt auch Betreuer in die Extrazüge, doch die Zusammenarbeit mit der SBB und die Kommunikation der Partner ist nicht so umfassend geregelt und schriftlich festgehalten.
Die Berner Lösung hilft der SBB auch Personalkosten sparen. In den sieben «selbstverwalteten» Sonderzügen waren es laut Meyer etwa 12'000 Franken. Zudem gab es Einsparungen, weil die Fans auch gleich den Abfall selber entsorgten.
Besser als eine «Regulierungswelle»
«Das Projekt ist erfolgreich, weil alle Beteiligten Verantwortung übernehmen», sagte Benno Oertig, Verwaltungsratspräsident des Berner Stade de Suisse. Solche freiwilligen Modelle hätten Vorbildcharakter, denn ansonsten drohe eine «Regulierungswelle» im Kampf gegen Fan-Exzesse - und das wolle eigentlich niemand.
Was YB das Projekt kostet, wollte Klubchef Ilja Kaenzig nicht verraten. Für den Klub gehe es nicht in erster Linie ums Geld, sondern um eine für alle Beteiligten gute Lösung.
Zufriedene Fans
Zufrieden sind auch die Fans. Das Pilotprojekt sei die logische Fortsetzung der seit Jahren gut funktionierenden Kooperation mit den SBB, sagte Clemens Friedli namens der beiden Dachorganisationen der rund 30 Fanklubs.
Er wies darauf hin, dass alle Fans im Extrazug die so genannte Auswärtsfahrtenregelung akzeptieren müssen. Die Fans verpflichten sich unter anderem, Gewalt und Sachbeschädigungen zu unterlassen und keine Gegenstände aus dem Fenster zu werfen.
Einer der Waggons ist sogar für Familien reserviert. «In diesem Wagen herrscht striktes Rauchverbot», wie die Dachorganisationen betonen.
(sda)
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Bravo!
Bravo dachverbände vo YB! Das finde ich echt mal eine sinnvolle sache und dient als vorbild für die anderen grossklubs.