YB-Fanzug-Projekt

03. Februar 2012 11:48; Akt: 03.02.2012 14:08 Print

SBB wollen mit weiteren Clubs kooperierenSBB wollen mit weiteren Clubs kooperieren

Auch in Zukunft wird der «selbstverwaltete» YB-Fan-Express zu den Axpo-Superleague-Spielen fahren. Die SBB hoffen, dass das Modell Schule macht.

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Am Anfang der öffentlichen Debatte um Hooliganismus in der Schweiz stand die sogenannte Fans stürmten nach der Niederlage des FC Basel gegen den FC Zürich in der Finalissima das Spielfeld. Es kam zu einem Im Hinblick auf die Euro 2008 in Österreich und in der Schweiz berief der Bund einen Runden Tisch ein. Im Bild ein in Genf für allfällige Hooligans. führte den Runden Tisch, an dem alle Beteiligten vertreten waren, weiter. Im Bild empfängt Maurer 2010 Captain Alex Frei und die Nationalmannschaft im Bundeshaus. Kritiker werfen Maurer vor, und zu wenig Wille für eine politische Lösung aufzubringen. Das Bild zeigt Maurer im Juni 2011 in Dänemark zusammen mit Peter Gillieron (M) vom Fussballverband und Uefa-Präsident Michel Platini (l.). Doch das Hauptproblem des Runden Tisches sind seine fehlenden Kompetenzen. Entscheide waren nur möglich mit Einwilligung aller Beteiligten - was längst nicht mehr der Fall ist. Am 1. September 2011 gab Maurer bekannt, . Da die meisten Kompetenzen im Bereich Hooliganismus bei den Kantonen liegen, kam mit dem Ende des Runden Tisches der (KKJPD) eine Schlüsselrolle zu. Im April 2010 präsentiert die damalige KKJPD-Präsidentin Karin Keller-Sutter in Bern ein Massnahmenpaket gegen Gewalt an Sportanlässen. Die FDP-Politikerin Keller-Sutter ist ein gegen gewalttätige Fussballfans. Auf Seiten der Fans hat sie sich zu einer Hassfigur entwickelt. Keller-Sutter stand seit November 2010 als Präsidentin der KKJPD und St. Galler Justizdirektorin im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit. Mit dem Niederlegen der Ämter 2012 nach ihrer Wahl zur Ständerätin dürfte dies ändern. Konkret mit den Fussball-Hooligans beschäftigen müssen sich die Ihr Verband unterstützt schärfere Massnahmen. Gleichzeitig funktionieren auf lokaler Ebene die Beziehungen zu Clubs und Fanarbeiter oft gut. Auf dem Bild sind FCZ-Fans auf dem Weg zum Bahnhof Wankdorf. Stark betroffen vom Hooliganismus sind auch die die mit Extrazügen Fans befördern müssen. Die Bundesbahnen wollen, dass die Clubs für die Schäden ihrer Fans aufkommen und die Extrazüge chartern müssen. Mit YB haben sie seit August 2011 eine freiwillige Vereinbarung, die dem Club die Verantwortung für die Ordnung in den Extrazügen übergibt. Im Bild SBB-CEO Andreas Meyer im Februar 2010. Unterstützung erhalten die SBB vom Dessen Direktor Peter Füglistaler lässt eine Gesetzesänderung ausarbeiten, damit die Clubs für Schäden in die Pflicht genommen werden können. Laut dem heute gültigen Transportgesetz müssen die SBB alle Personen transportieren, die einen gültigen Fahrausweis besitzen. Lange zurückhaltend gaben sich der So argumentierte SFL-Präsident Thomas Grimm Ende noch Ende 2010, man können einen Club auch nicht für einen Überfall verantwortlich machen, nur weil der Räuber ein Shirt des Clubs getragen habe. Inzwischen arbeitet der Verband aber an einem bei dem Gästefans von Fanarbeitern und nicht von maskierten Polizisten mit Schlagstöcken empfangen werden. Grimm (l.) mit SFV-Präsident Peter Gillieron an der Nacht des Fussballs im August 2009 in Bern. Sehr unterschiedlich ist das Engagement der Während einige insbesondere in der Prävention aktiv sind, sind andere dem Vernehmen nach nicht an einer Lösung interessiert. FCZ-Präsident Ancilo Canepa (l.) und GC-CEO Marcel Meier im Juli 2011 in Zürich. Eine eigentliche Funktion zwischen den Fronten nehmen die ein. So ist manchmal von einer anwaltschaftlichen Beziehung zu den Fans die Rede. Während sie das Vertrauen der Fans brauchen und oft finanziell vom Club abhängig sind, brauchen sie einen guten Draht zu den Sicherheitskräften und den SBB. Urs Frieden (vorne links), Vorstandsmitglied der Fanarbeit Bern, am FCB-Umzug durch die Berner Innenstadt im Juli 2011. Der wohl wichtigste Akteur beim Thema Hooligans sind schliesslich die die meist in Gruppierungen organisiert sind. Obwohl nur eine Minderheit gewaltbereit ist, findet eine Solidarisierung statt. Feuerwehrleute vor YB-Fans in Collombey-Muraz, Oktober 2010. Insbesondere beispielsweise auch die Hooligan-Datenbank des Bundes, sind die Fangruppen geschlossen. Ebenso lehnen sie das Pyro-Verbot in den Stadien ab. Fans des FC Luzern im Mai 2010 in Bern.

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Die Fans der Berner Young Boys werden in ihren Extrazügen weiterhin selber für Sicherheit und Sauberkeit sorgen. Nach einer erfolgreichen Testphase haben die SBB, YB und die Fan- Organisationen am Freitag ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet.

Seit September verkehrten sieben Extrazüge zu Auswärtsspielen der Young Boys, 3500 Fans wurden transportiert. Betreut wurden sie von eigenen Kollegen. Die so genannten «Stewards» hatten sich von Bahn- und Sicherheitsspezialisten ausbilden lassen und unter anderem ein Deeskalationstraining absolviert.

Die Sachschäden seien dank dem Pilotversuch weiter zurückgegangen, sagte SBB-Chef Andreas Meyer vor den Medien. Allerdings habe es in diesem Bereich mit YB schon früher eher wenig Probleme gegeben, weil die Zusammenarbeit mit den Berner Fans seit Jahren gut sei.

Schäden von mehreren Hunderttausend Franken

Schweizweit richten Fussballfans in Extrazügen jährlich Schäden von mehreren Hunderttausend Franken an, wie Meyer in Erinnerung rief. Er hofft deshalb, dass sich bald auch andere Klubs auf das Berner Modell einlassen werden. In Frage kommen die paar grösseren Klubs, die genügend Fans für Extrazüge haben.

Heute sind die Regelungen unterschiedlich; der FC Basel etwa schickt auch Betreuer in die Extrazüge, doch die Zusammenarbeit mit der SBB und die Kommunikation der Partner ist nicht so umfassend geregelt und schriftlich festgehalten.

Die Berner Lösung hilft der SBB auch Personalkosten sparen. In den sieben «selbstverwalteten» Sonderzügen waren es laut Meyer etwa 12'000 Franken. Zudem gab es Einsparungen, weil die Fans auch gleich den Abfall selber entsorgten.

Besser als eine «Regulierungswelle»

«Das Projekt ist erfolgreich, weil alle Beteiligten Verantwortung übernehmen», sagte Benno Oertig, Verwaltungsratspräsident des Berner Stade de Suisse. Solche freiwilligen Modelle hätten Vorbildcharakter, denn ansonsten drohe eine «Regulierungswelle» im Kampf gegen Fan-Exzesse - und das wolle eigentlich niemand.

Was YB das Projekt kostet, wollte Klubchef Ilja Kaenzig nicht verraten. Für den Klub gehe es nicht in erster Linie ums Geld, sondern um eine für alle Beteiligten gute Lösung.

Zufriedene Fans

Zufrieden sind auch die Fans. Das Pilotprojekt sei die logische Fortsetzung der seit Jahren gut funktionierenden Kooperation mit den SBB, sagte Clemens Friedli namens der beiden Dachorganisationen der rund 30 Fanklubs.

Er wies darauf hin, dass alle Fans im Extrazug die so genannte Auswärtsfahrtenregelung akzeptieren müssen. Die Fans verpflichten sich unter anderem, Gewalt und Sachbeschädigungen zu unterlassen und keine Gegenstände aus dem Fenster zu werfen.

Einer der Waggons ist sogar für Familien reserviert. «In diesem Wagen herrscht striktes Rauchverbot», wie die Dachorganisationen betonen.

(sda)

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  • Dr.yb am 03.02.2012 15:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo!

    Bravo dachverbände vo YB! Das finde ich echt mal eine sinnvolle sache und dient als vorbild für die anderen grossklubs.