Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Bundesratskarussell
15. August 2010 09:15; Akt: 15.08.2010 10:13 Print
«Das würde meinem liberalen Herzen weh tun»
Ruedi Noser plant seine Kandidatur seit Jahren. Er zeigt sich dementsprechend entschlossen. Entschlossen ist aber auch die Tessiner FDP, die italiensiche Schweiz zurück in den Bundesrat zu bringen.

Die FDP-Nationalräte Ruedi Noser und Ignazio Cassis wollen beide in den Bundesrat - aus verschiedenen Gründen. (Bild: Keystone)
-
Kandidatenkarussell: Ruedi Noser kandidiert für Bundesrat
-
Bundesratswahlen: «Das Rennen ist noch völlig offen»
-
Bundesratswahlen: Tessiner CVP verzichtet auf Sprengkandidatur
-
Bundesratswahlen: Urs Hofmann will nicht Bundesrat werden
-
Interview: Sommaruga will Vertrauen wiederherstellen
- Dossiers
-
Das Bundesrats-Karussell dreht sich
Die FDP müsse unbedingt einen Unternehmer in den Bundesrat schicken, sagt der FDP-Nationalrat und Unternehmer Ruedi Noser in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag». «Wenn gar niemand mehr aus der Wirtschaft dabei wäre, würde das meinem liberalen Herzen weh tun.»
Bildstrecken Altern im AmtWer erbt den Sitz von Merz?Wer erbt Leuenbergers Sitz? Infografik Politisches System SchweizIm Interview lässt der Zürcher keine Zweifel daran, dass er seine Kandidatur ernst meint und auch gegen den FDP-Favoriten Johann Schneider-Ammann antritt. Er kandidiere, «unabhängig davon, wer sonst auch noch kandidiert», sagt Noser.
Sein selbstbewusster Auftritt kontrastiert mit dem Zögern des möglichen Gegenkandidaten Schneider-Ammann. Noser gibt offen zu, seine Kandidatur seit Jahren geplant zu haben. Auch seine eigene Firma, das IT-Unternehmen Noser Group, sei kein Hindernis, sagt Noser «Ich würde mich von allen unternehmerischen Interessen trennen.» Entsprechende Konzepte seien vorhanden und könnten im Falle einer Wahl «rasch umgesetzt werden».
Noser ist überzeugt, dass er ein guter Bundesrat sein wird. Als Unternehmer und Politiker habe er den Nachweis erbracht, dass er «Lösungen schaffen kann», sagt er der Zeitung «Sonntag». «Ich bin mit mir im Reinen ich kann das und will es», meint er weiter. Nicht ganz so rosig sieht er seine (schulische) Vergangenheit: «Ich war in der Volksschule ein sogenannter Schulversager. Weil meine Legasthenie nicht entdeckt wurde».
Signale aus dem Tessin
Nach dem Zürcher Ruedi Noser legt ein zweiter FDP-Nationalrat die Karten auf den Tisch: «Ich stelle mich für eine Bundesratskandidatur zur Verfügung», sagt der Tessiner Ignazio Cassis in der «NZZ am Sonntag». Die italienische Schweiz «will in der eidgenössischen Regierung vertreten sein», erklärt Cassis. Die Willensnation Schweiz bestehe «nicht nur aus Romandie und Deutschschweiz», immerhin rund 7 Prozent der Bevölkerung seien italienischsprachig.
Cassis hat den Vorteil, über die Parteigrenzen hinaus geschätzt zu werden. CVP-Präsident Giovanni Jelmini bezeichnet Cassis als «valablen Kandidaten». Selbst aus der SP ist zu hören, Cassis wäre wählbar. Support erhielte er auch von der Lega, wie Nationalrat Attilio Bignasca sagt.
Hingegen droht ihm aus der eigenen Partei Konkurrenz. Denn auch FDP-Nationalrat Fabio Abate und FDP-Regierungsrat Gabriele Gendotti haben ihr Interesse an einer Kandidatur für einen Sitz in der Landesregierung angekündigt. «Für das Tessin ist die Ausgangslage sehr schwierig», ist sich Gendotti bewusst. «Weil die FDP darum kämpfen muss, den zweiten Bundesrats-Sitz behalten zu können.» Dennoch will die FDP des Kantons Tessin unbedingt einen Kandidaten stellen. Gendotti geht in erster Linie von Fabio Abate aus. Wolle dieser aber nicht, «dann kann man mit mir diskutieren».
(aen)


























