Studie

08. Februar 2015 11:19; Akt: 08.02.2015 15:55 Print

So viele Drogen brauchen Schweizer im Ausgang

Erstmals zeigt eine Umfrage, wie hoch der Konsum von Rauschmitteln im Ausgang ist. Besonders beliebt, aber auch besonders gefährlich ist dabei der Drogenmix.

storybild

Im Ausgang werden oft neben Alkohol noch andere Rauschmittel konsumiert. (Bild: Keystone/Ueli Christoffel)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Alkohol, Zigaretten, Drogen: Rauschmittel gehören für viele Partygänger am Wochenende einfach dazu. Erstmals zeigt eine Studie, wie viele Drogen durchschnittlich in einer Partynacht konsumiert werden, berichtet die «Schweiz am Sonntag». Das Schweizer Institut für Sucht- und Gesundheitsforschung ISGF befragte zwischen 2011 und 2013 über 2300 Personen im Ausgang und in ambulanten Beratungen.

Umfrage
Welches ist die härteste Substanz, die Sie im Ausgang zu sich nehmen?
8 %
47 %
5 %
12 %
2 %
4 %
8 %
2 %
12 %
Insgesamt 28929 Teilnehmer

So raucht ein Kiffer vier Joints in einer Nacht, ein Raucher knapp ein Päckli. Personen, die Alkohol trinken, bestellen sich sieben Drinks. Kokser schnupfen ein Gramm Kokain, auch der Konsum von Amphetamin beträgt ein Gramm. Ein Renner ist auch die Droge Ecstasy. So werfen Partygänger entweder zwei Pillen ein oder schlucken 0,4 Gramm MDMA.

Gefährlicher Drogenmix

Doch oftmals reicht Personen im Ausgang ein Rauschmittel nicht. Zwei Drittel der Befragten erklärten, dass sie mindestens zwei Drogen zu sich nähmen. Tabak wurde in diesem Fall nicht mitgezählt. Ein Drittel konsumiert neben Alkohol auch Cannabis. Rund die Hälfte davon nimmt auch noch Ecstasy dazu. Knapp sechs Prozent konsumieren Alkohol, Cannabis und Kokain. «Drogen zu nehmen, ist immer ein Risiko. Mischkonsum erhöht dieses Risiko», sagte Alexander Bücheli, Co-Autor der Studie, zur «Schweiz am Sonntag».

Dieser Drogenmix könne zu gefährlichen Nebenwirkungen wie Dehydrierung, Überhitzung oder Angstzuständen führen. Je nachdem könne es gar zu einer lebensgefährlichen Situation kommen, so Autorin Larissa Maier. So geben dann auch 90 Prozent der Partygänger an, kurzfristig Probleme durch den Drogenkonsum gehabt zu haben. Von Panikattacken oder wahnhaften Zuständen berichtet über ein Drittel der Befragten.

Hohe Dunkelziffer

Dass aus der fröhlichen Party schnell eine Tragödie werden kann, zeigen zudem die Zahlen von Tox Info Schweiz. 2013 wurden 40 schwere und eine tödliche Vergiftung gezählt, die auf den Konsum von Drogen und Alkohol zurückzuführen sind. Doch dies dürfte nur die Spitze des Eisbergs sein. «Die Dunkelziffer schätze ich als sehr hoch ein», sagt Hugo Kupferschmidt, der Direktor von Tox Info Suisse.

(dia)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Definitiv Cola am 08.02.2015 11:29 Report Diesen Beitrag melden

    Cola

    Ich geb mir jedes Wochenende 1-2l Cola. Cola, definitiv Cola.

    einklappen einklappen
  • candyflip am 08.02.2015 12:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    i need dollar

    erstaunt mich nicht dass es nur 40 schwere vegiftungen pro jahr gibt. habe lange querbeet von allem konsumiert, und hatte nie gesundheitliche probleme. Jedoch hat es meinen geldbeutel massiv getroffen, sodass ich mich mit 20000 verschuldet hab, zum glück bald abbezahlt. Überschlage ich mal meine drogenausgaben, hätt ich jetzt wohl ne eigentumswohnung und nen schönen mercedes in der garage.... ob sich der spass gelohnt hat? bin ich nichtmehr so überzeugt von wie früher...

    einklappen einklappen
  • Franz W. am 08.02.2015 11:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Subjekt vs. Objekt

    Ich wusste nicht, dass die Drogen Schweizer brauchen. Wohl eher umgekehrt... Und ob die Schweizer Drogen "brauchen" ist eine andere Frage.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • CH-Bürger am 09.02.2015 13:42 Report Diesen Beitrag melden

    Schon wieder ein neues BetMG

    Das Betäubungsmittelgesetz wurde schon wieder aktualisiert und mit neuen Substanzen ergänzt. Bei der Geschwindigkeit, mit der neue Stoffe verboten werden, frage ich mich schon, ob die Schädlichkeit jedes dieser Stoffe in einem wissenschaftlichen Verfahren einwandfrei festgestellt wurde, oder ob das einzige Kriterium des Verbots nur die psychoaktive Wirkung ist. Mir scheint, das Letztere ist der Fall. Dabei sollte eigentlich der Beweis der Schädlichkeit das Kriterium des Verbotes sein. Hier sieht man wieder, dass nicht Ratio und Logik die Gesetze diktieren, sondern nur Emotionen und Ignoranz.

    • Mama Mia am 09.02.2015 22:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Realist

      Ja und ich frag mich wieso sie immer wieder das Betäubungsmittelgesetz ändern können aber eine Legalisierung würde ja nicht gehen weil die gesetzes lage es nicht zulässt das können sie dann wieder nicht ändern ist einfach unglaublich wie die Menschheit geld und machtgeil ist

    • Hanf Sehr Anflinger am 09.02.2015 23:34 Report Diesen Beitrag melden

      @CH-Bürger

      Ja, so ist es recht! Die Swissmedic soll ruhig noch mehr verbieten (auch wenn das nicht direktdemokratisch ist)! Wir von der Alkoholpartei sind mit unserer konsumorientierten Alkoholpolitik bedingungslos für einen barrierefreien Alkoholfluss und bedingungslos gegen alles andere! Wir applaudieren und beglückwünschen die Swissmedic für die Ausweitung der Verbote! Von uns aus können diese gerne generalisiert werden: Verboten ist alles ausser Alkohol und zugelassene Medikamente. SO sollte das sein!

    einklappen einklappen
  • Heiri am 09.02.2015 13:12 Report Diesen Beitrag melden

    Wie hat es ein

    bekannter Soziologe mal gesagt: " Je kränker eine Gesellschaft ist, desto härter und höher ist der Rauschmittelkonsum." Da gibt es nichts hinzuzufügen.

  • Pff am 09.02.2015 12:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jeder wo sagt Alkohol

    Ist die schlimmste Droge, hat keine Ahnung von Drogen.

    • CH-Bürger am 09.02.2015 20:06 Report Diesen Beitrag melden

      @Pff

      Aus Sicht der Wissenschaft nimmt der Alkohol in Punkto Schädlichkeit aber einen Spitzenplatz ein. Oder glauben Sie, dass all die Neurowissenschaftler von ihrem Fachbereich keine Ahnung hätten? Die Gesellschaft muss endlich ihren Wissensstand über Drogen erneuern und ihre Sicht darauf revidieren, denn die Wissenschaft hat sich seit der "Einheitskonvention über Drogen" massiv weiterentwickelt, das BetMG aber nicht. Dass nun die Swissmedic die Listen des BetMG aktualisiert, soll dem ganzen nur einen wissenschaftlich Anstrich geben. Doch mit Wissenschaft hat das BetMG nicht viel zu tun.

    • Aufklärer am 09.02.2015 23:24 Report Diesen Beitrag melden

      @Pff

      Deine Aussage ist korrekt: Wer Alkohol als schlimmste Droge bezeichnet, hat keine Ahnung von Drogen. Schliesslich ist Alkohol keine Droge sondern wie Kokain und Heroin ein gefährliches Rauschgift, das süchtig macht, körperliche Schäden verursacht und zu zwanghaften Konsummustern führt. So etwas als Droge wie z.B. Cannabis zu verharmlosen, geht gar nicht.

    einklappen einklappen
  • sebi am 09.02.2015 10:23 Report Diesen Beitrag melden

    nur das härteste

    Also ich nehme etwa 1x pro Abend Crocodile, wenn ich im Ausgang bin. Absolut der Haaaammer.

    • Heinz Gut am 09.02.2015 13:57 Report Diesen Beitrag melden

      Glaubt nicht alles was ihr lest...

      Wohl kaum! Mit deiner Aussage willst du da nur irgend ein Schrott von dir geben. Falls es wirklich stimmen sollte dann wünsche ich dir noch einen schönen Rest deines Lebens. In 3-6 Monaten ist es vorbei mit dir.

    einklappen einklappen
  • Ingrid Helfer am 09.02.2015 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    Ausbruch aus Alltag

    Wer denkt Menschen nehmen Drogen, weil sie auf Parties sonst keinen Spass haben können, liegt absolut daneben. Es geht mehr darum in eine andere Welt einzutauchen und denn Alltag hinter sich zu lassen. Es wird immer mehr verlangt v.a. von den jungen Leuten. Irgendwann muss man ja die "Sau rauslassen". Alkohol macht Leute aggressiv und wie Neanderthaler ist meine Meinung. Jedem das seine.

    • manu am 09.02.2015 10:22 Report Diesen Beitrag melden

      klar

      gebe ich dir absolut recht!

    einklappen einklappen