Neues Piraterie-Gesetz

15. August 2008 14:33; Akt: 15.08.2008 15:13 Print

Kaum Fälschungen beschlagnahmtKaum Fälschungen beschlagnahmt

von Lukas Mäder - Eine erste Bilanz des neuen Gesetzes zeigt: Der Zoll musste weniger Plagiate beschlagnahmen als erwartet. Entweder kaufen Schweizer Touristen kaum Fälschungen im Ausland ein – oder aber sie verstecken sie jetzt einfach besser.

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Einige wenige T-Shirts, Taschen, Gürtel und Uhren sind die Beute der Zöllner. Seit dem 1. Juli dürfen sie gefälschte Produkte für den Privatgebrauch beschlagnahmen. Bisher wurden nur Grosssendungen verfolgt. «Wir haben bei den Touristen mehr gefälschte Produkte erwartet», sagt Daniel Tschudin vom Flughafenzollamt Zürich. Vielleicht habe die Informationskampagne im Vorfeld genützt und die Reisenden kaufen im Ausland weniger Fälschungen, sagt er: «Oder sie verstecken die gefälschten Produkte einfach besser.»

Genaue Zahlen, wie viele Produkte der Zoll in den ersten sechs Wochen beschlagnahmt hat, gibt es noch nicht. «Wir haben im Reiseverkehr erst rund ein Dutzend Artikel eingezogen», sagt Karin Märki von der Oberzolldirektion. Kleider, Accessoires und Uhren wurden beschlagnahmt, ausschliesslich an Flughäfen. Bisher haben erst rund zehn Markeninhaber beantragt, dass Fälschungen ihrer Produkte konfisziert werden. Laufend treffen aber weitere Anträge ein, sagt Märki.

«Wir können nicht wegschauen»

Für die Zollbeamten haben einzelne Fälschungen, die heimkehrende Touristen in die Schweiz bringen, auch nicht erste Priorität. «Unser Schwergewicht liegt auf grossen Sendungen von Handelswaren», sagt Tschudin. Bei Fälschungen für den Privatgebrauch hat der Flughafenzoll in Zürich bisher noch keine spezifischen Schwerpunktkontrollen gemacht. Die Funde sind eher ein Nebenprodukt der üblichen Kontrollen. «Es ist wie beim Schnaps oder bei den Zigaretten: Wenn wir etwas sehen, können wir nicht wegschauen», so Tschudin.


Haben Sie selbst am Zoll oder im Ausland Erfahrungen mit gefälschten Produkten gemacht? Schreiben Sie uns an feedback@20minuten.ch.