Grinds

09. September 2016 18:01; Akt: 09.09.2016 18:01 Print

Ein Kaffeeprodukt aus den USA soll Snus ersetzen

Snus ist in der Schweiz verboten. Mit einem Mix wie beim Energy-Drink wollen junge Unternehmer die Snus-Szene nun für sich gewinnen.

Aleksandar Cucuz, Inhaber von Fitnessnutrition.ch, über die Grinds aus den USA und die «gesunde» Ähnlichkeit mit Tabak-Snus.
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Kaffeesatz, Guarana, Vitamin B und Taurin – dieser Mix soll bei den enttäuschten Schweizer Snus-Konsumenten wieder für glückliche Gesichter sorgen. Der Schweizer Alexander Lerch hat mit seinem Geschäftspartner Dirk Klietsch seit Anfang Jahr die Schweizer Lizenz für die Kaffeebeutel der amerikanischen Marke Grinds und kommt nun dank des sofortigen Snus-Verbots zu einem plötzlichen Kundenansturm.

«Seit die Medien über das Verbot berichtet haben, haben sich die Kundenanfragen und die Besuche auf unserer Website Getgrinds.ch mehr als verachtfacht», sagt der 33-Jährige, der derzeit in Hongkong wohnhaft ist. Auch die Bestellungen hätten sich bereits verdreifacht. «Eigentlich wollten wir uns eher als Alternative zu Energy-Drinks etablieren, doch das Verbot gibt uns eine Chance, die wir nun packen wollen», sagt Lerch.

Die Idee stammt aus einer US-Fernsehsendung

Die Idee kam dem Zürcher auf einem Inlandflug in den USA: «Ich habe mir dort die Sendung ‹Shark Tank› an Bord angeschaut und die Erfinder von Grinds gesehen, wie sie ihre Idee bekannten Investoren und Prominenten vorstellten.» Seither verfolgte er die Entwicklung des Produktes genau. «Innert kurzer Zeit hatte sich das Produkt in den USA in diversen Sportligen etabliert – und sogar das US-Militär gehört mittlerweile zu den Kunden», ergänzt Lerch.

Im vergangenen Jahr habe man dann für den Schweizer Vertrieb und die Lizenz angefragt. «Zuerst hatten sie kein grosses Interesse an der Schweiz, aber nach einigen Gesprächen konnten wir das in eine positive Richtung lenken», sagt Lerch. Man habe das Produkt auch speziell nochmals in der Schweiz testen lassen, um sicherzustellen, dass sämtliche Inhaltsstoffe auch den Schweizer Standards entsprechen. «Mit Kaffeesatz, Vitamin B, Guarana und Taurin haben wir nicht nur ausschliesslich natürliche Inhaltsstoffe, sondern erzielen auch ein ähnliches Aufputschgefühl wie beim Konsum von Snus», sagt der 33-Jährige.

«Der Flash ist sehr ähnlich wie beim Snus»

Dies bestätigt auch Aleksandar Cucuz. Der ehemalige Tennisprofi und Besitzer des Online-Shops Fitnessnutrition.ch ist derart überzeugt vom Produkt, dass er es als erster Shop in das Sortiment aufgenommen hat. «Ich bin selbst Snuser und war total überrascht, wie ähnlich der Flash der Grinds ist», so Cucuz. Es sei definitiv eine sehr gute und gesündere Alternative zum Tabakprodukt.

«Ich habe diverse Sportlerkollegen, die nicht ohne Snus aus dem Haus gehen – und auch die zeigen nach anfänglicher Skepsis grosses Interesse an den Kaffeebeuteln», sagt der 30-Jährige. Ein Vorteil sei zudem die Vielfalt der Geschmacksrichtungen mit Pfefferminz, Vanille, Mokka, Caramel, Zimtrolle oder Minzschokolade. Cucuz: «Auch wenn man den Kaffeegeschmack nicht mag oder den Snus-Geschmack nicht mochte, findet man hier sicher einen Geschmack, der einem zusagt.»

Bund hat Kenntnis vom Produkt

Beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) kennt man ähnliche Produkte bereits. Gemäss Sprecherin Nathalie Rochst ist aber Vorsicht geboten. Grund dafür ist, wie das Produkt angepriesen wird: «Die Bezeichnung ‹gesund› ist in diesem Fall eine unspezifische gesundheitsbezogene Angabe.» Eine solche sei nur erlaubt, wenn sie mit einer konformen, spezifischen Angabe ergänzt werde.

Ob die Inhaltsstoffe auch effektiv den Schweizer Standards entsprechen, kann das BLV – basiert auf den Informationen der Zutaten – nicht abschliessend beurteilen. «Lebensmittel wie Kaffee oder Guarana können aber ohne Bewilligung an die Konsumentenschaft abgegeben werden – vorausgesetzt, alle Anforderungen, die an diese Erzeugnisse gestellt werden, sind vollumfänglich erfüllt», so Rochst. Die Mischungen und Zubereitungen dieser umschriebenen Lebensmittel seien ebenfalls zulässig.

(wed)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • M.S. am 09.09.2016 18:23 Report Diesen Beitrag melden

    Brauchen wir nicht

    Können wir nicht einfach die Politiker verbieten? Weniger Gesetze und mehr gesunder Menschenverstand wären da die Nebenwirkungen.

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  • P. Ness am 09.09.2016 18:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gugus

    das verbot ist sowieso sinnlos, dann bestellt man den snus halt im internet

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  • Tobii am 09.09.2016 18:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Finde es eine bodenlose frechheit das Snus verboten worden ist. Man müsste demnach so einiges verbieten weil es kreberegend ist!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Snuser Ben am 10.09.2016 19:53 Report Diesen Beitrag melden

    Es hat sich ja nichts gändert

    Snusverkauf war vorher schon verboten und der Import ist immer noch erlaubt. Ist mit 6.50 Fr/Dose à 20 g (Steuer und Porto inkl.) eh viel günstiger als hier (je nach Geschäft 9-10 Fr/Dose mit 10-15 g). Ausserdem sind bis jetzt weder Kioske noch Tabakläden vom Verbot beeindruckt. Verkaufen weiterhin Snus. Ups, ich meine natürlich Kautabak in Beuteln....

  • Stoeff Giger am 10.09.2016 17:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    preis?

    Mich nimmts Wunder wieviel solch eine dose kostet. wenn sie teuerer als snus sind werden wohl die wenigsten diese alternative bevorzugen.

  • P1896B am 10.09.2016 17:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    offen für neues

    weiss jemand wie das produkt an den schweizer Kiosks heisst?

  • Snuser am 10.09.2016 16:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Snuser

    Aber die Zigaretten, die auch den mitmenschen schaden, bleiben legal...

  • Gluggen am 10.09.2016 15:56 Report Diesen Beitrag melden

    Psycho-verbot

    7000 Tonnen Snus wurde verkauft in Schweden 1919. Sucht man in den Statistik über Todesursachen so findet man aber keine klare verbindung zum Snus. 2011 wurde 200 Millionen Dosen verkauft zu 1 Million Konsumenten und immer noch keine echte hinweise auf "Gefährlichkeit" Wandern ist aber im vergleich sehr sehr gefährlich, Marlboro, Wodka, oder auch zu wenig schlafen ist viel ungesünder.

    • R.N am 10.09.2016 16:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gluggen

      Snus ist noch nicht verboten, Verkauf ist noch bis 2019 gestattet, bis dahin läuft noch viel Wasser den Rhein hinunter.Snuse seit 29 Jahren und hatte immer eine Quelle.

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