«Top-5-Liste»

24. Mai 2016 22:22; Akt: 25.05.2016 01:17 Print

Von diesen Behandlungen raten Ärzte ab

Die grösste medizinische Fachgesellschaft der Schweiz präsentiert morgen eine neue schwarze Liste mit unnötigen Interventionen im Spital. Die Inhalte sind bereits an die Medien gelangt.

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Nicht sinnvoll: Umfangreiche Blutuntersuchungen in regelmässigen Abständen ohne spezifische Fragestellung.

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In der Schweiz verordnen Ärzte zu oft Massnahmen, die den Patienten nicht helfen oder sogar negative Auswirkungen haben. Dieser Ansicht ist die Schweizerische Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizin (SGAIM). Sie präsentiert morgen Mittwoch eine «Top-5-Liste» mit fünf Massnahmen im Spitalbereich, von denen sie abrät. Dem «Tages-Anzeiger» liegt die Liste jetzt schon vor:

- Umfangreiche Blut- oder Röntgenuntersuchungen in regelmässigen Abständen ohne spezifische Fragestellung.

- Dauerkatheter bei nicht kritisch kranken Patienten mit Inkontinenz, wenn dies nur dem Komfort oder der Überwachung des Urinvolumens dient.

- Bluttransfusionen mit mehr als der minimal benötigten Menge.

- Ältere Menschen während des Krankenhausaufenthalts zu lange ohne Mobilisation im Bett liegen lassen.

- Die vorschnelle Verabreichung von Benzodiazepinen und anderen Beruhigungs- oder Schlafmitteln gegen Schlaflosigkeit, Unruhe oder Delirium bei älteren Patienten. Sowie das Verschreiben von Rezepten für diese Medikamente beim Spitalaustritt.

Die Liste verfasst hat ein ärztliches Fachgremium der SGAIM unter der Leitung von Christoph A. Meier, Ärztlicher Direktor des Unispitals Basel. «Viele der Massnahmen werden im Alltag aus Gedankenlosigkeit angeordnet», vermutet Meier. Für ihn ist die wichtigste Empfehlung, dass ältere Patienten früh im Spital mobilisiert werden. «Dies soll dem raschen Verlust an Muskelkraft und Gangsicherheit vorbeugen und es den Patienten erleichtern, nach der Hospitalisation bald wieder so autonom wie möglich in ihrem gewohnten Umfeld leben zu können.»

Bearbeitet und übernommen von 20 Minuten.

(jr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • René B. am 24.05.2016 22:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Top-5-Liste

    Diese Liste könnte ruhig viel länger sein. Z.B. das unnötige verschreiben von Antibiotika und anderen Medikamenten, Laboruntersuchungen usw. Dann wären die KK-Prämien wahrscheinlich auch etwas weniger steigend.

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  • Tomy am 24.05.2016 22:36 Report Diesen Beitrag melden

    moderne Medizin

    Hab seit 5 Monaten eine unangenehme innere starke Nervenreizung (starkes inneres Stechen am Körper, gereizte Augen) Geschlechtskrankheiten koennen ausgeschlossen werden, ebenso andere Virusinfektionen (HIV, Hepatitis etc.) Nach fast 5 Monaten und 2000 Franken später füer unnütze Blut und Urinproben zu meinen Lasten bin ich ratlos und verzweifelt. Jetz soll ich zum Dermatologen.. hab das Gefühl, dass Aerzte auch keine Ahnung haben

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  • Mausi am 24.05.2016 22:26 Report Diesen Beitrag melden

    Und wo sind die restlichen 9'995

    Folgen die noch?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jane38 am 26.05.2016 07:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    missverstanden

    ich sehe ich wurde missverstanden. ich sage nicht das thrombosespritzen im spital unnütz sind sondern das wen ich oft aufstehe und herumspaziere am tag ich dies nicht brauche. sowie ich keine untersuchung wegen blutverlust am darm mache da dazumal eine andere ursache schuld war. versteht mich nicht falsch auch ich gehe zur vorsorge usw das ist keine frage,jedoch habe ich mich im spital damals gewehrt und die ärzte gaben mir dazu grünes licht

  • Hildegard am 26.05.2016 02:18 Report Diesen Beitrag melden

    Ist das alles? :-)

    Warum erwähnen sie nicht die 50% OP's, die nicht nötig wären? Mit den Medi's könnte man bestimmt auch einiges einsparen, - werden teilweise schnell mal verschrieben oder es wird nicht auf Generika geachtet... Dann gibt es solche und solche Aerzte. Wäre manchmal schön, die Diagnosen wären schneller und treffender, und nicht einfach mal umepröble, was hilft etc.... Andererseits ist der Job des Arztes bestimmt auch nicht einfach.

  • M.G. am 25.05.2016 22:17 Report Diesen Beitrag melden

    Durchschnittsalter und Gesundheitskosten

    Wenn das Durchschnittsalter der Bevölkerung linear ansteigt so steigen die dafür notwendigen medizinischen Kosten exponentiell an. Das geht auch gar nicht anders. Wenn wir also alle den Anspruch haben unser höchstes theoretisch mögliche Alter zu erreichen dann müssen wir auch bereit sein die Kosten dafür zu tragen. Das ist eben die innere Widerspruch jeder Individualgesellschaft, der Anspruch des Einzelnen steht über allem aber den Aufwand dafür sollen gefälligst die anderen tragen.

  • Nasin am 25.05.2016 22:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fitnesscenter

    Ich finde es super dass die kk zur prävention einen grossen beitrag ans fitnesscenter bezahlt. Aber es lösen so viele ein abo und gehen dann nur ein paar mal ins training. Die kk sollte kontrollieren wieviel mal die person geht und wenn es zb im durchschnitt pro woche weniger als zweimal ist dann sollte die kk keinen beitrag an die kosten machen. So könnte sehr viel geld gespart werden!

  • FAGE am 25.05.2016 19:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alte Leute Mobilisieren

    Arbeite selbst im Spital. Was ist mit den sparmassnahmen, welche es möglich machen, dass wir die Klienten nicht mobilisieren können!!! Ich persönlich versuche so oft wis geht die Bettlägerigen Pat. zu Lagern oder Aufzunehmen, jedoch wenn ich ein Zimmer verlasse können en locker 2h sein bis ich wider rein komme... Traurig aber wahr.. Seit Letzen Oktober bin ich nicht einmal pünktlich von der Arbeit heim. Überstunden sind normal, bin mittlerweile froh wenn es nur 45minuten sind.