«Tut mir leid!»

07. Januar 2016 20:24; Akt: 07.01.2016 20:33 Print

Er entschuldigte sich, dann tötete er seine Freundin

In Montreux hat ein 25-jähriger Mann seine 26-jährige Freundin mit einem Messer erstochen und dann sich selbst erschossen. Der Grund: Sie wollte sich von ihm trennen.

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S. V. (26) erlitt mehrere Stichwunden und wurde dann mit einem Sturmgewehr erschossen. (Bild: zvg)

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«Tut mir leid!», diese Nachricht erhielt die Mutter der getöteten S. V.* (26) am Montag. Sie stammte von E. F.* (25), dem Freund ihrer Tochter. M. V.* habe sofort gewusst, dass etwas Schlimmes geschehen sein musste.

«Ich rief beide an, aber niemand ging ran. Ich schickte ihnen Nachrichten, in denen ich meine Tochter bat, mir zu antworten. Ich war sehr besorgt», erzählt die Mutter «20 Minutes».

Erstochen und erschossen

Einen Tag darauf soll eine Bekannte die beiden Leichen in einer Wohnung in Montreux aufgefunden haben. Gemäss der Polizei stach der 25-jährige Schweizer F. mehrmals auf seine Freundin ein, bevor er sie erschoss und dann sein Militärsturmgewehr gegen sich selber richtete.

«Sie haben sich sehr geliebt. Aber beide waren sehr sensibel und eifersüchtig», erzählt der Besitzer der Bar, in der die junge Frau arbeitete. Gemäss Informationen, die 20 Minutes vorliegen, war das Paar seit rund vier Jahren zusammen. Offenbar hatte sich die intensive Liebe doch etwas abgekühlt. S. V. wollte sich anscheinend von ihrem Freund trennen.

Sie wollte die Beziehung beenden

Denn die 26-Jährige, die von einer Karriere als Tierarzthelferin träumte, fühlte sich zu einem anderen Mann hingezogen. Im November bat sie ihren Freund um eine Beziehungspause. Sie brauche Zeit, um über die gemeinsame Zukunft nachzudenken.

Eine Freundin lieh der jungen Frau eine Wohnung in Renens VD. «Er bestand darauf, dass sie nach Montreux zurückkehrt», so eine andere Freundin. Am 10. Dezember tat sie das auch. Aber es sei nicht besser geworden. «Am Montag beschloss sie, ihrem Freund zu sagen, dass es aus ist zwischen ihnen», sagt ein Freund der jungen Frau. Vermutlich sei dies der Grund für die Tragödie.

Er liebte Kriegsspiele

Eine Nahestehende beschreibt F. als einen Mann, der schwer zu fassen war. «Er war Tiefbauzeichner. Wirkte immer ruhig, war aber sehr streng. Er spielte leidenschaftlich gerne Kriegsspiele und träumte seit langem von der Fremdenlegion. Wenn er nach Hause kam, zog er seinen Helm an und stürzte sich in seine Spiele», erzählt sie.

Der Hund, ein weiterer Streitpunkt

Ursprünglich aus Peseux (NE) , verbrachte die junge Frau ihre Jugend im Kanton Waadt. In Yverdon machte sie eine Ausbildung als Vertriebsleiterin. «Sie war schön, freundlich, lebhaft und aussergewöhnlich grosszügig», sagt eine Freundin. «Ihr Leben war nicht immer einfach, aber sie war eine Frau, die enorme Ressourcen hatte.»

Und: Die junge Frau habe Tiere sehr geliebt. Ihr Freund habe ihr sogar die Bulldogge Harley gekauft. «Er war aber gemein zum Hund. Dies war ein weiterer Streitpunkt des Paares.»

*Namen der Redaktion bekannt

(qll)