30 Jahre GsoA

15. September 2012 21:02; Akt: 15.09.2012 21:02 Print

Von Kühen, Kampfjets und Kompromissen

Die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee feiert ihren 30. Geburtstag. Doch gibt es für die Armeegegner Grund zum Feiern? Eine Standortbestimmung mit GsoA-Mitgründer Jo Lang.

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Der ehemalige grüne Nationalrat Jo Lang macht sich schon seit drei Jahrzehnten für die Abschaffung der Armee stark. (Bild: Keystone/Peter Schneider)

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Die heilige Kuh, die geschlachtet werden muss – sie dient der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee GsoA seit rund drei Jahrzehnten als Metapher für die Schweizerische Armee. Nun, wie steht es denn heute, am Tag der Geburtstagssause, um das Rindsvieh?

«Die heilige Kuh ist noch nicht geschlachtet, aber wir haben ihr zumindest den Heiligenschein geraubt», bilanziert GsoA-Mitgründer Jo Lang. Grund zum Feiern gebe es deshalb allemal.

Die GsoA denke in kleinen Schritten, erklärt Lang. Sie sei nicht auf das alleinige Ziel fixiert, den Militärapparat anzugreifen. Vielmehr gelte es, «die Köpfe der Menschen vom Militär zu befreien.» Und dies sei ihnen gelungen.

GsoA plötzlich salonfähig

Die heutige Position der GsoA ist gemäss Lang nicht zu vergleichen mit jener in den Anfangsjahren. Jo Lang, der zur Gründergeneration der GsoA gehört, erinnert sich: «In der Gruppe herrschte eine Pionierstimmung und das Bewusstsein ‹Wir brechen ein Tabu›. Kriegsveteranen bedrohten uns, die Behörden verweigerten uns teilweise die Standplätze».

Heute sei die GsoA akzeptierter, vielleicht auch angepasster – an ihren Zielen und Überzeugungen habe sich aber nichts geändert. Der ständige Kampf der Gruppe gilt unter anderem den Kriegsmaterialexporten, denn: «Wenn wir es nicht tun, tut es niemand», ist der ehemalige grüne Nationalrat überzeugt.

Der nächste «grosse, aber machbare» Schritt sei nun die Abschaffung der Wehrpflicht, die die GsoA mit ihrer jüngsten Initiative anstrebt. Erst am Freitag lehnte der Bundesrat das Begehren ab – ohne Gegenvorschlag. Für die Volksabstimmung, die Ende 2013 stattfinden könnte, ist Lang aber dennoch zuversichtlich.

Eines wird im Gespräch mit dem Armeegegner klar: Auch wenn es dieses Mal nicht klappen sollte, lässt die GsoA nicht locker. «Wir machen weiter, auch wenn es noch einmal 30 Jahre dauert, bis die Armee abgeschafft ist.»

(jbu/sda)

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