Zukunft der AHV

01. März 2017 15:32; Akt: 01.03.2017 19:56 Print

«Meine Tochter wird wohl bis 75 arbeiten müssen»

20 Minuten hat Politiker gefragt: Wovon werden ihre Kinder nach der Pension im besten und im schlimmsten Fall leben?

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In Bern streiten die Räte über die Zukunft der AHV: Mit der Altersreform 2020 würden das Rentenalter für Frauen auf 65 Jahre angehoben und der Umwandlungssatz in der zweiten Säule gesenkt.

Im Nationalrat machten am Dienstag aber zahlreiche Redner klar, dass die Reform nur ein erster Schritt sei. Ein höheres Rentenalter müsse diskutiert werden, sagte etwa CVP-Nationalrätin Ruth Humbel. Doch wie soll die Altersvorsorge in einigen Jahrzehnten aussehen? Politiker skizzieren ihre Wunsch- und Horrorszenarien.

Sebastian Frehner, SVP-Nationalrat

Bester Fall: bis 75 arbeiten

«Meine heute dreijährige Tochter wird aufgrund der demografischen Entwicklung deutlich länger arbeiten müssen, wenn sie noch gleich viel Rente bekommen will. Steigt die Lebenserwartung einst auf 100 Jahre an, wird man erst mit 75 in Pension gehen – daran führt kein Weg vorbei. Geld fällt nicht vom Himmel. Die Mehrwertsteuer, die Familien schon heute massiv belastet, kann nicht beliebig erhöht werden. Es wird jedoch viel flexiblere Modelle geben als heute. Wer früher in die Pension geht, muss einfach mehr in der dritten Säule ansparen.»

Schlimmster Fall: AHV bricht zusammen

«Wenn man gleich weitermacht, wie das der Ständerat will, und einen Ausbau beschliesst, wird es jährlich Milliardenverluste in der AHV geben. Wenn der Fonds leer ist, wird man versuchen, die Mehrwertsteuer zu erhöhen. Doch unsere Kinder können das nicht nicht mehr tragen. Der Satz ‹Wer einzahlt, wird auch eine Rente bekommen› entpuppt sich als Lüge. Die Renten werden gekürzt und die Leute sich selber überlassen.»

Roger Nordmann, SP-Fraktionschef

Bester Fall: Die 1. Säule reicht

«Im Idealfall bekommen meine Kinder in 50 Jahren eine AHV, die so hoch ist, dass sie allen zum Leben reicht – ganz ohne Ergänzungsleistungen. Klar, es braucht eine starke Wirtschaft und genug jüngere Arbeitende, doch der Ausbau ist finanzierbar, denn bis in 50 Jahren wird auch der Druck auf die AHV durch die Babyboomer-Generation abnehmen. Offen ist, wie lange meine Kinder arbeiten müssen: Das hängt vom Gesundheitszustand im Alter und den Auswirkungen der Automatisierungen auf den Arbeitsmarkt ab.»

Schlimmster Fall: Privatisierung der Altersvorsorge

«Die Altersvorsorge wird nicht an die Lohn- und Preisentwicklung angepasst und zudem privatisiert. Wer nicht zu den Grossverdienern zählt und privilegiert ist, bleibt auf der Strecke. Die tiefen Erträge bei der beruflichen Vorsorge führen dazu, dass viele nicht mehr von ihrer Rente leben können. Das möchte ich meinen Kindern ersparen. In diese Richtung möchte der Nationalrat aber bereits gehen: Wird das Rentenalter um zwei Jahre erhöht und die AHV nicht ausgebaut, braucht es Jobs für die älteren Leute. Wenn diese fehlen, werden zwei Rentenjahre aus der eigenen Tasche bezahlt.»

Kathrin Bertschy, GLP-Nationalrätin

Bester Fall: kein Schuldenberg für nachfolgende Generationen

«Wer heute am Anfang des Berufslebens steht, wird im Alter mit der 1. und 2. Säule gut über die Runden kommen. Voraussetzung ist, dass die Politik jetzt auf eigenverantwortliches Sparen und nicht auf einen Ausbau der AHV setzt. Eine Generation darf nicht auf dem Buckel nachfolgender leben. Zudem wird das Rentenalter weiter flexibilisiert, und alle Familienmodelle werden gleich behandelt.»

Schlimmster Fall: Bruch mit der Solidarität

«Weil die Eltern und Grosseltern viel mehr aus den Sozialwerken herausgenommen als in sie eingezahlt haben, belasten eine hohe Mehrwersteuer und hohe Lohnbeiträge ihre Kinder und Enkel. Sie schaffen es nicht mehr, selbst für das Alter zu sparen – und müssen sich wiederum bei ihren eigenen Kindern noch massiver verschulden. Das Rentenalter steigt, die Renten sinken massiv. Der Generationenvertrag ist gescheitert.»

(daw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Manu Meier am 01.03.2017 13:39 Report Diesen Beitrag melden

    Sanierungsvorschlag

    Wie wäre dieser Vorschlag zur Sanierung der Altersvorsorge: Jeweils derselbe Betrag, der jährlich in die Entwicklungshilfe und ins Asylwesen fliesst sowie für Zahlungen ans Ausland (EU-Kohäsionszahlungen, UNO etc.) geleistet werden, muss auch für die Altersvorsorge geleistet werden.

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  • Kusi am 01.03.2017 13:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schämt euch

    Dann sieht man sehr viel Personal mit dem Rollator arbeiten. Ist schon beschämend wenn man Pensioniert wird und nichts mehr vom Leben hat. Ich hoffe das Volk wehrt sich dagegen.

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  • Theorie & Praxis am 01.03.2017 13:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne mich

    Ja genau bis 75. dann bin ich aber spätestens mit 65 in einem anderen land und geniesse noch mein leben. Wohin führt das wenn man lebt um zu arbeiten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • A.a am 02.03.2017 20:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo geht unser Geld hin?

    Heute eingetrudelt. Die Bundessteuer. Betrag 820 Franken. Lohn 5900 Brutto -Netto 5200. Steuer im Jahr ca 6000 plus 800 macht ca Steuern von ca 7000 Fr plus/minus . Gut habe noch eine n 13.Lohn . 2500 Franken gehen jeden Monat weg für Rechnungen Miete . Steuern. Das heißt ich arbeite für Ca 2600 Franken im Monat .Jetzt die Rechnung. Gehen wir mal von einem Schnitt von 4500 Franken mal 5 Millionen = 2.5 Milliarden plus die restlichen Einnahmen Strassengebühren und Vignette, Mwst , Bussen etc. Und die erzählen uns wir haben kein Geld für die AHV.

  • Freak 666 am 02.03.2017 15:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    45er zur Pensionierung

    Wie wärs zur 65 ten pensionierung,jeder bekommt ne 45 er dann wäre das Problem für den Staat schon gelöst;-))

  • alessi am 02.03.2017 11:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn dem so wäre...

    und unsere Kinder bis 75 arbeiten müssen, dann hoffe ich aber, dass die Lebenserwartung dieser Generation auch wirklich sich so entwickelt das mit 75 sie so Fit sind wie die 65 jährigen von heute!

    • Schnauz am 02.03.2017 11:42 Report Diesen Beitrag melden

      eher nicht

      Denke mit den heutigen Umwelteinflüssen, sowie GenFood, mit Hormonen und Antibiotika vollgempmptes Fleisch sowie Dauerstress, werden viele sicher nicht mal mehr 65 Jahre alt. Also ich kanns mir einfach nicht vorstellen. Die, welche jetzt in diesem Alter sind haben eine Zeit lang gesünder gelebt.

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  • Lillibeth am 02.03.2017 10:34 Report Diesen Beitrag melden

    Abstimmung abwarten

    Ich kann mir gut vorstellen, dass es dann wieder ein so schönes Debakel geben wird wie am 12.02.2017, als eine USR III wuchtig abgeschmettert und vesenkt wurde. Sollte diese Renten-Reform zur Abstimmung kommen - und das wird sie auch, weil ein referendum so gut wie sicher ist - kann ich mir das Resultat sehr gut vorstellen.

  • R.F. am 02.03.2017 10:16 Report Diesen Beitrag melden

    Unsolidarität scheint Hochkonjunktur zu!

    Ich sag nur eins : BGE ist die einzige Chance ,denn die Meisten werden nicht viel länger Arbeiten können ( körperlich schwere Arbeit )