Von SVP bis Grüne

06. Dezember 2017 13:28; Akt: 06.12.2017 21:09 Print

5 denkwürdige Eklats im Bundeshaus

Die SVP provozierte die Ratskollegen mit einem Flashmob zum Jubiläum des EWR-Nein. Es ist nicht der erste Eklat im Parlament.

Die SVP-Parlamentarier singen die Nationalhymne.
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Die SVP feierte am Mittwoch die Ablehnung des EWR-Beitritts vor 25 Jahren mit einer umstrittenen Aktion: Die Fraktion sang im Nationalratssaal inbrünstig die Landeshymne, zudem hielten Parlamentarier Transparente hoch. Politiker anderer Fraktionen verliessen aus Protest den Saal.

Auch wenn es im Bundeshaus, anders als in anderen Ländern, nicht zu Schlägereien kommt, ist es nicht der erste Zwischenfall, der für Schlagzeilen sorgt. Hier ein Best-of:

1. Köppel redet Sommaruga in die Flucht

Im April vergangenen Jahres attackierte SVP-Nationalrat Roger Köppel Justizministerin Simonetta Sommaruga in einer Rede zur Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf Kroatien scharf: «Ich staune oder finde es schon fast bewundernswert, mit was für einer frivolen Leichtfertigkeit Sie sich über Verfassungsgrundsätze hinwegsetzen», sagte er an die Adresse der SP-Bundesrätin.

Sommaruga platzte der Kragen: Sie verliess kurzerhand den Saal. Die SP-Fraktion folgte ihr. Später erklärte die damalige Nationalratspräsidentin Christa Markwalder Sommarugas Abgang mit einer WC-Pause – eine Theorie, die die Magistratin nie bestätigt hat.

Sommaruga verlässt Saal nach Attacke von Köppel

2. Bundesrat Furgler stellt sein Pult tiefer

Mit Humor parierte Bundesrat Kurt Furgler im Herbst 1985 einen heftigen Angriff. Nationalrat Markus Ruf (Nationale Aktion/Schweizer Demokraten) forderte den CVP-Wirtschaftsminister vehement zum Rücktritt auf. Ruf schrie in den Saal: «[...] sind Sie bereit, die politische Verantwortung für Ihr jahrelanges Versagen endlich zu tragen und [...] umgehend aus dem Bundesrat auszutreten?» Furgler entgegnete cool: «Ich passe mich dem Niveau Ihrer Frage an und stelle das Pult tiefer.» Damit hatte er die Lacher auf seiner Seite. Die Anekdote ist inzwischen legendär.

3. SVP wirft Räten Verfassungsbruch vor

Frustriert über die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative, nutzte die SVP-Fraktion den Nationalratssaal als Bühne: Die Politiker hielten Plakate mit der Aufschrift «Verfassungsbruch» in die Höhe. Das Treiben wurde auch Nationalratspräsident Jürg Stahl zu bunt, obwohl er selbst Mitglied der SVP ist. Mit einer Intervention setzte er dem Protest ein Ende.

SVP protestiert gegen «Verfassungsbruch»

4. Die SVP verlässt den Nationalratssaal

Kaum ein Eklat in neuerer Zeit, in den nicht die SVP involviert war. So verliess die Fraktion im Jahr 2009 aus Protest geschlossen den Saal. «Sie verlassen jetzt den Saal! So nicht!», rief Grünen-Nationalrat Daniel Vischer in den Saal.

Hintergrund: Der Nationalrat hatte eine Strafverfolgung gegen Nationalrätin Lucrezia Meier-Schatz (CVP) und Alt-Nationalrat Jean-Paul Glasson (FDP) wegen ihrer Rolle in der Blocher-Roschacher-Affäre abgelehnt, aber gleichzeitig die Immunität des SVP-Präsidenten Toni Brunner wegen Amtsgeheimnisverletzung aufgehoben.

5. Tiertransporte mit Auschwitz verglichen

Vor wenigen Monaten löste Grünen-Nationalrat Jonas Fricker mit einem Votum einen Sturm der Entrüstung aus: Als er bei der Behandlung der Fair-Food-Initiative den Massentransport von Schweinen kritisierte, zog er einen Vergleich mit der Deportation von Juden nach Auschwitz. Noch im Rat entschuldigte er sich für den «unangemessenen Vergleich», den er in «meiner Naivität» gemacht habe. Am Schluss zog er die Konsequenzen und legte sein Amt nieder.

(daw/20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Eric am 06.12.2017 13:46 Report Diesen Beitrag melden

    Provokation?

    Wenn das Singen der Nationalhymne als Provokation gilt, dann mach ich mir Sorgen um die, die diese Aktion als das bezeichnen.

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  • goofy am 06.12.2017 13:39 Report Diesen Beitrag melden

    gefäll mir

    Mir gefällt singen viel besser, als zuzuschauen wie andere Parlamentarier geschlossen aufs WC gehen.

  • Nick_Name am 06.12.2017 13:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut bezahlte Mimösli

    Komisch, dass es gerade jene sind, die sich über solche Aktionen echauffieren, die selbst permanent auf Basis von Halbwahrheiten austeilen und politisieren. Ich wünsche mir etwas mehr Sach- und Geschäftsbezogene Debatte (man darf auch ruhig einmal öffentlich streiten) anstelle von Politisch pseudokorrekter wischiwaschi-Diskussionen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hopp Schwiiz am 07.12.2017 14:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hymne

    Schon komisch, dass ein paar Parlamentarier unsere Nationalhymne lauter singen, als 35000 Fussballfans an einem Nati-Spiel! Hymne super gesungen, der Akt der Provokation etwas zweifelhaft. Trotzdem, es gibt Schlimmeres. Deswegen den Saal zu verlassen ist typisch, linkes Mimimi-Tum!!

  • Saludi am 07.12.2017 11:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SVP Bashing

    hat gerade wieder mal Hochkonjuktur.

  • Bürger und Arbeiter am 07.12.2017 11:01 Report Diesen Beitrag melden

    Interessant

    Liebe Parlamentarier und Parlametarierinen. Als gewählte Vertreter des Volkes. Sorgt doch einfach dafür das es uns, dem Volk, gut geht. Nicht ihr seit die wichtigen Personen. Senkt die Steuern für die Arbeiter. Macht die KK billiger und bekämpft die Abzocker. Ihr seit auch teilweise Abzocker. Wie beobachten euch. Und es kann für euch ja mit eine Nichtwahl enden.

  • Meschugge am 07.12.2017 09:39 Report Diesen Beitrag melden

    warum?

    Was ist daran verwerlich die Tierfabriken mit Ausschwitz zu vergleichen?? absolut treffender vergleich! man kann dafür sein oder nicht aber einen Vergleich ist mehr als treffend!

  • päde am 07.12.2017 08:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    richtig so

    Ein frust, dass die schweizer parlamentarier ihre sesionstage nicht immer mit der hymne beginnen! Sie fällwn entscheide für unsere schweiz.