Sexualdelikt in Uster

12. Januar 2016 07:37; Akt: 12.01.2016 14:26 Print

Parallelen in Uster zur Vergewaltigung in Emmen

In Uster wurde ein Mann verhaftet, der eine Joggerin sexuell missbrauchen wollte. Das erinnerte die Luzerner Ermittler an den Fall von Emmen – DNA-Proben werden bereits ausgewertet.

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Am Sonntagnachmittag hörte eine Frau in einem Wald in Uster Hilfeschreie. Sie sah einen Mann nordafrikanischen Aussehens, der eine Joggerin (37) mit Gewalt zu Boden drückte. Er liess darauf von seinem Opfer ab und flüchtete mit einem Velo.

Zwei Verkehrspolizisten der Kantonspolizei Zürich konnten den Täter kurze Zeit später stellen. Beim Verhafteten handelt es sich um einen 28-jährigen, abgewiesenen Asylbewerber aus Marokko. Noch gleichentags meldet sich ein weiteres Opfer bei der Polizei, das ebenfalls in Uster durch einen Unbekannten sexuell angegangen worden war.

Das Delikt machte die Luzerner Behörden hellhörig, denn noch immer wird nach dem Täter von Emmen gesucht. Dort wurde im Juli vergangenen Jahres eine 26-jährige Frau vom Velo gerissen und vergewaltigt. Sie ist seither vom Hals abwärts gelähmt.

Viele Angaben zum Täter konnte sie nicht machen: Er sei zwischen 19 und 25 Jahre alt und habe gebrochen Deutsch gesprochen. Er habe eine helle Hautfarbe und schwarz-braune, gekrauste Kopfhaare. Ausserdem sei er Raucher. Die Polizei konnte DNA-Spuren des Täters sicherstellen.

DNA-Probe wird ausgewertet

Nun haben sich die Luzerner Behörden mit den Kollegen in Zürich in Verbindung gesetzt, wie Simon Kopp, Sprecher der Luzerner Staatsanwaltschaft, der «Luzerner Zeitung» sagt. Sexualdelikte würden automatisch in einer nationalen Datenbank erfasst. Das gelte auch für die DNA des jeweiligen Täters. «Wenn es eine Übereinstimmung gibt, kommt bei uns sofort eine Meldung», sagt Kopp.

Bis die DNA-Probe aber ausgewertet ist, dauere es noch ein paar Tage, sagt Werner Schaub, Sprecher der Zürcher Kantonspolizei. Die Probe sei dem Mann bereits entnommen worden, wie es bei solchen Delikten Standard sei. Kopp sagt der Zeitung: «Das wäre ein unerwarteter, aber wichtiger Treffer.»

Massen-DNA-Test erfolglos

Im Fall von Emmen waren 372 junge Männer zum DNA-Test aufgeboten worden, die aufgrund ihres Wohn- oder Arbeitsortes einen möglichen Bezug zum Tatort hatten. Der Täter konnte aber auch mit dieser Massnahme bisher nicht ermittelt werden.

(num)