Bluewin-Umfrage

29. April 2015 08:17; Akt: 29.04.2015 15:02 Print

Wie treu sind die Schweizer?

Gehen Schweizerinnen und Schweizer häufig fremd? Und verzeihen sie dem Partner einen Seitensprung? Die Ergebnisse einer neuen Studie erstaunen.

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Gemäss einer Umfrage von Bluewin sind die Schweizer bemerkenswert treu. (Bild: Keystone/Georgi Licovski)

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Die Schweizer Bevölkerung ist sehr treu. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine Studie von Bluewin. Von den 1280 Befragten verneinten 75 Prozent einen Seitensprung.

Jeder Fünfte gibt jedoch zu, dass er schon einmal untreu war, die Hälfte davon sogar mehrmals. Auffällig ist: Männer sowie ältere Befragte (50–74 Jahre) gehen häufiger fremd. Die Studie ergab, dass Männer, wenn sie fremdgehen, dies öfter tun als Frauen.

Vergessen und vergeben?

Wie reagieren Betroffene, wenn der Partner fremdgegangen ist? Die überraschende Mehrheit – fast 60 Prozent der Befragten – würde dem Partner einen Seitensprung verzeihen – die meisten von ihnen aber nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Zum Beispiel, falls der Seitensprung ein einmaliger Ausrutscher war (18 Prozent) oder falls er während einer langjährigen Beziehung passiert (11 Prozent). Alkohol wird nur gerade von 3 Prozent der Befragten als Entschuldigung akzeptiert. Auch gemeinsame Kinder sind relativ selten ein Grund, um dem Partner einen Seitensprung zu verzeihen  – auch wenn die Hälfte aller Befragten Kinder hat.

Nur knapp ein Drittel würde dem Partner das Fremdgehen nicht verzeihen. Aber Achtung: Hier zeigt sich jedoch ein Unterschied zwischen den Sprachregionen. Denn die Tessiner sind um einiges rigoroser. Fast die Hälfte (47 Prozent) findet Untreue unverzeihlich, egal welche Umstände dazu geführt haben.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser?

Besteht der Verdacht eines Seitensprungs, würden 76 Prozent den Partner direkt darauf ansprechen. Fast jeder Zehnte würde die Situation hingegen totschweigen. Diese Variante bevorzugen vor allem die Älteren (50–74 Jahre). 13 Prozent leben nach dem Motto «Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser» und spionieren ihrem Partner nach. Diese Methode wählen vor allem die Jüngeren (15–29 Jahre). Auch in diesem Punkt unterscheidet sich das Tessin vom Rest der Schweiz. Dort würde jeder Vierte den Partner kontrollieren.

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Die Chancen stehen gut, dass der Partner einen Seitensprung vergibt. Sofern die Ausrede passt – und weder Frau noch Mann aus dem Tessin stammen. Besteht ein Verdacht, sprechen Schweizerinnen und Schweizer offen mit ihrem Partner darüber. Wer aber unter 30 Jahre alt ist oder im Tessin lebt, der sollte sein Handy gut hüten, sofern er nicht auffliegen will.

(pat)