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Libyen-Affäre
09. November 2009 17:36; Akt: 09.11.2009 17:37 Print
Amnesty half den Geiseln - Calmy-Rey glücklich
Freude in Bern, dass die Geiseln zurück in der Schweizer Botschaft sind. Aussenministerin Calmy-Rey zeigt sich glücklich. Ein Experte glaubt, dass der Druck gewirkt hat — und der Brief von Amnesty International.

Politiker freuen sich darüber, dass die Schweizer Geiseln zurück in der Botschaft in Tripolis sind: Archivbild der Botschaft von August 2005. (Bild: Keystone)
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Die Schweiz feiert einen kleinen Erfolg in der Libyen-Affäre: Die beiden Geiseln sind zurück auf der Schweizer Botschaft in Tripolis. Obwohl man damit nur gerade gleich weit ist, wie schon vor der Verschleppung der Schweizer Mitte September, ist die Freude gross: Sie sei glücklich, dass die beiden Männer wieder in der Schweizer Botschaft in Tripolis seien, sagte Aussenministerin Micheline Calmy-Rey vor den Medien in Bern. Aus humanitärer Sicht sei dies eine gute Neuigkeit, sagte die Bundesrätin. Ob es aber der Anfang vom Ende der Affäre Gaddafi sei, wollte sie nicht kommentieren.
Calmy-Rey hat mit Geiseln gesprochen
Calmy-Rey erfuhr nach eigenen Angaben kurz nach Mittag von der Rückkehr der beiden Männer in die Botschaft. Sie habe mit beiden gesprochen: «Sie sind erleichtert und in guter physischer Verfassung», sagte Calmy-Rey. Wo die beiden Schweizer festgehalten worden seien, wisse sie nicht. Sie seien aber nicht schlecht behandelt worden. Ebenfalls erfreut zeigten sich Bundespräsident Hans-Rudolf Merz und Geri Müller, Nationalrat und Präsident der Aussenpolitischen Kommission (20 Minuten Online berichtete).
Die Überstellung der Geiseln an die Schweizer Botschaft sieht Hasni Abidi als eine Folge des bundesrätlichen Ton- und Strategiewechsels. «Die erste mutige Entscheidung des Bundesrats hat zu einer libyschen Reaktion geführt», sagte der Leiter des Genfer Forschungszentrums für arabische Länder (CERMAM). Der Bundesrat hatte am letzten Mittwoch beschlossen, den am 20. August unterzeichnet Vertrag zu sistieren. Doch die jüngste Entwicklung bedeute kein Ende des Leidenswegs, sagte Abidi, sondern nur «zurück auf Feld eins». Tatsächlich ist die Libyen-Affäre damit wieder auf dem gleichen Stand wie vor der Unterzeichnung des Abkommens Ende August.
«Geheime Haft ist psychische Folter.»
Als einen weiteren Grund für das libysche Nachgeben sieht Abidi die Mobilisierung der Öffentlichkeit, wie sie nicht zuletzt Amnesty Internationale betrieb. Die Menschenrechtsorganisation hatte vor einer Woche in einem Brief an die libyschen Behörden gefordert, dass diese die geheime Haft aufheben und entweder Anklage erheben oder die Geiseln aus Libyen ausreisen lassen (20 Minuten Online berichtete). Amnesty begrüsse, dass die beiden Schweizer nicht mehr in Haft seien, sagte Sprecher Daniel Graf gegenüber 20 Minuten Online. Er betont die emotionale Seite für die Geiseln und deren Angehörige: «Geheime Haft ist psychische Folter.» Diese Erfahrung müssten nun die beiden Schweizer bestimmt verarbeiten.
Ob der Brief von Amnesty tatsächlich eine Rolle gespielt hat, weiss Graf nicht. «Wir haben bisher noch keine Antwort aus Libyen erhalten», sagte er gegenüber 20 Minuten Online. Doch auch Graf sieht den Brief als einen Teil der Mobilisierung der Öffentlichkeit.
(mdr/sda)
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Alle 103 Kommentare





























Militaeraktion
Holt sie jetzt raus. Die Moeglichkeiten sind sicherlich vorhanden
sind wir ehrlich
erst wenn die geiseln hier in der schweiz sind, und die schweiz kein lösegeld bezahlt hat. ist der kuchen gegessen. ein schaler geschmack bleibt so oder so übrig. hier hat der bundesrat=parlament versagt.
Wow super... und nun?
Toll, die Geiseln sind wieder in der Botschaft, nur war das vor wenigen Wochen bereits so... Da kann man doch nicht ernsthaft von Fortschritt sprechen. Dass da keiner die Eier hat die Geiseln einfach abzuholen...